DEL-Stars bereichern die Liga

Neben Patrick Reimer spielt jetzt auch Daniel Schmölz für den ESVK

ESV Kaufbeuren, Patrick Reimer ist auf dem Eis.
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Ob in der DEL für Nürnberg oder aktuell für den ESV Kaufbeuren, Patrick Reimer ist auf dem Eis immer voll fokussiert.

Kaufbeuren – Als der ESV Kaufbeuren Anfang Oktober die kurzzeitige Verpflichtung von DEL-Torjäger Patrick Reimer bekannt gab, sorgte dies für einen Paukenschlag. Möglich wurde dieser Transfer durch den mehrfach verschobenen Start in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und natürlich durch eine externe Finanzierung.

„Nach den ersten Gesprächen mit ihm war schnell klar, dass er zur Überbrückung für diesen Zeitrahmen gerne wieder beim ESVK spielen wolle“, sagte Geschäftsführer Michael Kreitl seinerzeit über den Transfer. „Patrick ist ein sehr intelligenter Spieler, der mit seiner Erfahrung auch in der Defensive sehr gut spielt“, sagt heute sein Übergangstrainer Rob Pallin, der natürlich froh darüber ist, einen solchen Leader in seinem Team zu haben. In dieser Woche hat der ESVK nun ein weiteres Mal von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und Daniel Schmölz für drei Wochen unter Vertrag genommen. Die Joker haben damit auf den Ausfall von Sami Blomqvist regiert, der wohl nach Vereinsangaben mindestens sechs Wochen nicht zur Verfügung stehen wird. Der gebürtige Füssener spielte vergangene Saison für die Augsburger Panther und konnte dabei in 46 Spielen 15 Tore und sechs Vorlagen beisteuern. In Augsburg hätte man den Außenstürmer gerne weiter behalten, doch konnte man sich nicht über ein neues Arbeitspapier einigen.

Inzwischen gibt es für dieses Modell weitere Nachahmer. Die Kassel Huskies sicherten sich die Dienste der Kölner Nationalspieler Marcel Müller und Dominik Tiffels. Die Nürnberg Ice-Tigers haben gleich fünf Förderlizenzspieler an ihren Kooperationspartner nach Bayreuth abkommandiert und auch der EV Landshut holte sich den ehemaligen Olympiahelden Felix Schütz an Bord. Jüngstes prominentes Beispiel war der Wechsel von Nationaltorhüter Niklas Treutle zu den Ravensburg Towerstars, der dort den verletzten Jonas Langmann ersetzen soll. Wie Reimer steht auch Treutle normalerweise auf der Gehaltsliste in Nürnberg. Somit kann sich die DEL 2, wenn auch nur für einen begrenzten Zeitraum, auf weitere prominente Zugpferde freuen. „Die Spieler sind auf jeden Fall eine Bereicherung für die Liga und es ist auch legitim“, sagt Michael Kreitl.

Dass bekannte Eishockeygrößen aus aller Welt immer wieder mal eine Stufe nach unten gehen, war in der Vergangenheit stets einem Lockout in der NHL geschuldet. In der Saison 1994/95 ruhte der Spielbetrieb in der Nordamerikanischen Profi-Liga wegen eines Tarifstreits für insgesamt 103 Tage. Stars, die man bis dato nur von den Bildschirmen kannte, suchten damals den Weg nach Europa und heuerten unter anderem auch in Deutschland an. Nicht alle von ihnen sorgten dabei für den durchschlagenden Erfolg, doch gerne werden sich insbesondere die älteren Fans noch an klangvolle Namen erinnern. Spieler wie Glenn Anderson von den Edmonton Oilers nach Augsburg, der slowakische Stürmer Jozef Stümpel von den Bosten Bruins nach Köln, oder der tschechische Torjäger Robert Reichel von den Calgary Flames bereicherten damals das Deutsche Eishockey. Letzterer sorgte bei seinem Gastspiel für die Frankfurt Lions in 21 Spielen für stolze 43 Punkte. Aber auch der ESV Kaufbeuren konnte sich mit den Federn eines damals aktuellen NHL-Spielers schmücken. Durch einen neuerlichen Lockout in der Saison 2004/05 konnte man Verteidiger Alex Henry von den Minnesota Wilds für 16 Spiele verpflichten. Der hochgewachsene Defensivspieler hatte dabei großen Anteil, dass der ESVK nach einer schwachen Saison am Ende über die Abstiegsrunde noch den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga geschafft hatte. Dabei gelangen dem Verteidiger, der zuvor bereits für Edmonton und Washington auf dem Eis stand, immerhin vier Tore und vier Vorlagen. In der Saison 2012/13 heuerte er noch einmal für eine Saison bei der Düsseldorfer EG in der DEL an.

Ob die DEL in der Saison 2020/21 überhaupt an den Start geht, soll am 19. November entschieden werden. Dann werden die 14 DEL-Teams bei einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung darüber entscheiden. Zumindest bis zum 30. November läuft noch die Leihe von Reimer an den ESVK.

Thomas Schreiber

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