Interview

Eindrucksvoll wieder zurück

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Nach einer Verletzungspause von über einem Jahr hat Judoka Lisa Dollinger wieder ihr Können bewiesen.

Kaufbeuren – Lisa Dollinger ist wieder zurück auf der nationalen Judobühne. Nach über einem Jahr holte sich die Kaufbeurerin bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen in Duisburg den Vizetitel und überraschte nach einer Fingerverletzung auf ganzer Linie. Im Finale verlor sie gegen Szaundra Dietrich, die neben mehreren deutschen und europäischen Titeln Platz drei bei der WM 2014 vorweisen kann. Mit ihrer Platzierung im Limit bis 70 Kilogramm demonstrierte Dollinger eindrucksvoll, dass sie an frühere Erfolge nahtlos anknüpfen kann. Der Kreisbote sprach mit ihr.

Wie ist das Gefühl wieder zurück zu sein?

Dollinger: Ich bin überaus glücklich, dass ich wieder Judo machen kann. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl auf der Matte zu stehen und kämpfen zu können.

War es nicht eine beklemmende Situation, zu wissen, ob es überhaupt weitergeht?

Dollinger: Ehrlich gesagt, es war richtig deprimierend. Ich hätte nie gedacht, dass es so lange dauert. Ich musste einige Operationen an meinem kleiner Finger über mich ergehen lassen. Es war einfach der Horror. Doch ich fühlte mich körperlich sehr fit. Ich konnte alles machen, außer Judo. Ich habe dann vermehrt Krafttraining und an der Ausdauer gearbeitet und musste den anderen beim Judo zuschauen. Da mein kleiner Finger jetzt versteift ist, muss ich ihn immer tapen. Ich habe mich aber sehr schnell daran gewöhnt.

Wäre bei der Deutschen Meisterschaft im Finale auch der große Wurf möglich gewesen?

Dollinger: Ich weiß nicht, ob ich gewonnen hätte. Nach dem Turnier ist mir aber eine große Last von den Schultern gefallen. Viele haben das nicht erwartet und mich schon abgeschrieben. Ich habe erst vor acht Wochen wieder mit Judo angefangen und jeden Tag mindestens zweimal trainiert, ohne zu wissen ob es klappt. Ich bin nun sehr erleichtert, musste sogar nach dem Finale eine Träne verdrücken.

Was bedeutet Ihnen der Vizetitel?

Dollinger: Ich bin wahnsinnig stolz auf mich. Keiner hat es erwartet, auch ich nicht. Es hätte auch anders laufen können.

Hatten Sie denn nicht die Befürchtung, bei der Deutschen scheitern zu können?

Dollinger: Ich wollte den Druck von mir wegnehmen. Ich war ziemlich ruhig, habe nie negativ gedacht, sondern mich selbst gepusht. Der Erfolg gab mir recht.

Wie geht es jetzt weiter?

Dollinger: Anfang Februar gibt es für mich eine internationale Bewährungsprobe bei den European Open in Sofia. Das ist dann mein nächster Schritt.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Stefan Günter

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