ESVK-Stadion Mitte Oktober wieder bespielbar? Diskussionsrunde bei "Top 100" gibt Antworten

Hoffen auf das erste "echte" Heimspiel

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Nicht nur die Joker-Fans hoffen darauf, dass das Kaufbeurer Stadion bald wieder bespielbar ist. OB Stefan Bosse sprach bei den „Top 100“ vom 18. Oktober.

Kaufbeuren – Bekannte Fakten, aber auch Neuigkeiten gab es kürzlich für die ESVK-Fans bei der jüngsten der fast schon traditionellen „TOP 100“ Veranstaltungen. Neben den üblichen Reden wurden alle Fakten zur geplanten Neueröffnung des Kaufbeurer Stadions von den Zuhörern gespannt erwartet.

Eingeladen zu den "Top 100" hatte diesmal der ESVK Premium Sponsor „Joas Fenster“. Nachdem sich Firmeninhaber Konrad Joas zu Beginn selbst als Eishockey-Fan „outete“ und aus den Hochzeiten des deutschen Eishockeys in den 1980er Jahren berichtete, gaben in der anschließenden Podiumsdiskussion Oberbürgermeister Stefan Bosse und Vertreter des Vereins bekannt, wie es um den Einstieg in die neue Saison und – natürlich – um die aktuellen Arbeiten im Kaufbeurer Eisstadion steht. 

Claus Tenambergen leitete die Diskussionsrunde mit Bosse sowie den ESVK-Vorstandsmitgliedern Andreas Settele und Karl- Heinz Kielhorn und dem neuen ESVK-Pressesprecher Philippe Bader. Mit dabei waren außerdem Dieter „Didi“ Hegen als Trainer und sportlichen Leiter und, stellvertretend für die Spieler, Verteidiger Christof Aßner. 

Einen großen Dank für die „Hilfeleistung von allen Seiten“ sprach Karl-Heinz Kielhorn aus. Nur so sei es möglich gewesen, die letzte Saison 2012/13 überhaupt zu Ende spielen zu können. Philippe Bader wies darauf hin, dass „es einen ungeheuren Kraftakt braucht“, um ein Heimspiel auswärts zu veranstalten – vor allem in logistischer Hinsicht. Nicht weniger als cirka fünf bis sechs Stunden vor dem Anpfiff und rund drei Stunden nach dem Match sei sein Team beispielsweise damit beschäftigt, Zubehör und Catering hin und her zu befördern. Zudem ist es kein Geheimnis, dass die Joker durch das gesperrte Stadion einen nicht unerheblichen Trainingsrückstand haben. Kein Wunder ist es da, dass ESVK-Vorstand Andreas Settele eigentlich kein Heimspiel mehr auswärts abwickeln möchte, ausgenommen das Match am Sonntag, das definitiv in Memmingen (19.30 Uhr, gegen die Tower Stars Ravensburg) stattfindet. Ihm schwebt dagegen vor, die jeweiligen Matches als Heimspiele des entsprechenden Gastgebers vorzuziehen und später wieder auszugleichen. Gute Erfahrungen gibt es mit einer solchen Lösung bereits: Nach der Sanierung ihrer Halle in der vergangenen Saison haben es die Dresdner Eislöwen so praktiziert. 

Mit Spannung erwarteten die Anwesenden den Teil des Abends, an dem über den Termin für die Wiederinbetriebnahme der Kaufbeurer Sparkas- sen-Arena gesprochen werden sollte. Während Optimisten bislang stets auf Anfang August gehofft hatten, habe er, „wie üb- rigens auch die Planer“, schon immer eher einen Termin Anfang Oktober anvisiert, erklärte Stefan Bosse und verwies auf verschiedene, nicht kalkulierbare Hindernisse. So sei auf der Baustelle im Stadion erst kürzlich ein falscher Träger angebohrt worden: „Zum Glück wurde der Fortschritt der Arbeiten dadurch nicht verzögert“. Er hält eine Eisbereitung in etwa ab dem 10. Oktober für realistisch. Laut Bosse stehen allerdings demnächst Arbeitsschritte bevor, die rund um eine Ammoniakleitung ausgeführt werden müssen. „Angenommen, diese wäre aufgrund der Eisbereitung gefüllt und wir führen dort Bauarbeiten aus, könnte es am Ende Tote geben“, erinnerte der Rathauschef an die Ernsthaftigkeit dieses Themas. Sollte der 10. Oktober aber wie geplant gehalten werden können, dann fände das erste „echte“ Heimspiel am 18. Oktober gegen die Dresdner Eislöwen in Kaufbeuren statt. 

 Ob und wie es mit der Eishalle nach dem 30. Juni 2017 weitergeht, ist noch völlig offen. Der Bürgermeister stellte aber klar, dass der Aufwand für den Ersatz der Spielstätte auf keinen Fall zu Lasten anderer Vereine gehen dürfe. Schließlich seien Investitionen auch in Schulen oder anderen Vereinen nötig. Einer neuen Halle mit zwei Eisflächen oder gar einer Multifunktionsarena mit geschätzten Kosten von cirka 30 Millionen Euro erteilte er eine Absage: „Es wäre schon ein Kraftakt, eine Eishalle für rund 15 Millionen als Stadt zu finanzieren“. Entscheiden sollen das aber schlussendlich die Bürger. Einer Verbindung dieser Abstimmung mit der Europawahl im Mai 2014 habe die Regierung von Schwaben bereits zugestimmt. 

Aktuell wird noch erwogen, welche Alternativen, wie eine komplette Stadionsanierung oder ein Neubau, möglich wären. Eine solche Befragung sei zudem kein „Selbstläufer“, so Bosse und erfordere Engagement sowohl von den Wahlberechtigten als auch von Vereinsseite. von Werner Mayr

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