Spielabbruch nach zwei schweren Verletzungen - TSV Obergünzburg wollte Neuansetzung und legt Einspruch ein

Spiel wird am „grünen Tisch“ als Niederlage gewertet

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Dem TSV Obergünzburg wurde „wegen Verschulden eines Spielabbruchs" eine Geldstrafe aufgebrummt.

Obergünzburg - Die Bilder sind allen Beteiligten noch immer im Kopf. Beim Kreisliga-Fußballspiel zwischen dem TSV Fischen und TSV Obergünzburg mussten die Ostallgäuer zwei schwere Verletzungen innerhalb einer Halbzeit verkraften, was am Ende sogar zu einem Spielabbruch führte. Das Kreis-Sportgericht Allgäu des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) wertete die Partie im Nachgang am „grünen Tisch“ nun mit 2:0 Toren und drei Punkten für den TSV Fischen.

Über dieses Urteil kann der Sportliche Leiter des TSV Obergünzburg, Florian Linder, nur noch den Kopf schütteln. „Ich verstehe den TSV Fischen leider nicht, dass sie in dieser Situation total unschockiert weiterspielen wollten.“ Auch hätte seiner Meinung nach der Schiedsrichter die Spieler auf dem Feld nach beiden Vorfällen schützen müssen. „Das habe ich leider vermisst“, betont Linder gegenüber dem Kreisbote.

Doch was war passiert? Obergünzburgs Spieler Andreas Hanslick knickte beim Auswärtsspiel in der 27. Minute um. Sein Sprunggelenk schwoll stark an. Ein Notruf wurde abgesetzt, weil Hanslick mit starken Schmerzen kämpfte. Er konnte den Platz aus eigener Kraft nicht mehr verlassen. Die erschütternde Diagnose: Wadenbeinbruch. In der 43. Minute stürzte dann sein Mitspieler Manuel Rauscher nach einem Kopfballduell auf den Rasen. Dabei zog er sich eine Fraktur des Oberarms zu. Das diagnostizierte der behandelnde Notarzt, der noch vor Ort war. Das Knacken des Knochens sei über den ganzen Platz zu hören gewesen, schrieb Andreas Lutzenberger, Fußball-Abteilungsleiter in seiner schriftlichen Stellungnahme. Die Verantwortlichen des TSV Obergünzburg baten zum Schutz ihrer psychisch stark beeinträchtigten Spieler den Unparteiischen das Spiel nicht wieder anzupfeifen. Auf Wunsch der Gästemannschaft kam der Schiedsrichter dieser Maßnahme dann nach. Zu diesem Zeitpunkt lag das von Hajo Nisseler trainierte Team mit 1:2 zurück.

In seinem Bericht vermerkte der Referee allerdings, dass die Spieler des TSV Obergünzburg nach diesen beiden Vorfällen „sehr schockiert und betroffen“ waren und sie die Partie nicht mehr fortsetzen können. „Der TSV Fischen wollte weiterspielen. Daraufhin habe ich das Spiel abgebrochen.“ Obergünzburg bat um eine Neuansetzung und war bereit, jeden vorgeschlagenen Termin anzunehmen. Doch das Sportgericht entschied sich dagegen.

Der TSV Obergünzburg hat bereits Einspruch gegen dieses Urteil eingelegt. Bis jetzt bekamen die Günztaler eine Mindeststrafe von 50 Euro aufgebrummt, eine Mindeststrafe angesichts der Umstände. Jetzt beschäftigt sich die nächste Instanz in Augsburg mit der abgebrochenen Partie.

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