Wechselbörse in Coronazeiten

Kein Spielbetrieb, aber eine Fülle an Kaderveränderungen im Ostallgäu

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Der neue Spielertrainer der Spielgemeinschaft Bertoldshofen-Sulzschneid, Maximilian Moll (Mitte), mit Co-Trainer Andreas Teibtner (links) und Torwarttrainer Markus Neuber.

Landkreis – Noch ist nicht absehbar, ob Anfang September der Ball wieder rollt. Zwar hat der Bayerische Fußball-Verband diesen Termin anvisiert, doch zum jetzigen Zeitpunkt kann nur spekuliert werden. Allerdings melden die Vereine personelle Veränderungen. Zum Teil wechseln Spieler, die höherklassig gekickt haben, zu unterklassigen Vereinen.

Bestes Beispiel ist Lukas Göttle, der vom Bayernligisten TSV Landsberg zum FC Buchloe in die Kreisklasse geht. Damit gibt es ein Wiedersehen mit den Brüdern Dominik und Patrick Zinner sowie Marcel Halder. Das Quartett kickte bereits vor vier Jahren zusammen für den Landesligisten SpVgg Kaufbeuren. Der ehemalige Kicker der SVK, Jonas Meichelböck, der zuletzt das Trikot für den TSV Landsberg überzog, schließt sich der Spielgemeinschaft Amberg/Wiedergeltingen als Spielertrainer an. Ihm zur Seite stehtThomas Waltenberger. Der 24-Jährige kommt vom BSK Olympia Neugablonz und wird ebenfalls als Spielertrainer dort agieren. Waltenberger laborierte einen langwierigen Kreuzbandriss aus, wollte eigentlich beim BSK wieder durchstarten. „Jonas und ich sind seit vielen Jahren gut und eng befreundet. Von daher freue ich mich sehr auf die Aufgabe“, sagt Waltenberger, der sich diesen Schritt wohlwollend überlegt hat. „Der BSK hat ein klasse Umfeld. Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen.“

Der Plan von Maximilian Moll war eigentlich ein ganz anderer: Der 25-jährige Kicker wollte eigentlich beim Bayernligisten TSV Kottern bleiben, doch tat sich eine berufliche Perspektive auf. „Ich habe im jungen Alter eine Chance, die ich mir einfach nicht entgehen lassen möchte“, erzählt der 25-jährige Mittelfeldspieler, der nach acht Jahren Landesliga- und Bayernliga-Einsätzen nun eine neue Aufgabe hat: Spielertrainer bei der SG Bertoldshofen-Sulzschneid. Bertoldshofen ist seine Heimat. Dort erlernte er die ersten Schritte. Moll kickte bis zur E-Jugend. Nicht nur sein Opa trainierte die Mannschaft, auch sein Vater, Werner Moll, zeichnete hier verantwortlich. Weil der 57-Jährige nun seit Mai Bürgermeister der Gemeinde Lechbruck ist, ist eine Ausübung dieser Tätigkeit nicht mehr machbar. Nun trainiert Maximilian Moll die erste Mannschaft. Er sei hellauf begeistert. „Ich bin wieder mit den Jungs zusammen, mit denen ich früher das Fußballspielen begonnen habe.“ Schon vor der Corona-Pandemie stand sein Entschluss fest, den TSV Kottern zu verlassen. Es kam früher als erwartet. Anders als in seinen Engagements bei der SpVgg Kaufbeuren, dem BCF Wolfratshausen und de TSV Kottern gibt es bei der Spielgemeinschaft keinen Leistungsdruck. Seit wenigen Wochen ist er bereits mit seinem Team im Training, Testspiele sind schon geplant.

Unterdessen hat Alessandro Mormina eine schöpferische Pause eingelegt. Nach einer schweren Knieverletzung, die ihn fast zwei Jahre zurückwarf, kehrt der 24-Jährige dem BSK Olympia Neugablonz erst einmal den Rücken zu. „Meine Entscheidung hat überhaupt nichts mit dem Verein oder den Spielern zu tun. Die Verletzungen haben mir irgendwie den Spaß genommen, sodass ich mich erst einmal auf mein Studium konzentriere“, so Mormina. Fußball sei immer seine Leidenschaft. „Sicherlich vermisse ich diesen Sport“, ergänzt er. Von klein auf sei er auf dem Platz gestanden, habe die positiven und negativen Seiten des Fußballs kennengelernt. Jetzt wolle er erst einmal durchatmen und einen Schlussstrich ziehen. „Es ist noch kein finales Ende“, macht er gegenüber dem Kreisbote deutlich. „Wer weiß, was in einem halben Jahr ist. Vielleicht will ich dann wieder Fußball spielen“, so Mormina, der eine Rückkehr zum BSK Olympia Neugablonz zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließt.


Stefan Günter

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