TSV Marktoberdorf klagt über Mitgliederschwund

Rosige Zeiten sind vorbei

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Abteilungsleiter des TSV Christian Friedl.

Marktoberdorf – Die einst glorreichen und erfolgreichen Zeiten bei den Fußballern des TSV Marktoberdorf sind schon längst vorbei. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga in die Kreisliga-Süd geht die sportliche Misere bei der ersten Mannschaft unaufhörlich weiter. Mit nur einem Sieg stehen die Kreisstädter abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz.

Doch die Sorgen betreffen die gesamte Fußballabteilung. Seit Dezember 2014 ist sie unter einer komplett neuen Führung. An der Spitze ist mit Christian Friedl ein ehemaliger Aktiver, der zusammen mit Jens Kaiser (2. Abteilungsleiter), Antonio Di Cara (Technischer Leiter), Kurt Budschied und Stefan Höglsperger (beide Jugendleiter), Martin Zischka (Kassenwart) sowie Florian Volpe (Schriftführer) das Ruder herumreißen will. Doch sie stehen vor einem gewaltigen Umbruch. 

„Die Situation, die wir gerade vorfinden, war abzusehen. In der Vergangenheit wurden leider zu viele Fehler gemacht“, betont Christian Friedl, der erzählt, dass für den Jugendaufbau nichts getan wurde. „Das rächt sich nun“, blickt er mit nachdenklicher Miene auf die Zahlen, die besagen: Nur noch rund 200 Mitglieder hat die Fußballabteilung. 

Mit dem FSV Marktoberdorf ist der TSV eine Spielgemeinschaft eingegangen. Zusammen stellen sie von der D- bis zur A-Jugend eigene Mannschaften. Nur im Kleinfeldbereich, also angefangen von der G-Jugend bis zur E-Jugend, stellt der TSV Marktoberdorf vier eigene Teams. 

Aber nicht nur im Nachwuchsbereich klagt die Abteilungsleitung über den Rückgang von Spielern, sondern auch bei den Herren sind die rosigen Zeiten längst vorbei. Mit der Abmeldung der Zweiten gab es den Tiefpunkt. Doch die Sorgenfalten dürften bei den Verantwortlichen weitaus größer sein. Viele Probleme machen das Unterfangen „Rettung der Fußballabteilung“ zu einer Herkulesaufgabe. 

„Wir wollen den Karren gemeinsam aus dem Dreck ziehen. Das ist schwer genug“, wissen Friedl und seine Mitstreiter genau, was auf sie zukommt. „Als erstes müssen wir den Spielbetrieb bei der Ersten aufrechterhalten und planen bereits für die neue Spielzeit 2015/2016. Wir suchen neue Spieler und koordinieren alles mit unserem Trainer“. 

Dabei holt Christian Friedl immer wieder die Vergangenheit ein. „Es wurden buchstäblich TSV’ler vergrault. Selbst hartgesottene Spieler, die lange dem TSV die Treue hielten, haben nach und nach den Verein verlassen“. Wie der Fußballchef weiter sagt, habe man so in den letzten Jahren eine Fülle an Spielern verloren. „Da gab es einige, die dich angelogen haben oder überhaupt nicht zuverlässig waren.“ Dass keinen Wert auf die Jugendarbeit gelegt wurde, sei der größte Fehler gewesen. 

Regelmäßig kommt die TSV-Führung zusammen, um Ideen für die Zukunft zu sammeln und das weitere Vorgehen zu besprechen: „Es ist in unser jetzigen Situation nicht einfach, das Ganze zu verkraften wie wir dastehen“. Allgemein habe der Fußball in Marktoberdorf und den anliegenden Gemeinden einen Rücklauf. Die Folge seien Spielgemeinschaften wie sie schon Aitrang und Ruderatshofen betreiben. 

„Wir haben alleine in Marktoberdorf den TSV, den FSV und Türkspor. Dann gibt es noch den FC Thalhofen sowie die umliegenden Vereine Bertoldshofen und Sulzschneid – sie alle kämpfen um Spieler“, ist Friedl bewusst, dass das einstige Aushängeschild, die erste Herrenmannschaft, in der Kreisklasse einen Neuanfang starten muss. „Wir sind abgestiegen. Da brauchen wir überhaupt nichts schönreden.“ 

Was ihn aber besonders freut, ist, dass die Spieler, die noch da sind, sich gegenseitig motivieren, gewinnen wollen und sich bereit erklärt haben, sich stetig zu verbessern. „Die Jungs haben Charakter“. Es gilt ein neues Team aufzubauen. Dabei erinnert sich Friedl noch allzu gern an seine aktive Zeit zurück. „Wir waren 15 Freunde auf dem Platz und waren eine Einheit“, baut er nun auf die Mannschaft und hofft natürlich auch auf die alten Tugenden. 

Seit Montag läuft nun die Vorbereitungsphase für die letzten zehn Partien in der Kreisliga-Süd. Dabei beklagen die ,Grünweißen’ erneut zwei Abgänge: Dominik Pfanner hat sich dem FC Thalhofen angeschlossen und Onyeoyibo Ikefumula Kingsley trägt künftig das Trikot der SpVgg Kaufbeuren. Mit einem etwa 17 Mann starken Kader geht die Abschiedstour ab dem 22. März wieder los. Das Saisonende ist am 23. Mai.

von Stefan Günter

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