Ringer sagen Saison ab

Welche Perspektiven es für die Athleten des TSV Westendorf noch gibt

Die Ringer des TSV Westendorf.
+
Diese Bilder hätte man in Corona-Zeiten sowieso nicht gesehen. Die Ringer des TSV Westendorf werden mit beiden Teams nicht in dieser Saison auf die Matte gehen.

Westendorf – Von Anfang an haben die Ringer des TSV Westendorf signalisiert, auch in Corona-Zeiten alles Erdenkliche zu tun, damit sie ringen können. In mühsamer Arbeit wurde in unzähligen Stunden das Hygienekonzept ausgetüftelt, abgestimmt mit der Gemeindeverwaltung. Doch eine Woche vor dem offiziellen Saisonstart in der Oberliga ist es nun bittere Gewissheit: Es wird 2020 trotzdem keinen Ringkampfsport im Bürgerhaus Alpenblick geben.

Sie wollten den Kampf annehmen, wussten aber genau, dass die Herausforderungen extrem sind. Westendorf tat alles, um Ringen zu ermöglichen. „Wir waren richtig heiß drauf“, sagte Vorstand Robert Zech in einer Videobotschaft an die treuen Fans. Selbst die Bundesliga, die schon Anfang Oktober gestartet war, habe man akribisch verfolgt. „Doch was wir nicht bedachten, dass einige Arbeitgeber unserer Ringer Bedenken angemeldet haben. Deshalb haben sich die meisten Athleten dafür ausgesprochen, nicht auf die Matte zu gehen.“

Zahlreiche Aufstellungsvarianten wurden durchgespielt. Doch weil zu wenige Athleten zur Verfügung stehen, könne der TSV keine adäquate Mannschaft stellen. Angedacht war auch, nur ein Team zu stellen. Der TSV Westendorf wollte ursprünglich zwei Mannschaften für die Oberliga und Bayernliga-Süd melden. „Wir hätten starten können, aber wenn nicht alle Zahnrädchen passen, ist das für uns nicht möglich“, erklärte Zech.

Fans zeigen sich solidarisch

Nach der Veröffentlichung einer Videobotschaft zeigen sich Fans und Anhänger des TSV solidarisch mit den Ringern und Verantwortlichen. Viele finden es schade, können aber den Schritt nachvollziehen. „Sicherlich bin ich sehr enttäuscht“, so Zech. Einige Athleten suchten bei ihm auch den persönlichen Austausch. „Uns ist letztlich nichts anderes übriggeblieben, dem Wunsch unserer Ringer zu entsprechen und abzusagen. Wir machen keinem der Athleten einen Vorwurf“, ergänzte Abteilungsleiter Thomas Stechele. Es sei unterm Strich die richtige Entscheidung gewesen, weil schon vor einigen Wochen der Inzidenzwert nach oben ging. Doch welche Perspektiven haben nun die Ringer des TSV Westendorf? „Wir haben schon einige Ideen in der Schublade“, sagte Robert Zech, der hier auf die Expertise der beiden Cheftrainer Klaus Prestele (Griechisch-Römisch) und Jürgen Stechele (Freisitl) zählt. Ob nun das Trainingspensum heruntergefahren wird, müssen die Trainer entscheiden. „Sicherlich brauchen wir neue Aufgaben. Dann gilt es weiterhin im Grundlagen- und Technikbereich zu feilen“, um dann im nächsten Jahr durchstarten zu können.

Nach dem Ausstieg des TSV Westendorf haben bereits zwei weitere Oberligisten nachgezogen: Der ATSV Kelheim und der SV Mietraching erklärten beim Bayerischen Ringer-Verband schriftlich ihren Verzicht. Mit Hallbergmoos und den Johannis Grizzlys Nürnberg sind jetzt nur noch zwei der insgesamt acht Teams übrig. Wie es nun allgemein im Ligenbetrieb weitergeht, will der BRV in Kürze entscheiden.

Stefan Günter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Futsal: Neugablonzer Alexander Günter und Jahn Regensburg holen Vizemeisterschaft
Kaufbeuren
Futsal: Neugablonzer Alexander Günter und Jahn Regensburg holen Vizemeisterschaft
Futsal: Neugablonzer Alexander Günter und Jahn Regensburg holen Vizemeisterschaft
Nach erfolgreicher Prüfung legt Ringer Kraemer den Fokus wieder auf Sport
Kaufbeuren
Nach erfolgreicher Prüfung legt Ringer Kraemer den Fokus wieder auf Sport
Nach erfolgreicher Prüfung legt Ringer Kraemer den Fokus wieder auf Sport
Viel Lob der anderen Teams
Kaufbeuren
Viel Lob der anderen Teams
Viel Lob der anderen Teams
ESVK-Nachwuchstrainer Daniel Jun hat ein motiviertes Team
Kaufbeuren
ESVK-Nachwuchstrainer Daniel Jun hat ein motiviertes Team
ESVK-Nachwuchstrainer Daniel Jun hat ein motiviertes Team

Kommentare