Der Beste in der Altersklasse 70 bis 74

Dem Wind getrotzt

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Der 70-jährige Peter Stallknecht konnte sich durch den 1. Platz in der Altersklasse 70 bis 74 beim Ironman Lanzarote für den wohl härtesten Triathlon der Welt qualifizieren.

Kaufbeuren/Lanzarote – Nächste Station Hawaii: Der 70-jährige Peter Stallknecht konnte sich durch den 1. Platz in der Altersklasse 70 bis 74 beim Ironman Lanzarote für den wohl härtesten Triathlon der Welt qualifizieren. Der Sportler vom TV 1858 Kaufbeuren kam mit einer Gesamtzeit von 14:35:05 Stunden ins Ziel und sicherte sich damit das Ticket nach Hawaii, wo am 10. Oktober der Ironman stattfindet.

Die Nacht vor dem Rennen war kurz, ab 4 Uhr leichtes Frühstück, dann Abfahrt zum Schwimmstart in Puerto del Carmen und rein in den Atlantik bei Wind und Wellen. Nach dem Einschwimmen fiel um 7 Uhr der Startschuss für die 1795 Athleten. Später wurden die Teilnehmer reduziert, da einige das Zeitlimit von 2:20 Stunden für die Distanz von 3,8 Kilometern überschritten hatten und somit disqualifiziert wurden. Stallknecht hatte beim Schwimmen keine Probleme und konnte nach 1:21 Stunden aus dem Wasser steigen. 

Nach dem Schwimmen schnell raus aus dem Neoprenanzug und dann rein in die Radbekleidung, weiter durch die endlos lange Wechselzone – das kostete Stallknecht zehn Minuten. Dann rauf auf das Rennrad und der Kampf über 180 Kilometer und 2250 Höhenmeter begann. Wer den Wind auf der Radstrecke Lanzarotes fürchtete, der hatte sicherlich berechtigt Respekt. 

Nicht ohne Grund, mussten etwa um die 300 Athleten wegen des starken Windes und extremer Böen von über 50 Stundenkilometern schon Tage vorher im Training wegen Stürzen und Verletzungen die Segel streichen. Peter Stallknecht war die Radstrecke nach dreifacher Teilnahme beim Ironman Lanzarote schon sehr vertraut, die er auch schon in sechs Stunden fuhr. Diesmal waren es harte 7:21 Stunden. 

Die ersten 110 Kilometer immer mit starkem Gegenwind, was speziell an den zahlreichen Bergen zu spüren war. Nach Erreichen des höchsten Punkts der Insel ging es dann mit Rücken- und Seitenwindböen endlich auf die letzten 90 Kilometer. Mit 60 bis 70 Stundenkilometern ging es weiter, wobei Stallknecht sehr konzentriert die schnellen Fahrten ausnutzte. „Die letzten 20 Kilometer vor der Wechselzone waren wieder extrem windig und ich habe nochmal sehr gewackelt, bin aber an einem Sturz glücklich vorbeigekommen“, so Stallknecht. 

„Nach der Radstrecke war ich überrascht, als ich die Laufschuhe zum nun bevorstehenden Marathon über die Distanz von 42 Kilometern anzog, dass mein Oberschenkel und der Rücken etwas maulten und sich nicht sehr auf die bevorstehende Laufstrecke freuten“. Vorsichtshalber habe er sich am Anfang etwas zurückgehalten, da er ohnehin nach Schwimmen und Rad zeitlich gut lag. 

An diesem Tag jedoch wurde sogar die Laufstrecke zum Kraftakt. Streckenweise wehte es den Athleten den feinen Sand ins Gesicht, wurde jeder Schritt zum Duell mit dem Wind. Extrem viele Athleten kamen Stallknecht gehend entgegen, wobei dementsprechend gegen Mitternacht nach über 16 Stunden noch einige mit letzter Energie auf das Ziel zusteuerten. 

Stallknecht teilte sich den Lauf so ein, dass die schweren Füße auch sicher das Ziel erreichen. Genau nach 05:30:05 war der Lauf beendet, mit der Gesamtzeit des Ironmans von 14:35:05 Stunden. Im September geht es für Peter Stallknecht dann nach Hawaii, wo am 10. Oktober der berühmte Ironman stattfindet.

Andreas Köhler

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