Ein unvergessliches Erlebnis

Jan-Erik Wild war Schiedsrichter bei den Military World Games in China

+
Jan-Erik Wild (SV Mauerstetten, 2. v. li.) leitete bei den Military World Games in Wuhan zwei Partien, hier das Match zwischen USA und Irland.

Mauerstetten – Jan-Erik Wild ist immer noch fasziniert. Auch Tage nach der Rückkehr von den Military World Games in Wuhan leuchten seine Augen. Der 30-Jährige war einer von insgesamt 40 Fußball-Schiedsrichtern, die bei diesem besonderen Highlight in Zentralchina zum Einsatz kamen. Rund 400 deutsche Sportsoldaten nahmen an diesem Spektakel teil.

Allein schon die Eröffnungsfeier war ein farbenprächtiges und energiegeladenes Spektakel, das seinesgleichen suchte. Mitten drin war auch Jan-Erik Wild, der die Zeremonie hautnah mitverfolgte. Seit 2004 pfeift Wild für den SV Mauerstetten. Seine Aufgabe in der Schiedsrichtergruppe Ostallgäu ist es, junge Talente voranzubringen, sie zu coachen und zu beobachten. Mit den Military World Games, die alle vier Jahre stattfinden, erlebte er nun als Soldat seinen persönlichen Höhepunkt. Als einziger bayerischer Schiedsrichter leitete er zwei Vorrundenspiele: USA – Irland und Ägypten – Kanada. Zudem wirkte er auch als Vierter Offizieller mit. An vier Spieltagen war der 30-Jährige im Einsatz, inklusive Vorbereitungen und Nachbetrachtungen der einzelnen Partien. Groß war das Zuschauerinteresse nur dann, wenn die chinesische Nationalmannschaft auflief. „Wenn ich kein Spiel hatte, konnte ich natürlich andere Sportarten anschauen“, erzählte Wild.

Besonders Sightseeing-Touren waren der absolute Renner. Denn die Zehn-Millionen-Metropole Wuhan wird auch das „Chicago des Ostens“ oder die „Stadt der Flüsse“ bezeichnet. „Es war alles so beeindruckend. Und es stimmt wirklich, was wir in Deutschland in den Medien so mitbekommen: China ist ein Überwachungsstaat“, betont e Wild und verwies im gleichen Atemzug auf die vielen Kameras, die überall an den Straßen hängen. „Du hast immer das Gefühl, dass du beobachtest wirst.“ Selbst die ländliche Region überzeugte mit neuwertiger Technologie. Schnelles Internet mit 5G sei hier Standard, auch werden Gesichtsscanner zur Kontrolle eingesetzt. „Du bist in einer komplett anderen Welt. Während der Military World Games fuhren mehrere Tankwägen mit Wasser durch die Straßen und machten sauber.“ Das chinesische Essen sei mit dem von Deutschland überhaupt nicht zu vergleichen. Er habe viele Geschmacksexplosionen erlebt. Doch was bleibt bei Jan-Erik Wild nach 16 Tagen Wuhan hängen? „Zum einen die unfassbare Größe. Überall gibt es LED-Beleuchtungen und Videos. Die Chinesen sind ein sehr aufgeschlossenes Volk und haben uns Europäer ständig fotografiert.“ Insgesamt blickt der Soldat und Referee der Schiedsrichtergruppe Ostallgäu auf eine tolle Zeit zurück. Es sei eine völlig andere Kultur. Wild sei bestimmt nicht das letzte Mal im Land des Lächelns gewesen.

von Stefan Günter

Auch interessant

Meistgelesen

Benjamin Maier schoss für den BSK Olympia Neugablonz schon 113 Pflichtspieltore
Benjamin Maier schoss für den BSK Olympia Neugablonz schon 113 Pflichtspieltore
Judoka Michael Roßberg vom TVK wird bei Veteranen-WM Siebter
Judoka Michael Roßberg vom TVK wird bei Veteranen-WM Siebter
Westendorfer Ringer gewinnen souverän gegen Bundesliga-Reserve aus Hallbergmoos
Westendorfer Ringer gewinnen souverän gegen Bundesliga-Reserve aus Hallbergmoos

Kommentare