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„Next Generation“ ist die Zukunft für den Eishockey-Nachwuchs

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Von: Thomas Schreiber

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Jogi Koch war Nachwuchstrainer beim ESV Kaufbeuren und ist nun der sportliche Leiter.
Jogi Koch war früher selbst erfolgreicher Nachwuchstrainer beim ESVK und ist nun der sportliche Leiter und der unermüdliche Arbeiter im Hintergrund. © Schreiber

Kaufbeuren – Das Konzept „Next Generation“ steht für professionelle, moderne und nachhaltige Nachwuchsarbeit beim ESV Kaufbeuren, der dafür auch bundesweit bekannt geworden ist. Ziel ist die sportliche wie auch persönliche Förderung der Spieler, orientiert an aktuellen Trainings- und Lehrmethoden, eingebettet in eine funktionierende und sich gegenseitig unterstützende Gemeinschaft. Für die Umsetzung dazu hat der Verein nun in der vergangenen Woche bereits die sportlichen Weichen gestellt und die Jahrgänge U20, U17 und U15 wieder mit qualifizierten Trainern besetzt.

Für die DNL-Mannschaft konnte der Verein mit Andreas Becherer eine 1A-Lösung präsentieren. Zuvor war er beim EV Füssen unter Vertrag gewesen. „Wir haben für diese Besetzung auch das grüne Licht von Thomas Zellhuber bekommen, der bei unserem Kooperationspartner für die sportlichen Belange zuständig ist“, sagt Jogi Koch, seines Zeichens auch sportlicher Leiter beim ESVK-Nachwuchs. Die U17 wird weiterhin von Simon Steiner trainiert und für die U15-Mannschaft kehrt mit Juha Nokelainen ein alter Bekannter nach Kaufbeuren zurück. „Leider verlieren wir mit Daniel Jun unseren erfolgreichen U20-Coach als Co-Trainer an die erste Mannschaft, doch es freut mich auch für ihn, dass er bei uns im Verein den nächsten Schritt in seiner Karriere machen kann. Wir haben uns zusammen mit Michael Kreitl viele Gedanken gemacht, doch ich glaube, wir sind mit dieser Besetzung sehr gut für die Zukunft aufgestellt“, beschreibt der 61-Jährige seine Überlegungen. Nun geht es in den nächsten Wochen bereits darum, die Mannschaften bestmöglich zu besetzen, denn mit dem Jahrgang 2002 verliert U20 ihr Herzstück.

„Wir werden versuchen, diese Lücken weitgehend aus der U17 zu schließen, aber auch die Augen offenzuhalten. Zudem haben wir schon jetzt einige Bewerber, die künftig beim ESVK spielen möchten“, beschreibt Koch die personelle Situation bei den älteren Jahrgängen. Damit die aufwendige Nachwuchsarbeit auch finanziell realisierbar ist, ist der Zusammenschluss „Next Generation“ ein ganz wichtiger Baustein, denn dessen Erlöse gehen zu 100 Prozent an den Nachwuchs. „Wir können derzeit bei den großen Vereinen mitschwimmen, doch die finanzielle Belastung dafür ist schon enorm“, beschreibt Vorstand Thomas Petrich die Bemühungen, weiterhin ein interessanter Standort zu sein.

Anlässlich der Halbfinalpartie gegen die Eisbären Berlin hatte der Verein seine Mitglieder aus diesem Kreis, aber auch neue interessierte Partner eingeladen, um die Nachhaltigkeit von diesem Konzept zu präsentieren. Die Talentschmiede beim ESVK hat schon eine lange Tradition. DEL-Legenden wie Patrick Reimer oder Sebastian Furchner spielten schon unter dem damaligen Trainer Jogi Koch, der sich insgesamt auch drei deutsche Meisterschaften mit den Kaufbeurer Junioren anheften kann. „Bei Patrick Reimer durfte ich sogar in seiner Heimatstadt Mindelheim die Laudatio nach seiner Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang halten und ‚Basti‘ Furchner hat mich zu seinem tausendsten DEL-Spiel eingeladen. Das sind persönlich schon tolle Anerkennungen“, berichtet Koch, der noch heute zu seinen ehemaligen Nachwuchsspielern Kontakt pflegt.

Für die Zukunft sieht er es von größter Bedeutung, dass sich die Kräfte im Allgäu bündeln, so wie es der ESVK mit dem einstigen Rivalen EV Füssen bereits erfolgreich praktiziert. „Wir müssen dem Allgäuer Nachwuchs eine vernünftige und heimatnahe Plattform bieten, nur so können wir verhindern, dass diese auf kurz oder lang in die Leistungszentren der großen Vereine abwandern“, sieht Jogi Koch die gemeinsame Herausforderung.

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