Nachgefragt bei Kapitän Maximilian Süli

Spielvereinigung Kaufbeuren im Abstiegsstrudel

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SVK-Kapitän Maximilian Süli.

Kaufbeuren – Die Situation ist prekär, aber nicht aussichtslos. Fußball-Landesligist Kaufbeuren steckt seit Jahren in der sportlich größten Krise. In bisher zwölf Partien konnte die SVK lediglich drei Zähler einfahren. Ein Sieg steht noch nicht auf der Habenseite, dafür ziert Kaufbeuren das Tabellenende. Die Gründe für die Misere, das junge Team und das Hoffen auf den ersten Saisonsieg hat der Kreisbote im Interview mit Maximilian Süli erfahren.

Die SVK wartet immer noch auf ihren ersten Sieg in der Landesliga. Warum ist Fortuna nicht bei der Spielvereinigung?

Süli: Wir waren einige Male schon nah dran. Doch wir können die Leistung nicht über die gesamten 90 Minuten halten. Leider sinkt mit jedem nicht gewonnenen Spiel jegliches Selbstvertrauen und auch die Lockerheit. Dennoch: Die Stimmung im Team und die Trainingsbeteiligung sind gut. Nur bringen wir die Leistung aus dem Training nicht aufs Spielfeld.

Es gab einen enormen Umbruch. Viele Spieler, auch erfahrene Kicker, haben ihre Karriere beendet oder den Verein verlassen. Laut den Ergebnissen können Sie das nicht auffangen. Wie gehen Sie damit um?

Süli: Wir hatten 15 Abgänge zu beklagen, darunter haben auch viele Leistungsträger der vergangenen Jahre die Mannschaft verlassen. Wir haben versucht, dies mit einigen A-Jugendspielern aufzufangen. Aber diesen Aderlass kann keine Mannschaft verkraften. Ich selbst mache aus der Situation das Beste. Ich möchte den Verein unterstützen, ein Team um mich herum aufbauen, damit wir an alte Erfolge anknüpfen können.

Sprechen Sie viel mit Coach Joachim Dewein?

Süli: Wir sind permanent im Austausch. Wir haben ein gutes Verhältnis, unterstützen uns gegenseitig. Wir arbeiten kontinuierlich daran, vieles besser zu machen.

Junge Spieler, die in der vergangenen Saison noch A-Jugend gespielt haben, haben nun in der Landesliga eine enorme Aufgabe. Wie unterstützen Sie die Jungs als Kapitän?

Süli: Als Kapitän versuche ich das Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer zu sein. Ich übernehme Verantwortung auf und neben dem Platz, um auch den Spielern den Rücken freihalten zu können. Es ist keine leichte Aufgabe. Unsere Juniorenspieler geben alles. Der Sprung von der Kreisliga, wo sie letzte Saison noch agiert haben, in die Landesliga ist doch enorm. Trotzdem hat der ein oder andere Spieler einen super Sprung gemacht. Wir müssen ein Kollektiv formen, das braucht aber Zeit.

Sie fehlten zwei Spiele verletzungsbedingt, mussten zwei Niederlagen (jeweils 0:5) mitansehen. Was fehlt der SVK?

Süli: Ein Drittel der Saison ist bereits vorbei. Fakt ist: Uns fehlen die erfahrenen Spieler. Die Jungen werden nicht langsam herangeführt, sondern werden buchstäblich ins kalte Wasser geworfen. Das ist überhaupt kein Vorwurf. Sie haben keine Zeit, sich optimal zu entwickeln.

Drei Punkte bedeuten derzeit Schlusslicht in der Landesliga-Südwest. Wird schon offen über das Thema „Abstieg“ gesprochen?

Süli: Sicherlich sprechen wir darüber. Wir denken aber langfristig, wollen ein Team für die nächsten Jahre aufbauen. Egal wie es kommt, wir werden und müssen das akzeptieren.

Können Sie sich mit dem Gedanken Bezirksliga anfreunden?

Süli: In meinem Fall ist das schon schwer. Dennoch ist rechnerisch noch alles möglich. Über die Nichtabstiegsplätze brauchen wir im Moment nicht reden, die Relegationsplätze sind noch in Reichweite.

Die Aufgaben werden nicht einfacher. Memmingen ist der nächste Gegner. Hoffen Sie auf den ersten Dreier?

Süli: Memmingen hat eine junge Truppe. Auf der Leistung von Mering können wir aufbauen. Wir sind bereit und gewillt, den Sieg einzufahren. Ich bin überzeugt, wenn der Knoten platzt, wird auch ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Dann haben die Jungs auch mehr Selbstvertrauen. Noch fehlt es uns an der nötigen Cleverness, auch im Defensivverhalten. Wir können Fußball spielen, doch es reicht momentan nicht zu mehr.

Interview: Stefan Günter

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