Zwei Niederlagen

Joker bleiben am Wochenende ohne Punkte

ESV Kaufbeuren Mannschaft Spiel gegen Tölzer Löwen.
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Wenn John Lammers vor dem gegnerischen Tor auftaucht wird es gefährlich.

Kaufbeuren – Das vergangene Wochenende hat sich der ESV Kaufbeuren mit Sicherheit anders vorgestellt. Der 2:6-Heimpleite vom Freitag gegen die Tölzer Löwen, folgte am Sonntag eine knappe 4:3-Niederlage bei den Bayreuth Tigers. Doch die beiden Niederlagen haben auch aufgezeigt, dass in der Entwicklung der Mannschaft derzeit einiges im Argen liegt. Nicht nur die beiden Niederlagen, auch die Art und Weise wie sich der ESVK präsentierte, wirft Fragen auf.

Die Tölzer Löwen kamen mit der Hypothek im Gepäck, zuletzt sechs Auswärtsspiele in Serie verloren zu haben. Doch an mangelndem Selbstvertrauen war in Kaufbeuren nichts zu spüren. Zudem hatte Bad Tölz einmal mehr nur 13 Feldspieler zur Verfügung. „Hut ab vor meiner Mannschaft, es ist Wahnsinn woher sie die Energie nehmen“, sagte der überglückliche Gästetrainer Kevin Gaudet.

Enttäuschend

Dagegen enttäuschte der ESVK nach dem guten Auftritt gegen Frankfurt über weite Strecken der Partie und erntete dafür berechtigterweise Kritik. Auch Joker-Trainer Rob Pallin fand außer lobenden Worten für ein starkes Gäste-Team wenig Ansatzpunkte, wie er die Leistung seiner Truppe wieder korrigieren kann. „Jeder Einzelne muss individuell noch zulegen und härter an sich arbeiten und dabei auch mal in den Spiegel blicken“, sagte Pallin mit Enttäuschung über den Ausgang. Auffallend war jedoch, dass ausgerechnet der Minikader der Tölzer Löwen dem ESVK immer einen Schritt voraus war und auch die bessere Körpersprache an den Tag legte. Einzig die Reihe mit den Torschützen John Lammers und Tyler Spurgeon konnte die dezimierte Tölzer Abwehr etwas unter Druck setzen. Insgesamt sah der Kaufbeurer Trainer zu wenig Effektivität im Angriffsdrittel. „Wir schaffen es einfach nicht genügend Chancen zu kreieren“, haderte der Trainer. Dabei hatte er im Vergleich zu der gewonnenen Partie gegen Frankfurt noch die Sturmreihen zwei bis vier durcheinander gewechselt, aber es fehlte ihnen ganz deutlich an Produktivität. Auch das eigene Überzahlspiel, bei dem die Joker noch einen respektablen Mittelfeldplatz einnehmen, ließ an diesem Abend viele Wünsche offen. Warum ausgerechnet der von Ex-Trainer Andreas Brockmann zum Verteidiger umfunktionierte Alexander Thiel nun wieder im Angriff zum Einsatz kommt, obwohl es in der Abwehr offensichtlich mehr Handlungsbedarf gibt, ist derzeit eine von vielen Baustellen, die es nun zu lösen gibt. Von der angestrebten besseren Ausgeglichenheit aller Sturmreihen ist man derzeit weit entfernt, da einfach auch Leistungsträger vergangener Jahre in dieser Saison noch hinter den Erwartungen geblieben sind.

Beim Auswärtsspiel in Bayreuth traf man auf einen Gegner, der keineswegs stärker war, der jedoch aus weniger Torschüssen seine Tore erzielte. Dabei machten die Tigers drei ihrer vier Tore im Überzahlspiel. Nachdem die Joker das frühe 1:0 weggesteckt hatten, konnten sie durch Tore von Branden Gracel und Tobias Wörle mit einer knappen 2:1-Führung in die erste Pause gehen. Doch durch zwei weitere Strafen drehte Bayreuth die Partie zu einer 3:2-Führung und fortan mussten die Joker einem Rückstand hinterherlaufen.

Auf das 4:2 im letzten Drittel reagierte der ESVK zwar noch mit dem Anschlusstreffer von John Lammers, doch zu mehr reichte es auch diesmal nicht. Bezeichnend für die aktuelle Verunsicherung war die kleine Bankstrafe für den ESVK wegen Spielen mit zu vielen Feldspielern in der Schlussphase, als man noch die Möglichkeit hatte, den Torhüter vom Eis zunehmen.

Viel Zeit zum Aufarbeiten bleibt Trainer Rob Pallin nicht, denn bereits am Dienstag um 20 Uhr steht das Nachholspiel bei den Heilbronner Falken auf dem Programm. Am kommenden Freitag zur gleichen Zeit sind die Joker dann zu Gast bei den Bietigheim Steelers. Beide Spiele sind wie immer über Sprade TV zu empfangen.

Thomas Schreiber

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