Geisterspiele gehen an die Steelers

Joker müssen sich im DEL2-Vergleich mit den Steelers zweimal geschlagen geben

Eishockey-Torwart auf dem Eis
+
Normalerweise hat der ESVK im zweiten Drittel immer die eigene Fankurve zur Unterstützung im Rücken, doch diesmal blieben die Ränge gänzlich leer.

Kaufbeuren – Während Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga schon seit Monaten keine Ausnahme mehr sind, hat es nun auch den ESV Kaufbeuren erwischt. Am vergangenen Freitagmorgen bekam der Verein die Mitteilung, dass die Heimpartie am Sonntag gegen Bietigheim im Rahmen der Saisonvorbereitung ohne Zuschauer stattfinden muss. Der Inzidenzwert im Landkreis Ostallgäu hatte am Freitag die Grenze von 35 überschritten und so wurde dem ESVK die Zulassung von Zuschauern kurzfristig untersagt. 

An der fehlenden Kulisse, mit Ausnahme einer Handvoll Medienvertreter, lag es wohl nicht, dass der ESV Kaufbeuren auch den zweiten Vergleich mit den Bietigheim Steelers an diesem Wochenende verloren hatte. Dem 4:5 nach Verlängerung vom Freitag folgte am Sonntag im Rückspiel eine 1:4-Heimniederlage. Viel mehr als die beiden Testspielergebnisse schmerzen dem ESVK dagegen die fehlenden Einnahmen. „Das ist wirklich ärgerlich, denn bis zum Ausschluss der Zuschauer am Freitag hatten bereits über 800 Dauerkartenbesitzer ihr Ticket für die Partie am Sonntag gelöst. Somit hätten wir die ursprünglich zugelassenen 1.000 Zuschauer mit Sicherheit erreicht“, sagte ESVK-Pressesprecher Philippe Bader. Finanziell rechnet Bader mit einem Ausfall, der gut im fünfstelligen Bereich anzusiedeln ist. Betrachtet man die rein sportlichen Aspekte, so hat die zweite Partie gegen Bietigheim noch Luft nach oben offenbart. Die Gäste wirkten an diesem Abend immer einen Schritt spritziger in ihren Aktionen. Dem 1:0 von Norman Hauner in der achten Minute ging eine zwei auf eins Unterzahlsituation in der Rückwärtsbewegung voraus, wie man sie jedoch auch schon am Freitag in Bietigheim zugelassen hatte. Einen guten Eindruck hinterließ Jan Dalgic im Tor der Joker, der in vielen Aktionen gezeigt hatte, dass man auf ihn als Back-up von Stefan Vajs jederzeit bauen kann. Machtlos war jedoch auch er, als Riley Sheen auf und davon zog und den jungen Keeper zum 2:0 elegant tunnelte.

Während der ESVK noch etwas mit sich selbst haderte, gelangen den Steelers im zweiten Drittel zwei weitere Treffer zum 0:4. Die Joker waren zwar stets bemüht, doch hatte man es diesmal mit einem anderen Kaliber zu tun, als noch kurz zuvor in den beiden Spielen gegen den EV Füssen. Regelrecht erarbeitet hatten sich die Joker jedoch den Ehrentreffer zum 1:4 von Branden Gracel auf Vorarbeit von Sami Blomqvist. „Ich denke im taktischen Bereich müssen wir uns noch steigern“, sagte der verletzte Stürmer Max Lukes, der gerne gegen seine ehemaligen Mitspieler mit auf dem Eis gestanden wäre. Über seine in Bietigheim erlittene Verletzung wird es dagegen erst nach genaueren Untersuchungen Klarheit geben.

Gute Moral und ein Kämpferherz bewiesen die Kaufbeurer im letzten Drittel, als sie sogar eine doppelte Unterzahlsituation unbeschadet überstanden. Ungewohnt war die neue Konstellation auch für Stadionsprecher André Veil. „Durch die veränderte Akustik im Stadion mussten wir natürlich auch an der Technik etwas arbeiten“, sagte Veil, der natürlich darauf hofft, möglichst bald seine Ansagen wieder vor Publikum durchsagen zu können.

Mit der knappen 4:5-Niederlage vom Freitag war der Kaufbeurer Trainer Rob Pallin über weite Strecken gar nicht unzufrieden: „Das erste Drittel war leider sehr fehlerhaft, doch ab dem zweiten Drittel war es recht ordentlich und wir haben besseres Eishockey gespielt. Das Spiel war trotzdem sehr aufschlussreich für mich. Ich habe einige Dinge gesehen, an denen wir definitiv noch arbeiten müssen“. Die Treffer für den ESVK erzielten Tyler Spurgeon (2), Max Oswald und Fabian Koziol. Neben den Ausfällen von Jan Bednar und Joey Lewis mussten die Joker während der Partie auch noch verletzungsbedingt auf Max Lukes und Sami Blom­qvist verzichten.

Weiter geht es für den ESVK im Rahmen der Saisonvorbereitung bereits am kommenden Freitag um 19.30 Uhr mit dem Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars. Am Sonntag um 18.30 Uhr gastieren die Joker dann bei den Heilbronner Falken. Inwieweit für die nächsten Spiele wieder Zuschauer zugelassen werden, darüber informiert der Verein kurzfristig. Infos zu den aktuellen Corona-Bestimmungen gibt es täglich auch unter www.kreisbote.de.

von Thomas Schreiber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

ESVK verliert beide Spiele und wartet auf Neuzugänge
Kaufbeuren
ESVK verliert beide Spiele und wartet auf Neuzugänge
ESVK verliert beide Spiele und wartet auf Neuzugänge
Der Marktoberdorfer Fußballprofi Kevin Volland über seine neuen Eindrücke bei der AS Monaco, Coach Niko Kovac und den FC Thalhofen
Kaufbeuren
Der Marktoberdorfer Fußballprofi Kevin Volland über seine neuen Eindrücke bei der AS Monaco, Coach Niko Kovac und den FC Thalhofen
Der Marktoberdorfer Fußballprofi Kevin Volland über seine neuen Eindrücke bei der AS Monaco, Coach Niko Kovac und den FC Thalhofen
Hart gekämpft in Turin
Kaufbeuren
Hart gekämpft in Turin
Hart gekämpft in Turin
Branden Gracel bleibt bei den Jokern
Kaufbeuren
Branden Gracel bleibt bei den Jokern
Branden Gracel bleibt bei den Jokern

Kommentare