Auf der Überholspur

DNL-Spieler Philipp Krauß stürmt aus dem Nachwuchs in die Top-Reihe der Joker

Philipp Krauß vom ESVK
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Nachwuchsspieler Philipp Krauß vom ESVK.

Kaufbeuren – Für den 19-jährigen Philipp Krauß verläuft die aktuelle Eishockeysaison gerade wie im Traum. Eigentlich hatte sich der Stürmer auf eine spannende Saison in der DNL gefreut, in die der Nachwuchs des ESV Kaufbeu­ren letzte Saison aufgestiegen ist. Dazu sollten noch gelegentliche Einsätze für den EV Füssen folgen, für die Krauß eine Förderlizenz erhielt. Dass jedoch bereits sein erster Einsatz für den Oberligisten zu seinem Sprungbrett werden könnte, daran war nicht zu denken.

Im ersten Testspiel der Vorbereitung zwischen beiden Kooperationspartnern gewann der ESVK zwar mit 6:2 gegen Füssen, doch beide Tore gegen die Joker gingen auf das Konto von Krauß. „In der folgenden Woche hat mich Rob Pallin angerufen, dass ich künftig mit der ersten Mannschaft des ESVK trainieren soll“, erzählte der ehrgeizige Sportler von seiner ersten Beförderung. Krauß gehört zur Gilde der wasch­echten Kaufbeu­rer, der bereits mit drei Jahren in der traditionellen Eishockeyschule seine ersten Schritte wagte. Nachdem er alle Nachwuchsmannschaften beim ESVK durchlaufen hat, gehörte der Aufstieg mit der DNL-Mannschaft zu seinen größten Erfolgen. Neun Spiele absolvierte das Team in dieser Saison, bis die Spielzeit bis auf Weiteres unterbrochen wurde. Mit sieben Toren und drei weiteren Vorlagen hatte Krauß großen Anteil daran, dass die U20 des ESV Kaufbeuren derzeit auf Platz eins pausieren kann.

Gute Ansätze

Statt zu Hause zu sitzen wie viele seiner Mannschaftskameraden, hat er sich nun im Kader der ersten Mannschaft nicht nur für weitere Einsatzzeiten empfohlen, sondern bekam den nächsten Ritterschlag. „Nachdem Patrick Reimer uns wieder verlassen hat, kam der Trainer auf mich zu und sagte, dass ich mit Tyler Spurgeon und John Lammers in einer Reihe spiele“, erzählte der junge Angreifer, der zunächst dachte, er sei im falschen Film. „Das ist natürlich großartig für mich, denn von beiden kann ich im Spiel und im Training sehr viel lernen und abschauen. Wir reden auch viel miteinander und ich bin um jeden Tipp dankbar“, sagte Krauß über seine beiden Sturmpartner. Doch auch Trainer Pallin hat erkannt, dass der 19-Jährige gute Ansätze hat.

„Ich fühle mich vor dem Tor sehr wohl und gehe auch dort hin wo es weh tut“, erzählte der Rookie, der bei seinen bisher erzielten Toren auch von den glänzenden Vorlagen seiner beiden kanadischen Sturmpartner profitiert. Dass er dabei vom Trainer auch Eiszeiten in Über- und Unterzahl bekommt, stärkt sein Selbstvertrauen. „Pallin ist ein ruhiger, sachlicher Trainer, der viel mit uns Spielern spricht“, sagte Krauß.

Die Coronakrise ging auch an ihm nicht spurlos vorüber. „Ich muss mich im Zweikampf wieder verbessern. Außerdem war die eine oder andere dumme Strafzeit dabei“, so der Spieler selbstkritisch. Die ganze Mannschaft sucht derzeit nach der richtigen Form. Für ihn persönlich sei jedoch wichtig, dass diese Saison insgesamt zu Ende gespielt werden kann und dass auch alle Teams diese Spielzeit wirtschaftlich überstehen. Für weitere Aktivitäten abseits des Eishockeys bleibt aktuell nicht viel Zeit, denn nebenbei absolviert er in Kempten ein Studium zum Wirtschaftsingenieur.

von Thomas Schreiber

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