Dollinger kämpft sich nach Verletzung zurück auf die Wettkampf-Bühne

"Ich brauche wieder Vertrauen"

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Lisa Dollinger beim European Cup in Berlin.

Kaufbeuren – Noch muss sie einige Abstriche machen, doch langsam erholt sich Lisa Dollinger von ihrer Schultereckgelenksverletzung, die sie sich im Spätherbst bei einem Wettkampf zuzog.

Die Athletin des TV Kaufbeuren steht wieder fast täglich auf der Matte, um ihre sportlichen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren: Die Deutschen Judomeisterschaften in der U21 und die European-Turniere, bei denen sich die 19-Jährige wichtige Ranglistenpunkte holen kann. 

In den sechs Wochen nach ihrer Operation musste die Kaufbeurerin ihr Trainingspensum drosseln. „Ich habe sehr viel im Ausdauerbereich gearbeitet, also für Beine, Bauch und Rücken, um meine linke Schulter nicht zu belasten“, erzählt Dollinger. Krafttraining mit leichten Gewichten und Fahrradfahren – mehr war bis vor kurzem nicht möglich. Nachdem die Ärzte ihr nun grünes Licht gaben, kann sie wieder trainieren. 

Ihre ersten Übungskämpfe hat sie auch schon bewältigt. Darüber hinaus kommt noch ein sogenanntes Techniktraining dazu, wobei der Partner hier keinen Widerstand leistet. „Wenn man nach einer Verletzung wieder mit dem Training anfängt, bist du leider nicht auf dem Stand vor deiner Verletzung. Ich wollte es aber so gut wie möglich machen“. 

Es sei noch bis jetzt ein Geduldsspiel. Sie wolle sich aber in keiner Weise unter Druck setzen lassen. „Das war schon bei meinem Kreuzbandriss so. Wenn du bereit bist, jemanden auf der Matte zu werfen, dann kommt auf einmal eine Blockade“. Davon müsse man sich lösen. „Die Zeit ist dein eigentliches Problem. Wichtig ist, nie aufgeben!“ Bis zu den Deutschen Meisterschaften Anfang März in Frankfurt/Oder ist es nicht mehr lange hin. 

Dollinger muss noch einige Abstriche machen. „Ich brauche wieder das Vertrauen, dass ich mich mit meiner Schulter wieder alles traue“. Sie sei schon ziemlich weit. Etwa 80 Prozent habe sie wieder erreicht. Doch um einen optimalen Wettkampf auf hohem Niveau zu bestreiten, braucht Dollinger, die im Olympiastützpunkt München trainiert, noch etwa zwei Wochen Zeit. Auch dann besteht noch nicht die Garantie, ob sie überhaupt daran teilnehmen wird. 

Volle Unterstützung bekommt sie nicht nur von ihrem Heimatverein TV Kaufbeuren, sondern auch vom Bundestrainer. „Es ist nicht so schlimm, wenn ich eine Deutsche vermassele. Prioritäten haben die European-Turniere“, gibt sie die Aussage ihres Nationalcoachs wieder. 

Für Dollinger, die aktuell dem C-Kader des Deutschen Judo-Bundes angehört, sind es derweil auch die letzten zehn Monate in ihrer Altersklasse U21. Im kommenden Jahr steigt sie von den Juniorinnen in den Seniorinnenbereich auf. Und ein Ziel hat sie 2015 auch noch vor Augen: Wieder bei einer EM mit dabei zu sein. Darauf arbeitet sie fieberhaft hin. 

Nicht nur Lisa Dollinger, die trotz ihrer Verletzung bei den Deutschen Titelkämpfen gesetzt sein wird, sondern auch ihre Vereinskollegen David Karle (U21) sowie Tobias Bergmeier, Jakob Hartmann und Nina Herb (alle U18) versuchen, bei den Deutschen das Beste aus sich herauszuholen. von Stefan Günter

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