„Zeit wird‘s“

Löws vorzeitiges Aus als Trainer der Nationalmannschaft: Viele Ostallgäuer wünschen sich Klopp als Nachfolger

Joachim Löw Bundestrainer
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Joachim Löw hört nach der EM 2021 als Fußball-Bundestrainer auf.

Ostallgäu/Kaufbeuren – Damit hätte Fußball-Deutschland nicht gerechnet: Bundestrainer Joachim Löw hat seinen Rücktritt nach der Europameisterschaft bekanntgegeben. 15 Jahre führte er dann die DFB-Elf an. Im Jahr 2006 übernahm Löw den Chefposten von Jürgen Klinsmann. Sein größter Erfolg war der Gewinn des WM-Titels 2014 in Brasilien, ehe er vier Jahre später in Russland nach dem Vorrundenaus stark in der Kritik stand. Der Kreisbote hat Reaktionen aus der Region zum Aus eingefahren.

Florian Sprenzel vom FC Thalhofen hat sich über die Nachricht, dass Löw aufhört, gefreut. Seiner Meinung nach sei es eine längst überfällige Entscheidung. „Für die Nationalmannschaft und ihn ist es einfach das Beste.“ Der Abteilungsleiter war mit Löws System, einen kompletten Umbruch nur mit jungen Spielern einzuleiten, nicht mehr zufrieden. „Bei einem großen Turnier will ich doch die besten Spieler im 23 Mann-Kader haben“, bekam laut Sprenzel Löw bei der WM in Russland die Quittung. Künftig müssen Hummels und Müller wieder spielen. „Wir sind in der Defensive nicht so gut aufgestellt, dass man gute Spieler daheim lassen kann.“ Was die Nachfolge angeht, kämen für ihn momentan nur zwei Kandidaten in Frage: „Jürgen Klopp und Hansi Flick sind qualitativ die beste Möglichkeit“, weiß Sprenzel, dass beide Trainer momentan nicht für dieses Engagement zur Verfügung stehen. Außer es passiere beispielsweise eine spontane Trainerentlassung in Liverpool. „Ich hoffe nur, dass sie keinen U-Trainer wie Stefan Kuntz nehmen. Sogar Matthias Sammer könnte ich mir gut vorstellen.“ Bei der Personalie Lothar Matthäus, die Mehmet Scholl öffentlich ins Gespräch brachte, hat Florian Sprenzel dann doch Bedenken. Ralf Rangnick als neuer Bundestrainer wäre aber auch für ihn eine Alternative.

Dragan Lazic, Nachwuchstrainer bei der SpVgg Kaufbeuren, hofft nach dem Rücktritt von Löw dagegen auf einen neuen Schwung und Veränderungen. Für ihn wäre Ralf Rangnick ein geeigneter Kandidat. „Er hat in Leipzig und Hoffenheim einen guten Job gemacht.“

Ginge es nach Thomas Spannenberger, hätte Löw schon nach dem WM-Erfolg 2014 in Brasilien seine DFB-Karriere beenden müssen. „Wenn es am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören.“ Der Trainer des ASV Hirschzell hätte gerne Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer. Für ihn sei er momentan der beste deutsche Trainer, „obwohl ich Bayern-Fan bin“. Von daher sei es auch unrealistisch, dass Bayern-Trainer Flick auf Löw nachfolgen wird. Auch mit der Personalie Rangnick könnte Spannenberger sich anfreunden.

Als Elias Wörz von der Nachricht hörte, dass Löw nach der EM sein Amt zur Verfügung stellen wird, war sein spontaner Gedanke: „Zeit wird’s!“ Für den Bayernliga-Referee des TSV Friesenried sei ein frischer Wind wieder mehr als nötig. „Ich gönne ihm noch eine gute EM, habe aber nicht die Hoffnung, dass wir etwas reißen werden, weil die Leistungen in den vergangenen Spielen nicht optimal waren.“ Sein Wunschnachfolger ist ebenfalls Klopp, der aber bereits abgesagt hat. „Egal wer es übernimmt, er sollte seinen eigenen Stil einbringen.“

Kritisch geht Markus Riefler mit der Entscheidung von Löw ins Gericht. „Ich verlängere doch nicht den Vertrag, um dann vorher wieder aufzuhören.“ Dem Trainer des TSV Oberbeuren zufolge könnte dieser Schritt vielleicht schon zu spät sein, verweist er auf die anstehende Europameisterschaft. Auch er würde gerne „Kloppo“ als neuen Bundestrainer sehen. Rangnick sei ihm nicht sympathisch genug.

von Stefan Günter

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