„Da ist nichts mehr zu retten“

Kaufbeurer Schalke-Fans Manfred und Dustin Hennes 
sprechen über die sportliche Talfahrt

Fußball_Dustin Hennes auf Schalke_Arena - Foto Hennes
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Schalke-Fan Dustin Hennes hat es momentan nicht leicht: Die Königsblauen katapultieren sich in Richtung Zweite Bundesliga.

Kaufbeuren/Gelsenkirchen – Wer Fan des FC Schalke 04 ist, hat es seit Wochen und Monaten nicht leicht. Die sportliche Talfahrt der Königsblauen hält weiterhin an. Im Juni 1981 stieg das Team aus Gelsenkirchen aus dem Bundesliga-Oberhaus in die Zweite Bundesliga ab. 40 Jahre später kann den Gelsenkirchener dieses Szenario erneut passieren. Es wäre übrigens der vierte Abstieg der Vereinsgeschichte.

Seit 50 Jahren ist Manfred Hennes aus Kaufbeuren Schalke-Fan. Schon damals habe ihm die Mannschaft zugesagt. In den 1970er Jahren hatte der FC Schalke 04 seine Glanzzeit. Klaus Fischer führte die Königsblauen zur Vizemeisterschaft und zum Pokalsieg. Doch diese glorreichen Zeiten sind längst vorbei. Das Schlusslicht der Bundesliga brüstet sich aktuell mehr mit Skandalen und Turbolenzen als mit sportlichen Erfolgen. „Die vielen Querelen der vergangenen Jahre stumpfen mich schon ab. Schalke hat zusehends schlecht gewirtschaftet“, so Hennes. Bisher sah er schon 16 Niederlagen in der laufenden Bundesliga-Runde vor dem TV-Gerät. „Nachdem zu Saisonbeginn die ersten Spiele verloren gingen, war mir schon klar, dass Schalke um den Abstieg spielen wird.“ Obwohl rechnerisch für die Königsblauen noch alles möglich ist, für den Kaufbeurer Schalke-Fan steht fest: Schalke wird absteigen. „Sicherlich würde ich mich freuen, wenn sie noch die Kurve bekommen würden. Aber ich bin Realist. Sie müssten ab sofort alles gewinnen.“

Was vier Trainer zuvor nicht geschafft haben, wird für den fünften Cheftrainer in dieser Spielzeit zur Herkulesaufgabe. Dimitrios Grammozis soll den Neuaufbau bei Schalke 04 einläuten. „Wenn ich ehrlich bin, hatten die Trainer doch nie eine Chance“, so Manfred Hennes.

Auch sein Sohn Dustin ist Fan der Königsblauen und hat so seine ganz eigene Theorie in der aktuellen Situation. „Immer wird alles nur auf den Trainer geschoben. Man sollte auch mal bei den Spielern anfangen, auch sie in die Pflicht nehmen“, fehlt ihm beim Anblick der nötige Kampf und Biss im Abstiegskampf. Von daher sei auch für ihn der Abschied aus der Bundesliga die logische Konsequenz. „Da ist nichts mehr zu retten. Statistisch gesehen hat noch keine Mannschaft mit so wenigen Punkten die Klasse halten können.“

Vater und Sohn erinnern sich gerne an bessere Zeiten der Schalker zurück, als die Königsblauen vor sechs Jahren in der Championsleague knapp das Wunder gegen Real Madrid schafften. Am Ende fehlte nur ein Tor. Von einer internationalen Daseinsberechtigung sind die Knappen meilenweit entfernt. „Sicherlich schaue ich mir die Spiele weiter an. Allerdings ärgere ich mich bei Niederlagen und stelle dann fest: Ich hätte die Zeit anderweitig sinnvoll verbringen können.“

Trotzdem schlägt sein Herz weiterhin für den FC Schalke 04. Die Stimmung in der Arena sei mit Worten nicht zu beschreiben. „Das kann man sich nicht vorstellen“, wird Manfred Hennes auch in Zukunft den weiten Weg auf sich nehmen, um irgendwann wieder ein Spiel seines FC Schalke 04 live anzuschauen. Für ihn und seinen Sohn Dustin bleibt nur noch die Hoffnung, dass Dimitrios Grammozis die Spieler wachrüttelt, damit sie gemeinsam den Karren aus dem Dreck ziehen.

von Stefan Günter

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