Abschied in Richtung Bundesliga

Westendorfer Ringer Niklas Stechele schließt sich Warriors Kleinostheim an

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Diese Jubelpose werden die Westendorfer Fans und Zuschauer erst einmal nicht mehr sehen: Niklas Stechele wechselt zum Bundesligisten SC Siegfried Kleinostheim.

Westendorf – Nach Christopher Kraemer wechselt nun ein weiteres Eigengewächs des TSV Westendorf den Verein. Niklas Stechele wird in der kommenden Saison für den Ringer-Bundesligisten SC Siegfried Kleinostheim in Unterfranken die Ringerstiefel schnüren. Der Kaderathlet des Deutschen Ringer-Bundes kann sich somit sportlich weiterentwickeln. Der 19-jährige Freistilspezialist wird aber bei bayerischen und deutschen Einzelmeisterschaften für den TSV Westendorf auflaufen.

„Es ist der beste Weg, auch wenn es etwas schmerzt“, sagt Niklas Stechele. Nicht nur ihm, sondern auch den Vereinsverantwortlichen, Trainern und Ringerkollegen war klar, dass dieser Tag einmal kommen wird. Schon die Saison davor wollten einige Vereine den aufstrebenden Athleten für sich gewinnen. Doch Stechele blieb nach dem Abstieg aus der Bundesliga seinem TSV treu und war beim Umbruch des Teams dabei. „Kleinostheim wollte ihn schon für die Saison 2019/2020 verpflichten“, verrät TSV-Vorstand Robert Zech. Niki habe eine unglaubliche Entwicklung genommen. „Er hat den nächsten Schritt gemacht. Uns war klar, dass wir so ein Ausnahmetalent nicht halten können.“ Für die Vereinsspitze war bei den Verhandlungen maßgeblich, dass Stechele in einem Verein gut unterkommt. „Wir legen ihm überhaupt keine Steine in den Weg. Er soll Bundesligaluft schnuppern. Von daher geben wir ihn natürlich mit einem weinenden Auge frei“, macht Zech deutlich.

Keinen Kampf verloren

Wie wertvoll der 19-jährige DRB-Kaderathlet ist, zeigt die Statistik: In der abgelaufenen Oberliga-Runde verlor Stechele keinen einzigen Kampf. Sieben von zehn Duellen beendete er sogar technisch überlegen. Selbst in der Bundesliga-Saison 2018 war er ein gesetzter Ringer im Limit bis 57 und 61 Kilo und sammelte jede Menge Wettkampferfahrung.

Der Vertragsunterschrift sei ein langer Entscheidungsprozess vorausgegangen, sagt Niklas Stechele. Die geringe Entfernung von seinem Studienort in Heidelberg nach Kleinostheim dürfte aber auch ein Pluspunkt sein. „Niklas findet bei uns ein ehrliches Umfeld, um sich sportlich wie auch menschlich zu entwickeln. Sein Niveau ist jetzt schon top, aber wir trauen ihm geduldig weitere Entwicklungen zu, sodass jeder voneinander profitiert“, sagt Kleinostheims Vereinsboss Thomas Sokolowski über seinen Neuzugang aus dem Allgäu. Er schätze Westendorf sehr als Ausbildungsverein: „Sie sind ein Vorbild in ganz Deutschland, dem auch wir nacheifern.“

Bevor Niklas Stechele Anfang September die neue Saison mit dem SC Kleinostheim beginnt, arbeitet der Westendorfer akribisch und hart weiter. Schließlich will er sich in diesem Jahr für die EM und WM bei den Junioren qualifizieren. Und auch die nationalen Titelkämpfe stehen bei ihm im Fokus.

von Stefan Günter

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