Innenbandanriss

Zwangspause

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Gegen die Russin Valentina Maltseva zog sich Dollinger (blau) ihre Knieverletzung zu.

Kaufbeuren/Sofia – Lisa Dollinger hat bei den European Judo-Open in Sofia eindrucksvoll ihre Klasse auch auf internationaler Bühne unter Beweis gestellt. Nach ihrem Gewinn des deutschen Vizemeistertitels in Duisburg holte sich die Athletin des TV Kaufbeuren in Bulgarien in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm den zweiten Platz. Allerdings bezahlte Dollinger den Erfolg mit einer weiteren Hiobsbotschaft. Noch während des Turniers zog sie sich einen Innenbandanriss im linken Knie zu, biss allerdings auf die Zähne, um weiter kämpfen zu können.

„Ich bin glücklich und traurig zugleich. Für mich ist es super gelaufen, doch die Verletzung wirft mich mindestens wieder sechs Wochen zurück“, so Dollinger im Interview mit dem Kreisbote. Während sich alle über ihren hervorragenden Auftritt freuten, machte sich die TVK‘lerin nur Gedanken um ihr Knie. Für die Nationalkämpferin ist es ein erneuter Rückschlag, war sie doch über ein Jahr wegen ihres kleinen Fingers nicht in der Lage zu kämpfen. Bei ihrem Auftaktkampf gegen die Rumänin Lorena Neculae brachte Dollinger ihre Gegnerin mit einer Wurfkombination in die Bodenlage. Ein Haltegriff sorgte für das vorzeitige Ende.

Mit Valentina Maltseva stand der Kaufbeurerin in Runde zwei eine starke Athletin gegenüber. Die Russin gewann bereits mehrfach Medaillen bei European-Cups. Zuletzt stand sie auch im Finale eines Grand Slam-Turniers. Dollinger beherrschte auch hier den Kampf. Mit einem präzise angesetzten Seoi nage schulterte die deutsche Nationalkämpferin ihre Kontrahentin und beendete vorzeitig das Duell mit 10:0-Punkten. Ausgerechnet in der finalen Aktion, der zum Sieg führte, knickte Dollinger mit ihrem Knie leicht weg. „Das hat sich überhaupt nicht gut angefühlt“, erinnert sie sich zurück.

Viel Zeit zum Nachdenken hatte sie nicht, denn es ging Schlag auf Schlag. Gegen die aus Israel stammende Bar Farin machte Dollinger kurzen Prozess und erreichte somit das Halbfinale. Hier trat Yukiko Uno siegessicher gegen die Kaufbeurerin an. Nach zwei Minuten erkämpfte sich die Asiatin einen Vorteil. Im Verlauf der dritten Minute löste sich das Tape von Dollingers Finger und der Kampf wurde unterbrochen. Diese kurze Auszeit genügte ihr, um sich mental zu festigen. Unmittelbar nach der Freigabe des Kampfes übernahm nun die TVK-Athletin die Initiative auf der Matte. Mit Ihrem Spezialwurf Seoi nage holte sich Dollinger die Führung und zog daraufhin ins Finale ein.

Hier hätte es das deutsch-deutsche Finale gegen Szaundra Dietrich gegeben, doch Frauen-Bundestrainer Claudiu Pusa entschied, die Kaufbeurerin nicht mehr kämpfen zu lassen.

von Stefan Günter

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