Starterlaubnis für die Dritte Liga

Planungen für die Volleyball-Saison laufen – Interview mit SVM-Abteilungsleiter Thomas Gärtner

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Thomas Gärtner.

Mauerstetten – Vor über drei Wochen endete abrupt die Saison für die Volleyballerinnen des SV Mauerstetten (SVM). Die beiden Partien gegen Altdorf und Augsburg-Hochzoll wurden aufgrund der Corona-Krise nicht mehr angepfiffen. Der Deutsche Volleyball-Verband hat in einer Mitteilung deutlich gemacht, eine Fortsetzung und die damit mögliche reguläre Beendigung des Spielbetriebs der Saison 2019/2020 seien ausgeschlossen. Mauerstetten hat vom DVV für die kommende Saison die Starterlaubnis für die Dritte Liga erhalten. Der Kreisbote sprach mit SVM-Abteilungsleiter Thomas Gärtner.

Wie haben die Spielerinnen und Trainer Fabian Gumpp auf diese Nachricht reagiert?

Gärtner: Wir alle haben uns natürlich gefreut, dass wir nach dem plötzlichen Saisonende und der darauffolgenden Entscheidung weiterhin in der Dritten Liga spielen können. Gleichwohl hätten wir diese Entscheidung sehr gerne durch unsere sportlichen Leistungen bewirken wollen. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit den fehlenden Spielen unseren Klassenerhalt deutlich gesichert hätten.

Werden die Spielerinnen und der Trainer in den laufenden Prozess mit eingebunden?

Gärtner: Natürlich. Begonnen haben unsere Gespräche schon während der laufenden Saison. Dabei wurden die Tendenzen der Spielerinnen durch mich für die kommende Saison abgefragt. Im Weiteren werden diese Tendenzen nun hinterfragt und es wird sich dann eine gute Gesamtsituation darstellen. Auf dieser Grundlage können wir dann entscheiden. Manche Spielerin war sehr verwundert, dass wir da schon während der Saison begonnen haben, wie sich es jetzt aber zeigt, war es genau richtig.

Wurden denn unabhängig davon schon die Gesamtplanungen für die neue Saison angestoßen?

Gärtner: Ja, unabhängig von der ersten Damenmannschaft haben wir noch weitere vier Damenteams und eine Herrenmannschaft. Auch deren Spielbetrieb muss geplant werden und da gilt es auch einiges zu tun. Bis zum 30. April muss für alle Mannschaften Klarheit bestehen. Denn bis zu diesem Zeitpunkt können wir die Teams für den Ligabetrieb melden beziehungsweise auch abmelden. Und natürlich hängt bis dahin auch viel davon ab, was mit der ersten Damenmannschaft geschieht. Unsere zweite Damenmannschaft darf übrigens in der Bayernliga verbleiben. Wir sind aufgrund unserer beständigen Jugendarbeit in der Lage, die Mannschaften entsprechend zu vervollständigen, wenn Spielerinnen in die nächst höhere Mannschaft weitergegeben werden. Ich meine aber, dass wir da noch nicht in der Lage sind, eine Dritte Liga oder eben auch eine Bayernliga vernünftig und erfolgreich zu spielen. Das heißt, wir hoffen auch bei der zweiten Mannschaft, dass uns nicht zu viele Spielerinnen wegen Studium, Beruf oder Familie verlassen.

Bleibt zum jetzigen Zeitpunkt der Kern der 1. Mannschaft zusammen?

Gärtner: Die Gespräche laufen mit den Spielerinnen noch. Wir wissen aber auch, dass eine unserer Schlüsselspielerin Angebote aus der Zweiten Liga hat. Meine Aussage war dazu, dass diese Spielerin die Chance nutzen soll, denn auf absehbare Zeit werden wir in Mauerstetten nicht in der Zweiten Liga spielen wollen. Wir unterstützen und freuen uns, wenn diese Wege begangen werden: Zuletzt durch Simona Dammer, die nun in Berlin spielt oder unsere Isabell Martin, die in den USA „durch die Decke“ schießt. Wir wissen, diese Spielerinnen werden früher oder später auch wiedererkennen, was der SVM auch abseits vom Spielfeld ausmacht. Die Erfahrungen bei anderen Vereinen sollen die Spielerinnen machen dürfen. Wir wissen aber auch, dass sie dabei den SVM nicht vergessen.

Was ist mit Fabian Gumpp? Sie hatten angedeutet, dass diese Personalie nicht zur Debatte steht.

Gärtner: Wenn die Dritte Liga gespielt wird, dann nur mit Fabian. Was er in seiner Verantwortung beim SVM für das Damenteam geleistet hat, ist phänomenal. Neben seiner beruflichen Belastung und seinen weiteren volleyballtechnischen Engagements, stand Fabian zu 100 Prozent für den Mauerstetten auf dem Parkett. Wir können sehr gut zusammenarbeiten und stehen regelmäßig im Austausch. Ich meine, Fabian fühlt sich bei uns auch sehr wohl. Es werden ihm ja auch viele Dinge abgenommen und er kann sich voll und ganz auf das Traineramt konzentrieren.

Sonthofen spielt künftig in der Dritten Liga. Fraglich ist, ob der TSV Obergünzburg – dessen Planungen noch laufen – auch in der gleichen Liga spielen wird oder in der Regionalliga bleiben muss. Welchen Reiz hätte denn eine Liga mit den drei Allgäuer Teams?

Gärtner: Wir hätten kurze Anfahrtswege und natürlich eine sicherlich hervorragende Stimmung zu den jeweiligen Spielen. Die Entscheidung, dass Sonthofen in die Dritte Liga freiwillig geht, kann ich nachvollziehen und ich finde diese Entscheidung für Sonthofen auch richtig. Sie haben erkannt, dass die Identifikation zur Bundesligamannschaft, dem Verein und besonders wichtig zur eigenen Jugend verloren gegangen ist. Diese muss aber wieder gewonnen werden, damit der Volleyball auch in der Sonthofener Volleyballfamilie wieder den Reiz und den Spaß bringt, den man unbedingt benötigt, wenn man sich als Ehrenamtlicher den ganzen Tag für seine Mannschaft und die Abteilung in die Halle stellt und sämtliche Arbeiten übernimmt, die notwendig sind, damit viele und vor allem die eigene Jugend Freude am Volleyballspielen haben.

Ungewiss ist, wie lange das Coronavirus sämtliche Maßnahmen außer Kraft setzt. Blicken Sie optimistisch auf die nächsten Wochen und Monate, dass es sportlich wieder losgeht?

Gärtner: Aufgrund der laufenden Planungen kommt man fast gar nicht dazu, zu glauben, dass ein gewohnter Spielbetrieb in einer neuen Saison nicht stattfinden wird. Ich bin mir sicher, dass wir im Herbst wieder aufschlagen können und spielen werden. Natürlich wird uns diese Krise, dann in welcher Form auch immer, weiterhin begleiten und wir werden die Auswirkungen auch lange spüren. Spätestens zum Ende der Saison 2020/2021, wenn in bestimmten Ligen dann auch bis zu vier Mannschaften auf einmal absteigen können. Aber im Moment tut es auch ganz gut, wenn man sich mit organisatorischen Themen rund um den Volleyballsport auseinandersetzen darf. So kann man ein wenig Abstand zu den aktuellen Schwierigkeiten gewinnen. Gleichwohl ich uns allen wünsche, dass wir alle in bester Gesundheit die Krise überstehen und wir unsere Liebsten danach auch ich den Armen halten können. 

Interview: Stefan Günter

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