Unter strengen Auflagen

Kontakttraining im Ringen: Kaderathleten Stechele und Kraemer dürfen wieder ran

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Christopher Kraemer steigt langsam ins Mattentraining ein. Als Unterstützung dient hier eine Ringerpuppe.

Westendorf – Die sechste Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bringt für die Ringer des TSV Westendorf wieder neue Lockerungen. So ist nun für eine größere Gruppe im Innenbereich ein Training ohne Körperkontakt möglich. Unterdessen dürfen nur die beiden Bundeskaderathleten Niklas Stechele und Christopher Kraemer unter strengen Auflagen wieder dem Kontaktsport auf der Matte nachgehen.

Es darf wieder gerungen werden, auch am Stützpunkt in Heidelberg. Niklas Stechele mit seinen Team- und Trainingskollegen Horst Lehr, Viktor Lyzen und Tamirlan Bicekuev (vordere Reihe, v. li.) sowie Nico Megerle, Alexander Semisorow und Shamil Ustaev (hintere Reihe, v. li.).

Am Stützpunkt in Heidelberg geht es für den DRB-Kaderathleten Niklas Stechele wieder ordentlich zu Sache. Dreimal die Woche ist ein Training auf der Matte angesetzt, dazu kommen noch Kraft- und Laufeinheiten sowie ein Zirkeltraining. „Ich bin froh, dass wir wieder unter normalen Umständen trainieren dürfen“, sagt Stechele, der seit knapp zwei Wochen wieder in Heidelberg am Stützpunkt ist. Sein Studium vor Ort läuft allerdings immer noch online ab. Der 19-Jährige ist in der glücklichen Lage mit weiteren Kaderathleten zu trainieren. „Wir sind eine tolle Truppe. Es wird viel gelacht und klar: Es macht viel mehr Spaß als vorher allein.“ Die Intensität der Einheiten werde auch von Woche zu Woche zunehmen. Primär steht erst einmal technisches Ringen auf der Tagesordnung, was zur Folge hat, dass gewisse Situationen auch mal ausgekämpft werden. „Wir gehen aber vorerst nicht an unsere Leistungsgrenze“, betont Niklas Stechele.

Ganz anders ist die Lage bei Christopher Kraemer. Der 24-Jährige ist zwar schon wieder im Training, an ein intensives Mattentraining ist allerdings noch nicht zu denken. Der Heilungsprozess nach seinem Kreuzbandriss schreitet voran. Das Knie ist stabil. „Es ist schon eine enorme Erleichterung, dass ich auf die Matte darf. Ich werde es aber ruhig und mit einer gewissen Ehrfurcht angehen“, sucht Kraemer ein gesundes Mittelmaß, um dann wieder durchzustarten. Zweimal die Woche trainiert der DRB-Kaderathlet derzeit zusammen mit den Westendorfer Athleten im Außenbereich, hinzu kommt noch sein spezielles individuelles Einzeltraining im Kraft- und Ausdauerbereich. „Sicherlich macht es auch mir mehr Spaß in der größeren Gruppe zu trainieren als ständig allein. So können wir uns gegenseitig pushen.“

Christopher Kraemer steigt langsam ins Mattentraining ein. Als Unterstützung dient hier eine Ringerpuppe.

Niklas Stechele und Christopher Kraemer haben beide ein Ziel: Sie wollen für die im Oktober geplante neue Saison fit werden. In welcher Form eine Bundesliga-Runde überhaupt stattfindet, steht derzeit nicht fest. Der Deutsche Ringer-Bund ist hier mit den Vereinen im ständigen Austausch.

Während Kraemer bereits in seine zweite Saison für die Red Devils Heilbronn geht, schnürt Stechele zum ersten Mal seine Ringerstiefel für den SC Siegfried Kleinostheim. „Sicherlich tauschen wir uns über die aktuelle Situation aus, wir sprechen viel untereinander. Ich bin zuversichtlich, dass es heuer noch Wettkämpfe gibt“, erwartet Niklas Stechele aber einige Einschränkungen. Internationale Einsätze mit der Nationalmannschaft sind vorerst nicht geplant.

Dagegen ist Christopher Kraemer noch skeptisch. „Wir brauchen die Fans, die Zuschauer in der Halle“, kann er sich eine Runde ohne Publikum erst einmal gar nicht so richtig vorstellen. Publikum in der Halle auf Abstand, sogar mit einer Mund-Nasen-Bedeckung – das sei für ihn schon irgendwie abstrakt. „Macht es wirklich Sinn, Kämpfe so durchzuführen?“, fragt er im Gespräch mit dem Kreisbote. Anders als in der Fußball-Bundesliga können es sich Ringervereine in keiner Weise finanziell leisten, regelmäßige Corona-Tests durchzuführen. „Diese Kosten wären enorm“, stellt Kraemer fest. „Auch ich wünsche mir, dass die Saison stattfindet, allerdings kann ich es mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen.“

Der TSV Westendorf nimmt am kommenden Dienstag an einer vom Bayerischen Ringer-Verband initiierten Videokonferenz teil. Danach übermittelt der BRV einen Fragebogen an alle Vereine, die am Ligenbetrieb teilnehmen. Am 22. Juli erfolgt dann die finale Entscheidung, wie und ob in Bayern gerungen wird.

von Stefan Günter

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