„Es beginnt wieder bei null“

ESVK-Coach Andreas Brockmann im großen Kreisbote-Interview

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ESVK-Trainer Andreas Brockmann: „Die Erwartungen an uns werden Jahr für Jahr immer höher“. Das Foto entstand beim ersten öffentlichen Training.

Kaufbeuren – Anstrengende Wochen der intensiven Vorbereitung sind vorüber. Insgesamt bestritt der ESVK seit Mitte August acht Testspiele, wobei er fünf gewann. Nur gegen das Schweizer Team EHC Winterthur (2:3), den ECH Lustenau aus Österreich (3:4 n. V.) und ERC Ingolstadt (2:5) gingen die Joker als Verlierer vom Eis. Dabei präsentierte sich der ESVK durchaus in Torlaune: 36 erzielte Treffer stehen 28 Gegentreffern gegenüber. Nun geht es wieder in die Vollen.

52 Partien warten in der Hauptrunde auf die Joker. Geht es nach den Fans, soll natürlich wieder der Einzug in die Play-Off-Runde geschaffen werden. Der Kreisbote hat sich mit Headcoach Andreas Brockmann unterhalten.

Welchen Eindruck hat die Mannschaft in der Vorbereitungsphase auf Sie gemacht?

Brockmann: Die Jungs haben einen guten Eindruck in der Testphase hinterlassen. Wir haben die vergangenen Wochen sehr hart und viel trainiert. Alle Spieler haben mitgezogen, wenngleich wir nicht vom Verletzungspech verschont blieben. In dieser Saison haben wir viele junge Spieler an Bord. Das muss unser Weg sein.

Brennt die Mannschaft auf den Saisonstart?

Brockmann: Sicherlich. Es ist Jahr für Jahr die gleiche Situation. Wir haben fünf Wochen eine intensive Vorbereitungsphase erlebt. Jetzt wartet jeder Spieler, dass es nun los geht. Wir haben wieder eine sehr lange Runde vor uns.

Wie viel Potential steckt in dieser Mannschaft?

Brockmann: Unser Ziel sind die Top 10. Die Erwartungen an uns werden Jahr für Jahr immer höher. Wir haben nicht die Mannschaft, die zum Favoritenkreis gehört. Die Jungs haben in den vergangenen drei Jahren einen super Job gemacht. Es beginnt wieder von null. Viele der Topteams haben sich extrem verstärkt, weil hier auch der finanzielle Rahmen mitspielt.

Auch gegen Ingolstadt konnte ihr Team nicht in der geplanten Stammaufstellung antreten. Florin Ketterer, Mike Mieszkowski, Branden Gracel und Jere Laaksonen fehlten. Wird sich das Lazarett bis zum Saisonende lichten?

Brockmann: Leider nicht. Zum Auftakt am kommenden Wochenende werden wir nicht die komplette Mannschaft auf dem Eis stehen haben.

Neun Abgängen stehen sechs Neuzugänge gegenüber. Wie ist Ihr Eindruck von den neuen Spielern?

Brockmann: Alle Neuzugänge haben sich gut und sehr positiv in die Mannschaft eingefügt. Wir werden es erst im Verlauf der Saison sehen, ob alles passt, wie wertvoll sie für uns sind. Ich möchte jetzt noch keinen neuen Spieler in den Himmel loben. Es wird sich herausstellen, ob sie eine Bereicherung sind. Positiv ist, dass wir den Großteil der Mannschaft behalten haben.

Welche Rolle wird Torhütertalent Jan Dalgic einnehmen? Wird er auch seine Einsätze bekommen?

Brockmann: Auch das wird sich zeigen. Wir haben mit Stefan Vajs einen der besten Goalies der Liga. Er wird zum Auftakt im Tor stehen, da er topfit ist. Ich kann nicht planen, was in drei Monaten ist.

Vom Kooperationspartner Ingolstadt kommen die beiden Verteidiger Simon Schütz und Garret Pruden. Hoffen Sie, dass beide oft abgestellt werden?

Brockmann: Die Entscheidung trifft ganz allein Ingolstadt. Wir haben hier überhaupt keinen Einfluss darauf. Wenn wir sie zur Verfügung haben, ist das natürlich gut. In unserem Sport gibt es kein Wunschdenken.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit Sebastian Osterloh?

Brockmann: Sehr gut. Zu seiner aktiven Zeit als Kapitän hatten wir auch ein gutes Verhältnis. Er ist ein sehr akribisch und engagierter Arbeiter.

Ist es ungewohnt für Sie einen Co-Trainer an der Seite zu haben?

Brockmann: Überhaupt nicht. Schon zu meinen DEL-Zeiten hatte ich stets einen Co-Trainer an meiner Seite. Das ist eine super Sache und eine enorme Unterstützung für uns. Das tut mir persönlich gut.

Viele DEL-Spieler sind in die DEL2 gewechselt. Erfährt die Liga dadurch in dieser Saison mehr Qualität?

Brockmann: Das schaut ganz danach aus. Ich persönlich schaue, dass wir junge Spieler nach oben ziehen und ihnen eine Chance geben. Wir müssen sie fordern und fördern. Das ist für mich wichtig.

Freuen Sie sich eigentlich auf die Duelle mit Aufsteiger EV Landshut?

Brockmann: Gewiss. Landshut kenne ich gut. Es ist eine Eishockeystadt. Allerdings wird diese Partie für mich ein Spiel wie jedes andere sein.

Welchen Anspruch haben Sie an Ihre Mannschaft?

Brockmann: Wir müssen einfach eine ehrliche Arbeit abliefern und die Kirche im Dorf lassen. Wir haben Jahr für Jahr über unsere Verhältnisse gespielt. Wir dürfen jetzt nicht gleich erneut die Erwartungen nach oben schrauben.

Momentan gibt es eine große Diskussion unter den Fans, dass die Sichtverhältnisse auf die Eisfläche nicht überall optimal seien. Wie denken Sie darüber?

Brockmann: Ich habe davon gehört. Hier müssen sich aber andere Personen damit beschäftigen, da ich mich nur um den Sport kümmere.

Ravensburg und Bad Nauheim sind die beiden Auftaktduelle zur neuen Saison. Was ist zu erwarten?

Brockmann: Wir gehen in beide Matches positiv hinein. Mit Ravensburg haben wir natürlich gleich den amtierenden Meister vor der Brust. Jedes Spiel wird schwer, auch das gegen Bad Nauheim. Doch es geht wieder von null los. Wir müssen Geduld haben, auf einen guten Start hoffen. Dann werden wir schon sehen.

Ihnen und dem Team wünschen wir viel Erfolg.

Interview: Stefan Günter

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