"Übergangsprogramm"

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BSK-Coach Uwe Zenkner.

Kaufbeuren – Die Freiluftsaison ist bei den Fußballern schon längst abgeschlossen. Während sich viele Spieler ihre Blessuren auskurieren und eine Pause einlegen, kommen einige Akteure nun ganz auf ihre Kosten. In der bevorstehenden Hallenrunde ist Futsal wieder hoch im Kurs. Die Augen richten sich auf den 2. Januar 2016, wenn in der Neugablonzer Dreifachturnhalle die Qualifikationsrunde zur Schwäbischen ausgetragen wird.

Mit dem BSK Olympia Neugablonz geht sogar der Titelverteidiger an den Start, der auch dieses Mal eine gute Rolle spielen möchte. Der Kreisbote unterhielt sich mit Coach Uwe Zenkner.

Welche Affinität haben sie zum Hallenfußball, insbesondere jetzt zum Futstal? 

Zenkner: Ja, meine Beziehung ist hier etwas zwiegespalten. Ich erachte die Halle als Übergangsprogramm für die Rückrunde. Allerdings muss man auch das Mittelmaß finden. Ich bin nicht sicher, ob sich der Aufwand auch lohnt. Der Spaß sollte auch nicht kurz kommen.

Hat sich der Hallenfußball Ihrer Meinung nach arg verändert? 

Zenkner: Anfangs war ich schon etwas skeptisch. Doch die Entwicklung des Futsals hat sich positiv gestaltet. Das Spiel ist weniger körperbetont, daher kommen auch nur die technisch versierten Spieler hier besonders zum Tragen.

Und der BSK hat einige sehr gute Techniker in den Reihen. 

Zenkner: Genau. Wir haben gute Spieler in unserem Team, die gerne spielen und das Futsal an sich beherrschen.

Wie viele Spieler bereiten sich intensiv auf die Vorrunde zur Schwäbischen vor? 

Zenkner: Derzeit sind es etwa acht oder neun Spieler. Es sind die gleichen Akteure, die schon die Schwäbische gewonnen haben und zweiter bei der Bayerischen wurden. Allerdings gesellen sich noch Lukas Stumpe und Thomas Waltenberger dazu.

Wie schwer ist es überhaupt, einen Titel zu verteidigen? 

Zenkner: In der Halle ist es meiner Meinung nach genauso schwer wie in der Freiluftsaison. Nur, dass du in der Halle nach einem verlorenen Spiel schon ausgeschieden bist. Draußen kannst du nach Niederlagen wieder nachlegen und am Ende doch den Titel holen. In der Halle hingegen musst du im Halbfinale sowie im Endspiel hellwach sein und darfst dir keine Fehler erlauben.

Jeder Spieler braucht also die wichtigen Tugenden für die Halle? 

Zenkner: Richtig. Und zwar ein gutes Ballgefühl. Der Futsalball ist auch kleiner. Du brauchst eine enorm hohe Laufbereitschaft und zudem eine körperliche Fitness. In der Halle warten intensive Spiele. Es wird viel mit der Solo gearbeitet, um den Ball besser zu kontrollieren und auch den schnellen Pass zu spielen.

Kann man sich in der Halle auf eine Vorrunde überhaupt vorbereiten? 

Zenkner: Wichtig ist die Spielpraxis. Wir spielen am 20. Dezember in Günzburg. Dort sind wir zu einem hochklassigen Turnier eingeladen worden. Mit Bubesheim, Schwaben Augsburg und Ichenhausen warten auf uns sehr gute Mannschaften. Darüber hinaus haben wir auch eine Einladung der SpVgg Kaufbeuren zu einem Blitz-Hallenturnier nach Weihnachten.

Also sind Turniere hier das A und O?

Zenkner: Gewiss. Dort kann man sich von Spiel zu Spiel verbessern. Technische Dinge einzustudieren ist dann doch etwas schwierig. Am besten läuft alles über den Wettkampf an sich.

Ist das Verletzungspech durch Futsal geringer geworden? 

Zenkner:  Ich denke schon. Als Spieler kannst du dich im Training genauso blöd verletzen. Das brauchen wir nicht zu diskutieren. In der Halle stoppst und bremst du einfach anders. Das ist ähnlich wie auf einem Kunstrasenplatz. Das Knie sowie das Sprunggelenk werden besonders beansprucht.

Wie hoch ist Ihr Anspruch in der Halle? 

Zenkner: Ich lasse mich da von den Spielern einfach mitreißen. Persönlich lege ich keinen besonderen Wert in der Halle. Doch die Mannschaft steht hier im Vordergrund. Sie motiviert sich in Sachen Futsal von ganz alleine. Hier ist Alexander Günter federführend, der als Sportlehrer auch die geprüfte B-Lizenz besitzt. Ich unterstütze sie in allen Dingen. Wenn es sein darf, fahren wir auch wieder zur Schwäbischen oder Bayerischen.

In der vergangenen Saison hat der Futsal der Mannschaft in der Vorbereitungsphase nach der Winterpause anfangs überhaupt nicht gut getan. 

Zenkner: Egal wie weit wir kommen werden. Ich werde keine Rücksicht in der Vorbereitungsphase nehmen, sollten wir noch im Futsal involviert sein. Wir haben uns mit dem zweiten Platz eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Das dürfen wir unter keinen Umständen aufs Spiel setzen.

Also dürfen die Spieler zur Advents- und Weihnachtszeit es auch etwas ruhiger angehen? 

Zenkner: Wir sind alle Amateure. Meine Jungs sollen die stade Zeit genießen. Es wird sich auch keiner etwas verbieten lassen. Wir stehen bis zu zehn Monate im Jahr unter Druck. Also sollen sie auch gerade diese Tage genießen und entspannen.

Das Interview führte Stafan Günter

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