Didi Hegen bleibt weiterhin sportlicher Leiter – Joker am Sonntag zuhause gegen Dresden

Uli Egen ab sofort Trainer des ESVK

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Dieter Hegen wurde von seinem Trainerposten entbunden, bleibt aber als sportlicher Leiter dem ESVK treu.

Kaufbeuren – Nach einer beispiellosen Talfahrt hat der ESVK in der jüngsten Vergangenheit wieder Stärke gezeigt: Drei gewonnene Partien in Folge begeisterten das Publikum. Umso überraschender die Nachricht, dass Dieter Hegen als Trainer ab sofort Vergangenheit ist: Uli Egen ist der Mann der Stunde.

Die Meldung der ESVK-Führungsriege überraschte am Montagabend viele. Für Dieter Hegen steht ab sofort der 57-jährige Uli Egen beim Eissportverein Kaufbeuren hinter der Bande. Überraschend deshalb, da nach einer Siegesserie von drei gewonnenen Partien in Folge und durch großen kämpferischen Einsatz der Joker-Akteure auch das Publikum wieder begeisterungsfähig wurde und nach etlichen Wochen der sportlichen Magerkost wieder Freude am Hockey erfährt. 

Der Erfolg rührt auch daher, dass mit Bruno Müller ein Co-Trainer für die Abwehr zuständig ist und Juha Nokelainen aktiv das Training für den mit Knieproblemen geplagten Dieter Hegen auf dem Eis übernahm. Diese zeitlichen Belas- tungen gehen zudem zu sehr auf Kosten des Nachwuchses. Dieter Hegen behält aber weiterhin das Amt des Managers beim ESVK inne. Sein Nachfolger als Coach ist Uli Egen, der schon als Manager bei den Duisburger Füchsen in der DEL tätig war – der Coach der Füchse war seinerzeit Dieter Hegen. 

Mit Uli Egen hofft die Klubführung, einen Trainer für die Erfordernisse des Traditionsklubs zu stellen, er ist Allgäuer und kennt die Verhältnisse in Kaufbeuren. Sein Vater Markus Egen kam sogar schon Ende der sechziger Jahre direkt als Deutscher Nationaltrainer zum ESVK als Coach. Uli Egen begann seine Karriere beim EV Füssen, spielte dann für Düsseldorf, Preußen Berlin, Frankfurt und Kassel. Als Trainer und Manager kann Egen auf 20 Jahre Erfahrung bei verschiedenen Klubs zurückblicken, zuletzt bis August beim Oberligisten Kassel Huskies. 

Was sagt der Neue? 

Ulrich Egen soll es also richten. Nachdem Didi Hegen von seinen Aufgaben als Cheftrainer entbunden worden ist, hat die Vorstandschaft des ESV Kaufbeuren nun volles Vertrauen in den gebürtigen Füssener. Hegen bleibt aber weiterhin als Sportlicher Leiter im Amt. Aufgrund der nicht zufriedenstellenden sportlichen Situation habe man sich auf Seiten des ESVK bereits vor einigen Wochen dazu entschieden, einen neuen Coach zu engagieren, so Vorstandsmitglied Andreas Settele. Man wolle in Kaufbeuren unbedingt die Klasse halten. „Wir sahen uns zu diesem Schritt gezwungen“, so Settele weiter. Der Tabellenletzte hat jüngst eine Siegesserie von drei Erfolgen hintereinander gestartet. Vor dem Beginn der Zwischenrunde am 7. Februar will Kaufbeuren noch weitere Punkte sammeln, aber nun mit Uli Egen als verantwortlicher Coach an der Bande. Der Kreisbote sprach mit dem 57-Jährigen. 

Sehen Sie sich hier als „Feuerwehrmann“? 

Egen: „Das ist man doch immer, wenn man einen Job im Januar oder Februar annimmt. Mein und unser Ziel ist es, mit der Mannschaft nicht abzusteigen. Ganz klar, dafür arbeiten wir“. 

Verspüren Sie einen gewissen Druck, da die Vorstandschaft des ESVK auch im kommenden Jahr weiterhin in der DEL 2 spielen möchte? 

Egen: „Der Druck gehört dazu, sonst hätte ich doch den Job nicht angenommen. Es wird keine leichte Aufgabe werden. Wir werden schauen, wie es sich in den nächsten Wochen entwickelt“. 

Was packen Sie denn als Erstes an? 

Egen: „Wir müssen jetzt erst einmal die nächsten Spiele abwarten. Außerdem geht alles ja nicht von heute auf morgen. Wichtig ist, dass ich auf die Mannschaft eingehe“. 

Zusammen mit Didi Hegen? 

Egen: „Mit Didi spreche ich mehrmals täglich. Wenn ich Fragen habe – und die wird es geben – dann ziehe ich ihn natürlich hinzu. Didi will in dieser Situation natürlich auch nur das Beste für die Mannschaft. Er wird mir zur Seite stehen“. 

Sie gelten als harter Trainer? Stimmt das? 

Egen: „Ich bin ein fairer Trainer, der Wert auf Disziplin legt. Die Spieler sind Profis, verdienen mit Eishockey ihr Geld. Sie müssen also ihren Job machen. Ich bin ein Trainer, der Spieler besser machen will“. 

Wie ist ihr Eindruck von der Mannschaft? 

Egen: „Der Kader ist eindeutig zu klein. Goalie Stefan Vajs ist weiterhin verletzt. Positiv ist, dass die Mannschaft zusammenhält. Mein Eindruck ist, dass im Team eine gute Kameradschaft herrscht“. 

Ihr Vertrag geht bis zum Saisonende. Können Sie sich vorstellen, auch über dieses Saison hinaus Trainer des ESVK zu sein? 

Egen: „Oberstes Ziel ist es, Kaufbeuren in der DEL 2 zu halten. Ich mache mir noch keine Gedanken, was kommen könnte. Ich habe mein Ziel noch nicht erreicht“. 

Sonntag gegen Eislöwen 

Sein Heim-Debüt gibt der neue Coach am Sonntag, den 26. Februar, um 18 Uhr beim Match gegen Dresden in der Sparkassen Arena. Gern erinnern sich die Fans der Joker noch an den spannenden 2:0-Sieg im ersten Match nach der Wiedereröffnung der Arena im letzten Oktober zurück. DEL 2-Zwischenrunde Nach dem Ende der Hauptrunde am 2. Februar startet schon am Freitag, den 7. Februar die sogenannte Zwischenrunde bis hin zum 9. März. Unter Mitnahme der Punkte bilden die Teams auf den ungeraden und geraden Tabellenplätzen je eine Gruppe und spielen mit diesen Gegnern eine Einfachrunde mit je fünf Heim- und fünf Auswärtsspielen aus. Erst nach dieser Runde geht es in die Play-Offs beziehungsweise Play-Downs der vier Letztplatzierten. Die beiden Verlierer dieser Serie spielen dann mit den vier besten Oberligisten eine Qualifikationsrunde um vier freie Plätze der auf 14 Klubs aufgerüsteten DEL 2 in der Saison 2014/15 aus. von Stefan Günter & Werner Mayr

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