Fußball: TSV 1863 Marktoberdorf und SV Geisenried schließen sich zusammen

Neue Orientierung

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Gemeinsamer Weg für die beiden Abteilungsleiter Anthony Holzmann (links) und Christian Friedl.

Landkreis – Die Neuigkeit hat sich im Raum Marktoberdorf schon herumgesprochen: In der neuen Fußball-Spielzeit 2017/18 schließen sich der TSV 1863 Marktoberdorf und der SV Geisenried zu einer Spielgemeinschaft zusammen. Davon betroffen sind nur die Herrenmannschaften. Der Nachwuchs bleibt von dieser Maßnahme unberührt.

Die sportliche Situation bei den Grün-Weißen in der A-Klasse Allgäu 3 ist schnell auf den Punkt gebracht: Zwei Punkte aus 19 Punktspielen – Tabellenletzter. Der Absturz aus der Bezirksliga-Süd erfolgte in der Spielzeit 2013/2014. Von da an wurde der TSV durchgereicht. Der SV Geisenried dagegen kickt mit seinen beiden Mannschaften in der untersten Klasse, aufgeteilt in Staffel vier und fünf. Während die Zweite mit neun Punkten Schlusslicht ist, hat die Erste gute Chancen in die A-Klasse aufzusteigen.

Den Schritt eine Spielgemeinschaft zu gründen, warfen Christian Friedl, Abteilungsleiter des TSV Marktoberdorf, und sein Team im eigenen Verein in den Raum. „Tendenziell werden die Spieler nicht mehr, sondern eher weniger. Wir müssen hier etwas tun.“ Geisenried spielte mit ähnlichen Gedanken, sodass es der Zufall wollte, dass Friedl mit SVG-Trainer Marc Schneider über dieses Thema sprach. Im Gespräch mit dem Kreisbote betonte der 38-Jährige, dass beim TSV in den letzten 20 bis 25 Jahren leider nicht der Schwerpunkt auf die Jugendarbeit gelegt worden sei. „Es kamen dann einfach keine Spieler mehr nach. Für uns als Stadtverein ist es da nicht einfach.“

Auch Anthony Holzmann, Fußballchef des SV Geisenried, musste Funktionäre und Spieler erst einmal von dieser Idee überzeugen. „Für einige war es dann schon eine Hürde, diesen Weg einzuschlagen. Aber auch für uns ist künftig eine SG unumgänglich. Viele Spieler verlassen den Verein, so können wir es kompensieren“. Nachdem beide Vereine nach intensiven Gesprächen untereinander für ein gemeinsames Treffen grünes Licht gaben, wurde in großer Runde die Fusion der Herrenmannschaften auf den Weg gebracht. Kritische Fragen wurden aus dem Weg geräumt und diskutiert. „In Marktoberdorf wollten wieder einige Spieler zum Saisonende aufhören. Durch die neue Konstellation sind sie bereit, weiter zu machen“, berichtet Friedl. Denn rund um die Kreisstadt gibt es viele Vereine, die ebenfalls händeringend Spieler brauchen. Während der TSV für die kommende Spielzeit etwa 15 Aktive stellt, werden es aus Sicht des SVG etwa 30 Kicker sein, die in zwei Herrenmannschaften für die Spielgemeinschaft auflaufen. Offen ist noch die Trainerposition. „Mit Marc Schneider haben wir bereits einen guten Trainer, der Geisenried trainiert. Er ist menschlich ein super Typ“, schätzt Friedl seine Arbeit sehr. Ob er in der kommenden Spielzeit als verantwortlicher Coach fungieren wird, wollte der Marktoberdorfer weder dementieren noch bestätigen.

Weitere Fakten wurden bereits geschaffen: Die Trainingseinheiten finden am Dienstag in Markt­oberdorf, am Donnerstag in Geisenried statt. Die Hinrunde wird ebenfalls in Geisenried ausgetragen, während die Punktspiele in der Rückrunde dann in Markt­oberdorf über die Bühne gehen. Offen ist noch, wann gespielt wird: Samstag oder Sonntag.

Nur gemeinsam

Beide Abteilungsleiter verfolgen im Vorfeld der neuen Saison ein gemeinsames Ziel: Die Jungs sollen sich kennenlernen und zu einer homogenen Truppe zusammenwachsen. „Unter keinen Umständen soll dabei die Identität des eigenen Vereins untergraben werden“, macht Holzmann deutlich. „Wir wollen allen Spielern die Lust am Fußballspielen ermöglichen und ihnen durch die Spielgemeinschaft etwas Besonderes bieten“, ergänzt Friedl. Für beide Funktionäre soll die SG kein kurzes Intermezzo sein, denn nur gemeinsam können sie in der Zukunft erfolgreich bestehen.

von Stefan Günter

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