Jeder ESVK-Fan wird zum Sponsor

Phil Bader im Interview: mehr Buchungen bei Sprade TV, mögliche Entfremdung vom Eishockey

ESVK-Pressechef Phil Bader
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ESVK-Pressechef Phil Bader versucht in dieser Saison mit vielen Ideen die Fans aktuell zu informieren und somit den ausbleibenden Stadionbesuch einigermaßen zu ersetzen.

Kaufbeuren – Das Spielen ohne Zuschauer war im Profi-Eishockey zunächst nur als Übergangslösung angedacht. Nach den jüngsten Corona-Entwicklungen ist jedoch damit zu rechnen, dass die komplette Saison ohne Fans gespielt werden muss. Der Kreisbote hat sich mit Medienchef Phil Bader über mögliche Auswirkungen unterhalten.

Die Übertragungen bei Sprade TV haben in dieser Saison eine ganz andere Bedeutung bekommen. Gab es trotz der Erhöhung auf 9,90 Euro pro Spiel eine Zunahme an Buchungen?

Bader: Ja auf jeden Fall. Die Zahlen haben sich teilweise verdoppelt und wir sind sehr froh darüber, dass unser ­Stream mit guten Zahlen glänzen kann. Wir waren natürlich schon etwas skeptisch, ob die vorgegebene Preiserhöhung der Liga von den Fans auch in diesem Maße akzeptiert wird. Wir haben aber auch die Qualität der Übertagung, zum Beispiel zusätzliche Kameraperspektiven, Interviews vor dem Spiel, nochmals etwas steigern können. Dazu muss man auch sagen, dass wir binnen 45 bis 60 Minuten nach dem Spiel unseren Fans sofort die Highlights, die Pressekonferenz und die Stimmen zum Spiel kostenlos auf unseren Medien zur Verfügung stellen. Dies war uns auch wichtig, um unseren Fans hier einen guten zusätzlichen Service zu bieten. Das macht sonst kein Club in der Liga, die warten alle auf die Highlights von Sprade TV, die meist erst am nächsten Tag abrufbar sind.

Die Übertragungen ersetzen jedoch nicht das Erlebnis eines Stadionbesuchs. Droht bei den Zuschauern auch eine mögliche Entfremdung vom Eishockey?

Bader: Das Problem hat ja nicht nur das Eishockey, sondern alle Sportarten, aber ja, ich denke das kann dazu führen und wir beschäftigen uns auch mit diesem Thema.

Durch die Geisterspiele gehen auch die persönlichen Begegnungen im Stadion verloren. Wie hält der Verein trotzdem Kontakt zu seinen Sponsoren, Gönnern und auch zur Fan-Szene?

Bader: Das ist eine gute Frage. Wir versuchen mittels unserer digitalen Plattformen so viel wie möglich Kontakt zu unseren Fans zu halten. Natürlich auch durch Änderungen im Live-­Stream, mit zum Beispiel mehr Interviews, in denen nicht nur Spieler, sondern auch mal wie zuletzt mit Thomas Petrich ein Gesellschafter zu Wort kommt. Aber all das kann und wird den persönlichen Kontakt niemals ersetzen können.

Durch den Lockdown vor Weihnachten hat der Online-Handel noch einmal massiv an Bedeutung gewonnen. Wie hat sie dies auf den Fan-Shop beim ESVK ausgewirkt?

Bader: Wir haben das natürlich auch gemerkt. Unsere Fans haben fleißig in unserem Shop bestellt und sich mit ESVK-Fanartikeln eingedeckt. Wie aber vermutlich bei vielen anderen Händlern auch, ist das aber kein Vergleich zu den Zahlen, die man im normalen Weihnachtsgeschäft hat. Wir profitieren hier ja auch oft von den Heimspielen nach Weihnachten, wo der Fanartikelverkauf auch immer deutlich höher ist, als in den normalen Monaten.

Der ESV Kaufbeuren feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Gibt es dazu schon Pläne oder Ideen wie man dieses Jubiläum trotz der Corona-Pandemie würdigen kann?

Bader: Ganz ehrlich, Feiern ohne Fans oder Zuschauer, die ja den ESVK an sich ausmachen, kommt für uns nicht in Frage. Wir werden aber, sobald Veranstaltungen wieder erlaubt sind und Corona hoffentlich nicht mehr unserer aller Leben tagtäglich beeinflusst, dieses stolze Jubiläum auch dementsprechend nachfeiern.

Thomas Schreiber

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