„Kein Biss mehr“

Benjamin Kleiner von der SVK hört als aktiver Spieler auf

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Benjamin Kleiner.

Kaufbeuren – Wer derzeit auf den Kader der SpVgg Kaufbeuren blickt, dem fällt auf, dass ein Großteil der Spieler dem Verein und dadurch der Landesliga-Truppe den Rücken zugewandt hat. Unter den zahlreichen Leistungsträgern ist auch Benjamin Kleiner, der nicht mehr aufgeführt wird.

Zehn Jahre spielte der mittlerweile 33-Jährige ununterbrochen für die SVK. Er kam auf 280 Spiele, erzielte dabei 20 Tore, viermal wurde Kleiner mit Rot und fünfmal mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen geschickt. Doch jetzt ist Schluss. Im Interview mit dem Kreisbote erzählt Benjamin Kleiner, warum er jetzt aufhört.

Warum kicken Sie nicht mehr mit?

Kleiner: Ich spiele seit 30 Jahren Fußball und habe Saison für Saison alles dafür getan, um erfolgreich Fußball zu spielen. Und irgendwann habe ich den Entschluss gefasst, dass es für mich an der Zeit ist, andere Wege zu gehen, mit dem aktiven Fußball aufzuhören, mehr Freizeit zu haben. Selbst beruflich hat sich bei mir in den vergangenen Jahren viel getan und angestaut. Ich habe nicht mehr den Biss, dies aktiv fortzuführen.

Sie werden seit Wochen mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht. Wie gehen Sie damit um?

Kleiner: Auf der einen Seite ist es schon der Wahnsinn: Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass um meine Person so ein ­Hype gemacht wird. Es gehen viele Gerüchte herum, ich hätte bei vielen Vereinen bereits eine Zusage gegeben. Da ist nichts dran. Ich habe mich bewusst entschieden, mit dem Fußball eine Pause einzulegen. Ich möchte nicht ausschließen, dass ich irgendwann einmal bereit bin, als Spielertrainer weiterzukicken. In der jetzigen Phase beende ich aktive meine Fußballkarriere. Wenn ich noch weiter den Biss hätte, dann würde ich nur noch für die SpVgg Kaufbeu­ren spielen.

Wie ist es für Sie von außen zuzuschauen und nicht mehr einzugreifen?

Kleiner: Es ist für mich sehr schwer, die Jungs spielen zu sehen. Sie geben mit Sicherheit volle 90 Minuten alles, kämpfen, wollen alles aus sich herausholen. Es ist eine Umgewöhnung für die jungen Spieler, die aus dem A-Jugendbereich herausgekommen sind. Sie müssen im Herrenbereich Fuß fassen. Sie müssen viel lernen, auch als Mannschaft. Ich wünsche mir, dass sie sich zusammenfinden, lernen, um in der Landesliga bleiben zu können, was aber sehr schwer sein wird.

Es ist ein harter Einschnitt für die Mannschaft und den Verein. Viele erfahrene Spieler sind weg. Neben Ihnen hat auch noch Domenik Bachmann, ein Urgestein der SVK, die Fußballschuhe an den Nagel gehängt.

Kleiner: Dass auf einmal zwölf bis 13 Spieler den Verein verlassen, ist natürlich sehr bitter. Eine komplette Mannschaft hat sich verabschiedet. Bei Domenik Bachmann und bei mir kann man es aufgrund des Alters verstehen, dass wir unsere Karriere beenden.

Sie lassen es also für sich offen, ob und wann Sie wieder zurückkommen?

Kleiner: Genau, das möchte ich offenlassen. Ich möchte einfach mal den Fußball beiseite schieben. Ich bleibe dem Fußball und der SVK stets verbunden und was die Zukunft bringt, ob als Trainer oder auf Funktionärsebene, darüber möchte ich noch keine Entscheidung treffen.

Aber wenn, dann nur bei der SpVgg Kaufbeuren? Oder kommt auch ein anderer Verein in Betracht?

Kleiner: Ich bin schon stark mit der SVK verwurzelt. Ich habe dem Verein einiges zu verdanken, er bestimmt auch mir. Von dem her wird meine erste Wahl immer die Spielvereinigung sein. Man soll im Leben nie ‚nie‘ sagen. Auch das halte ich offen.

Interview: Stefan Günter

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