Konzentration und Geschicklichkeit

Schwäbische Meisterschaften im Jugend-Kart-Slalom: Obergünzburger schneiden gut ab

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In der Klasse Zwei der Zehn- bis Elfjährigen steht ein Fahrer des MSC Obergünzburg ganz oben auf dem Podest: Mathis Benende vom MSC Obergünzburg, Zweiter Platz Justin Khamngoen von der MSG Sonthofen und Dritter Platz für Jerome Benende vom MSC Obergünzburg.

Obergünzburg – Am letzten Septemberwochenende war der MotorSportClub MSC Obergünzburg Ausrichter der Schwäbischen Meisterschaften im Jugend-Kart-Slalom.

Jugend-Kart-Slalom ist ein beliebter Einsteigersport in den Motorsport für Kinder und Jugendliche von acht bis über 18 Jahren, wobei der Kartslalom die Breitensportvariante des Kartsports ist. Es wird mit Karts mit 6,5-PS-Viertaktmotoren auf Parkplätzen oder ähnlichen befestigten Plätzen auf einem mit Pylonen abgesteckten Kurs gegen die Zeit gefahren. Dabei ist immer nur ein Fahrer auf der Strecke. Den sonst oft bei Motorsportveranstaltungen auftretenden Motorenlärm und Abgasgeruch sucht man hier vergebens. MSC-Vorstand Rennwarth Lehnert klärt auf: „Unsere beiden neu angeschafften Karts haben Katalysator und Schalldämpfer.“ In dem im Jahr 1975 gegründeten Verein, der auch im ADAC, im Bayerischen Motorsportverband und im Bayerischen Landes Sport Verband BLSV organisiert ist, seien etwa 100 Mitglieder eingetragen, sagt Lehnert. Es gibt zehn Jugend-Kart-Fahrer, darunter auch ein Mädchen. Für Tanja Kennerknecht vom MSC Sonthofen waren die bevorstehenden Rennläufe kein Problem: „Die Mamas sind nervöser als wir Fahrerinnen“.

Manchmal ist bei allzu forschen Lenkmanövern ein Reifenquietschen zu hören, aber Manuel Freitag, Jugendleiter beim Bayerischen Motorsport Verband im Bezirk Schwaben, erläutert: „Wenn’s zu laut quietscht, verliert man Zeit.“ Er organisiert die Jugendarbeit und Wettkämpfe in rund 20 Vereinen in Schwaben. „Der Kart-­Slalom ist keine Raserei, sondern Konzentration und Geschicklichkeit“. Der erste Blick nach dem Erreichen der Bremszone im Ziel gilt immer der Zeitanzeige und dann der Strecke wegen umgefallener Pylone. Denn jeder umgefallene Kegel kostet zwei Strafsekunden extra und wird von Wertungsrichtern auf der Strecke gezählt. Für einen Außenstehenden sieht der aufgestellte Parcours schon unübersichtlich aus. Aus der Sicht eines Fahrers von einem Meter über dem Boden sieht man nur noch einen Wald von rot-weißen Pylonen, zusammengestellt zu verschiedenen Figuren und Hindernissen, die dann teilweise mehrmals aus verschiedenen Richtungen angefahren werden müssen. Hier braucht man wirklich Konzentration.

Für die Schwäbischen Meisterschaften auf dem Verkehrs­übungsplatz in Obergünzburg hatten sich mehr als 100 Starter angemeldet und starteten, nach Alter gestaffelt, in sechs Klassen. Es werden immer zwei Karts verschiedener Hersteller bereitgestellt, auf denen je zwei Läufe zu absolvieren sind. Aus den erreichten vier Zeiten werden die zwei besten Ergebnisse addiert und ergeben die Endzeit. Die genaue Aufstellung des Parcours wird erst am Wettkampftag durch das Schiedsgericht festgelegt, sodass alle Teilnehmer die gleiche (Un-)Kenntnis über den Kurs haben. Bevor jede Klasse startet, haben die Fahrerinnen und Fahrer die Gelegenheit, den Kurs mit ihren Trainern zu „begehen“. Haargenau wird jede Kurve untersucht und der schnellstmögliche Weg ermittelt. Dann schlüpfen die Kartpiloten in ihre Rennanzüge, Rennschuhe und Handschuhe und stehen dabei den erwachsenen Profis um nichts nach. Mit ihren Integralhelmen sehen sie wie die Großen aus, manchmal verrät nur ein unter dem Helm herausschauender geflochtener Zopf die Fahrerin. Bei den unteren Klassen müssen auch manchmal vorbereitete, kleine Verlängerung für die Pedale eingesetzt werden, damit Gas und Bremse sicher erreicht werden können.

Der ausrichtende MSC konnte mit Mathis Benende in der Klasse zwei (zehn bis elf Jahre) einen Schwäbischen Meister stellen. Weitere zwei dritte Plätze erreichten für den MSC Obergünzburg sein Bruder Jerome Benende in der Klasse zwei und Moritz Hölzle in der Klasse vier der 14 bis 15-jährigen. In der Klasse fünf (16 bis 18 Jahre) stand auch mit einem zweiten Platz für Alicia Mayer vom MSC Al Corsa aus Kempten ein Mädchen auf dem Podest.

Wer zwischen sieben und 18 Jahren Interesse am Jugend-Kart-Slalom hat, kommt freitags ab 17 Uhr zum Training auf den Verkehrsübungsplatz in Obergünzburg.

von Wolfgang Krusche

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