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Die Kaderplanung ist kein Wunschkonzert

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Von: Thomas Schreiber

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Michael Kreitl ESVK
ESVK-Geschäftsführer Michael Kreitl verbringt derzeit mit der Kaderplanung viel Zeit hinter dem Schreibtisch. © Thomas Schreiber

Kaufbeuren – Für den ESV Kaufbeuren ist die Saison beendet, doch hinter den Kulissen wird bereits kräftig an der Mannschaft für die kommende Saison gebastelt.

Im Grunde genommen tue man das bereits seit Beginn des Jahres, denn die ersten losen Gespräche mit den Spielern werden erfahrungsgemäß schon im Januar geführt, bestätigt Geschäftsführer Michael Kreitl, der nun in den nächsten Wochen und Monaten richtungsweisende Entscheidungen für die kommende Spielzeit treffen muss. „Das ist nicht so einfach, als wenn man sich auf der Playstation sein Team zusammenstellt“, beschreibt Kreitl seine Aufgabe, die bei weitem kein Wunschkonzert ist. Grundlage dafür ist immer die Budgetplanung zusammen mit den Gesellschaftern, doch sieht Kreitl den ESVK in diesem Bereich durchaus im Mittelfeld der DEL2 angekommen. „Wir haben uns insgesamt als Verein seit dem Umzug ins neue Stadion deutlich nach vorne entwickelt und sind sicher keine schlechte Adresse in der Liga. Dennoch haben wir die Finanzen immer genau im Blick und werden nichts Unvernünftiges machen“, beschreibt der langjährige DEL-Profi die Prämisse beim ESVK.

Für die Lizenzierung muss der Verein drei Torleute und 18 Feldspieler unter Vertrag haben. „Wir planen dabei neben den Torhütern mit acht Verteidigern und zwölf oder 13 Stürmern“, sagt Michael Kreitl, der die Zusammenstellung als ein großes Puzzlespiel beschreibt. Zwei Kaderstellen müssen dabei mit U21 Förderspielern belegt sein, die beim ESVK aktuell mit Yannik Burghart und Leon van der Linde besetzt sind. Die Ü24 Kaderstellen sind auf 15 Spieler begrenzt, der Rest muss mit jüngeren Spielern aufgefüllt werden. Bleiben da noch die vier Kontingentstellen, die auf maximal sechs pro Saison begrenzt sind. „Die können am Ende hin natürlich auch zum Joker werden, wenn sich der eine oder andere deutsche Transferwunsch nicht erfüllt hat“, sagt der sportliche Leiter.

Wie sich der aktuelle Spielermarkt in diesem Sommer entwickelt, mag Kreitl zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorhersagen. Insbesondere in Nordamerika hat es zusätzlich in allen Ligen neue Mannschaften gegeben, so dass der Markt aus Übersee sicher nicht größer geworden ist.

Doch zunächst einmal ist der bestehende Kader immer die erste Anlaufstation, wenn es darum geht, insbesondere die eigenen jungen Leute weiter im Verein zu halten. „Diesen Weg wollen wir natürlich weitergehen, auch wenn wir nicht alle mit einem Profivertrag ausstatten können“, spricht Kreitl über die Philosophie des Vereins.

Den Markt zu beobachten, gehört zum Kerngeschäft, doch Neuverpflichtungen gehen ausschließlich über die Agenten der Spieler. „Natürlich hat man Wunschspieler auf dem Zettel, doch auch nicht jeder will nach Kaufbeuren. Oder die Vorstellungen passen nicht zusammen. Ein Spieler sagte mal zu mir, er möchte lieber in einer Großstadt leben, damit konnte ich natürlich nicht dienen“, erzählt Kreitl mit einem Schmunzeln.

Kommt man sich über die Agenten näher, darf natürlich auch das persönliche Gespräch mit dem Spieler nicht fehlen. „Die Spieler wollen ja auch wissen, welche Rolle im Team für sie angedacht ist und welche Philosophie der Trainer verfolgt“, schildert der Sportchef die Inhalte solcher Gespräche. Dennoch muss bei einem Transfer auch das gute Gefühl mitspielen, denn nicht jeder prominente Name oder noch so gute Statistiken garantieren für eine starke Saison. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man nur eine gute Leistung bringen kann, wenn man sich wohl fühlt. Für ausländische Spieler ist es auch ein Kriterium, ob bereits Landsleute im Kader stehen oder der Trainer deren Sprache spricht“, erzählt der langjährige Profi aus seinen Erfahrungen.

Da der ESVK bei den Wintertransfers noch die eine oder andere kurzfristige Absage erhalten hat, obwohl scheinbar schon alles in trockenen Tüchern war, hält Michael Kreitl nichts von den sogenannten Wasserstandsmeldungen. „Erst wenn die Tinte trocken ist, melden wir Vollzug“, sagt der sportliche Leiter in Hinblick auf die nächsten Wochen.

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