Von der Notlösung zum Glücksgriff

Torhüter Maximilian Meier vom EV Füssen hat bei seinen bisherigen Einsätzen für die Joker voll überzeugt

Maximilian Meier beim ESV Kaufbeuren
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Vom Ersatztorwart in der Oberliga beim EV Füssen hat sich Maximilian Meier beim ESV Kaufbeuren durch starke Leistungen für weitere Einsätze empfohlen.

Kaufbeuren – ESVK-Trainer Rob Pallin ist bei seinen Lobeshymnen für einzelne Spieler eher verhalten euphorisch und hebt gerne den Teamgeist hervor. Doch für seinen jungen Torwart Maximilian Meier hat er beinahe nach jeder Partie eine kleine Huldigung parat. „Er kommt als Back-up aus der Oberliga und macht bei uns einen super Job“, würdigte der Coach seine Leistung auch nach dem Sieg gegen den EV Landshut. Wen wundert es, denn der 21-Jährige ging bei seinen bisherigen acht Einsätzen mit dem ESVK sechs Mal als Sieger vom Eis. Bei einer Fangquote von 91,15 Prozent gibt es ligaweit nicht mehr viele Torleute, die einen besseren Schnitt aufweisen können. 

Nachdem Ende Dezember bekannt wurde, dass Torhüter Stefan Vajs wegen einer Verletzung längerfristig ausfallen wird, war der Verein noch einmal zum Handeln gezwungen. „Da uns mit Dominic Guran nur ein Torwart aus dem eigenen Nachwuchs zur Verfügung stand, wäre das Risiko für die Dauer von rund zwei Monaten einfach zu groß gewesen“, begründete Geschäftsführer Michael Kreitl die Entscheidung.

Schnell machten damals unter den Fans prominente Lösungen wie Jochen Reimer und auch Timo Pielmeier die Runde, doch Kreitl hatte sich für eine weitaus kleinere Lösung entschieden, die sich nun immer mehr zu einem Glücksgriff herausstellt. „Wir sind mit seiner Entwicklung super zufrieden. Wir wussten, dass er Talent hat. Dass er jedoch seine Rolle so gut und auch unaufgeregt ausfüllen würde, konnten wir nicht erwarten“, sagte der sportliche Leiter beim ESVK.

Sehr neutral betrachtet indes „Maxi“ Meier sein bisheriges Wirken in der DEL2: „Es freut mich natürlich, dass es bei mir so gut läuft, aber die Mannschaft macht auch defensiv einen guten Job für mich“, sagte der junge Torhüter mit Dank an seine Vorderleute. Ohne einen sehr kulanten Arbeitgeber wäre jedoch der Sprung aus der Oberliga in die DEL2-Profiliga nicht möglich. „Ich bekomme dort glücklicherweise die Freiräume, damit ich auch vor dem Training und zu den Spielen die notwendige Zeit zur stressfreien Vorbereitung habe“, berichtete Meier, der normalerweise einem Vollzeitjob als kaufmännischer Angestellter nachgeht. Gerade in der Zeit, wo man beinahe täglich mit Training und Spielen unterwegs ist, sei ihm die Regeneration sehr wichtig. „Da hat jeder so seine Rituale, aber bei mir ist das Dehnen ganz wichtig“, berichtete der Sportler.

Auch die 40-minütige Heimfahrt zu seinem Wohnort Peißenberg dient für ihn bei guter Musik zum Entspannen. Auch wenn der Kontakt zu den Mannschaftskollegen nach Füssen durch sein neues Arbeitsumfeld etwas abgebrochen sei, habe er sich nach dem Sieg gegen Landshut ganz besonders über eine Nachricht mit Glückwünschen von seinem Ex-Trainer Andreas Becherer gefreut. Seine Maske in den Vereinsfarben des EV Füssen gehalten, hat zwar in den sozialen Netzwerken schon für den einen oder anderen amüsanten Spruch gesorgt, doch für den ehrgeizigen Torhüter ist sie aktuell so etwas wie der Glücksbringer. „Momentan genieße ich einfach die Situation, doch ich weiß auch, dass es im Eishockey ganz schnell gehen kann“, sagte Meier abschließend, der seinen Wechsel vom Kobelhang in die Erdgas-Schwaben-Arena bisher nicht bereut hat.

Joker spielen im Zwei-Tage-Rhythmus

Der ohnehin bereits dicht gedrängte Spielplan in der DEL2 wurde in der vergangenen Woche noch einmal optimiert, so dass die Mannschaften bis zum Ende der Doppelrunde beinahe im Zwei-Tage-Rhythmus antreten müssen. Für den ESVK steht nach den beiden Heimspielen gegen die Eispiraten Crimmitschau und den Lausitzer Füchse vom Donnerstag und Freitag (nach Redaktionsschluss) am Sonntag um 17 Uhr das Auswärtsspiel in Freiburg auf dem Programm. Am Dienstag um 19.30 Uhr müssen die Joker dann bei den Tölzer Löwen antreten. Alle Spiele sind wie immer über Sprade TV zu empfangen. Alle Ergebnisse und Stimmen zu den Spielen gibt es zeitnah unter www.kreisbote.de.

Thomas Schreiber

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