Stunde der Wahrheit

Neuformiertes Westendorfer Ringerteam startet in der Bayerischen Oberliga

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Die beiden verantwortlichen Trainer, Jürgen Stechele (Freistil, links) und Klaus Prestele (Griechisch-Römisch) bauen in der Oberliga-Runde auch auf Markus Stechele.

Westendorf – Rund zwei Monate haben die Ringer des TSV Westendorf geschwitzt und akribisch gearbeitet, um auf den Punkt für die neue Saison in der Bayerischen Oberliga fit zu werden. Wenn die Ostallgäuer allerdings am Samstagabend vor rund 1000 Personen in Berchtesgaden ihre Premiere in der zweithöchsten Liga Deutschlands feiern, dann steht eine neuformierte Mannschaft auf der Matte.

Nach dem Abstieg aus der DRB-Bundesliga hat sich einiges getan: Personell wird der TSV Westendorf auf seine Ausländer verzichten. Füllten die Ostallgäuer in den vergangenen Jahren einige Gewichtsklassen mit Legionären auf, so gehen heuer nur noch jeweils zehn eigene Westendorfer auf die Matten. Das dürfte in der zweigeteilten Oberliga, mit je einer Süd- und Nordstaffel, ein Novum sein. Hinzu kam die wesentlich entspannte Arbeit im Vorfeld der Saison. Mussten zu Bundesligazeiten noch Flüge, Hotels und Transfers vom Flughafen nach Westendorf und zurück für die ausländischen Sportler koordiniert und bezahlt werden, so fällt dieser Ballast in der Oberliga weg. „Wir brauchen keine zwei Lizenzen mehr, also für den BRV und DRB, was dadurch auch weniger Kosten verursacht“, erzählt Ringerchef Thomas Stechele. Durch den Wegfall der ausländischen Akteure musste die erste Mannschaft personell aufgefüllt werden. Dies hatte zur Folge, dass die dritte Mannschaft abgemeldet werden musste. Mit zwei Männerteams (Bayernliga und Oberliga) geht der TSV in die Saison 2019.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund: Durch den Abstieg in die Oberliga hat sich Christopher Kraemer eine neue sportliche Herausforderung gesucht. Er ringt weiterhin in Deutschlands höchster Liga und startet für die Red Devils Heilbronn. Sein Einzelstartrecht hat er weiterhin für die Westendorfer. Des Weiteren stehen Steve Masuch, Maximilian Goßner und Christian Stühle in dieser Saison nicht zur Verfügung. „Dem müssen wir eben Rechnung tragen. Es ist eine Momentaufnahme, was jetzt nicht bedeutet, dass die jungen Ringer es nicht schaffen werden. Ganz im Gegenteil“, so Thomas Stechele, der diesen Umbruch wie der gesamte Vorstand und das Trainerteam befürwortet und in vollem Umfang unterstützt. Gerade das verantwortliche Trainerteam, mit Klaus Prestele (Griechisch-Römisch) und Jürgen Stechele (Freistil), hat die letzten Wochen und Monate akribisch mit allen Ringern gearbeitet. „Beide sind Gold wert, weil sie die Begeisterung für unseren großartigen Sport in jedem Training vorleben. Daher springt auch der Funke auf jeden Einzelnen über“, zeigt sich Thomas Stechele begeistert. Viele bayerische Vereine beneiden daher den TSV Westendorf, der durch seine ausgezeichnete Ausbildung und Struktur zum Vorreiter und Aushängeschild im Freistaat wurde.

Auswärts gefordert

Ab Samstag schlägt nun die Stunde der Wahrheit. Die große Frage ist, wie startet der TSV Westendorf in die neue Saison. Auftaktgegner ist der TSV Berchtesgaden, der 2018 die Runde als Tabellensechster beendete. Mit dem SC Anger, SV Siegfried Hallbergmoos II, SC Isaria Unterföhring, SV Untergriesbach und SpVgg Freising warten spannende Aufgaben. „Die Konkurrenz ist sehr groß. Unser erklärtes Ziel ist ein Platz unter den ersten Drei“, so Coach Jürgen Stechele. Weil der Bayerische Ringer-Verband die Nord- und Südstaffel in der kommenden Saison zu einer eingleisigen Liga mit acht Mannschaften umstrukturiert, muss Westendorf mindestens Rang drei einnehmen, um auch im Jahr 2020 in der höchsten bayerischen Liga mitringen zu können.

Übrigens: Der erste Heimkampf in der Sparkassen-Arena im Bürgerhaus steht am 21. September auf dem Programm, wenn um 19.30 Uhr die Bundesliga-Reserve des SV Siegfried Hallbergmoos zu Gast ist.

von Stefan Günter

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