Entscheidungen sorgen für Zündstoff

Sturm und Gracel verlassen den ESVK

Branden Gracel (hinten, ohne Helm) hat um Vertragsauflösung gebeten und wird nicht mehr für den ESVK spielen.
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Branden Gracel (hinten, ohne Helm) hat um Vertragsauflösung gebeten und wird nicht mehr für den ESVK spielen.
  • Thomas Schreiber
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Kaufbeuren – Der ESV Kaufbeuren wartet im Jahr 2022 noch immer auf den ersten Sieg. Die 2:3-Heimniederlage gegen die Heilbronner Falken am Freitagabend war jahresübergreifend bereits die neunte Pleite in Folge. Dazu kamen in der vergangenen Woche noch zwei überraschende Personalentscheidungen dazu. Wegen einer mannschaftlichen Quarantäne beim EHC Freiburg musste das für Sonntag angesetzte Auswärtsspiel auf Mittwoch, 12. Januar, verschoben werden.

Ist es das fehlende Glück, ist es Pech oder reicht in den spielentscheidenden Situationen einfach die Qualität in der Mannschaft nicht aus? Fragen über Fragen, die man sich nach neun Niederlagen in Serie durchaus stellen darf. Trainer Tray Tuomie sah dabei gegen Heilbronn dennoch ein ausgeglichenes Startdrittel, das die Gäste lediglich durch den Überzahltreffer von Top-Skorer Jeremy Williams mit Vorteilen beenden konnten. Trotz des 1:1-Ausgleichs von Joey Lewis in der 26. Minute, bemängelte der Kaufbeurer Trainer, dass sein Team etwas vom Matchplan abgekommen sei. Regelrecht überrumpelt wurden die Joker dann zu Beginn des letzten Drittels, als Julian Lautenschlager und Stefan Della Rovere die Falken mit zwei schnellen Toren binnen 47 Sekunden mit 3:1 in Führung brachten. Zwar zeigten die Kaufbeurer erneut Moral und kamen durch John Lammers in der 52. Minute noch einmal auf 2:3 heran. Doch der Ausgleich sollte in der verbleibenden Zeit nicht mehr gelingen. „Das waren heute bei der engen Tabellensituation drei ganz wichtige Punkte für uns“, sagte Gäste-Trainer Jason Mor­gan. „Wir müssen weiter an uns arbeiten und als Team spielen, dann kommen wir auch wieder raus aus diesem Loch“, wagt Verteidiger Fabian Koziol einen positiven Gedanken für die Zukunft.

Sören Sturm und Branden Gracel gehen

Zur sportlichen Misere beim ESVK haben nun noch personelle Entscheidungen für zusätzlichen Zündstoff gesorgt. Diese verkündete der Verein am Dreikönigstag per Pressemitteilung. Obwohl die Rufe nach personellen Konsequenzen zuletzt immer lauter wurden, hat der Verein mit der Trennung von Sören Sturm und Branden Gracel offensichtlich überrascht. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, sind aber komplett davon überzeugt, dass es für die Mannschaft und auch für Sören Sturm eine Entscheidung war, die wir treffen mussten“, sagt Geschäftsführer Michael Kreitl, ohne dabei auf nähere Beweggründe einzugehen. Der gebürtige Kölner war am Silvestertag 2020 zum ESVK gewechselt, nachdem er zuvor in Ravensburg nach Differenzen mit dem dortigen Trainer seinen Vertrag vorzeitig aufgelöst hatte. In der laufenden Saison kam Sören Sturm bei 31 Einsätzen auf sechs Tore und weitere 18 Vorlagen.

Keine schöne Überraschung

Überrascht jedoch war der Verein, dass Gracel über seinen Berater um eine Vertragsauflösung gebeten hat. „Wir haben uns nach der doch etwas überraschenden Anfrage nach kurzer Beratung dazu entschieden, der Bitte nachzukommen.“ Der Verein bedauere diese Entscheidung auf der einen Seite, da Branden Gracel über viele Jahre ein absoluter Leistungsträger war. „Aktuell ist es aber so, dass wir in der jetzigen Situation Spieler benötigen, die die Kohlen aus dem Feuer holen wollen. Und wenn ein wichtiger Spieler dann mit seinen Gedanken womöglich nicht mehr zu 100 Prozent beim ESVK ist, ist es für alle Beteiligten die bessere Entscheidung, sich auch zu trennen“, begründet Michael Kreitl die Zustimmung zur Vertragsauflösung in der Pressemitteilung des Vereins. In dieser Saison konnte der kanadische Mittelstürmer in 25 Spielen lediglich fünf Treffer beisteuern, und auch das in den vergangenen Jahren beinah blinde Zusammenspiel mit Sami Blomqvist erlebte schon deutlich erfolgreichere Zeiten. Die sportliche Leitung mit Kreitl und Trainer Tuomie sondiert nun den Markt, um möglichst schnell adäquaten Ersatz zu finden.

Mittwochabend gegen Freiburg

Auf dem Eis geht es für die Joker bereits am heutigen Mittwochabend, 12. Januar, beim EHC Freiburg weiter, bevor am Freitag um 19.30 Uhr die Tölzer Löwen zu Gast in Kauf­beuren sind. Vielleicht kann der ESVK bis dahin bereits personelle Verstärkungen im Kader präsentieren.

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