Traum von der Bundesliga

Furkan Kircicek aus Kaufbeuren kickt nun in der Dritten Liga

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Der Kaufbeurer Furkan Kircicek geht mit Türkgücü München in seine zweite Saison. Der Offensivspieler kickt nun in der Dritten Liga.

Allgäu – Das Allgäu ist für seine talentierten Kicker bekannt. Bestes Beispiel ist Kevin Volland vom FC Thalhofen, der als Profi bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag steht. Der Marktoberdorfer Tobias Pachonik kickt für den niederländischen Erstligisten VVV-Venlo.

Doch nun rückt mit Furkan Kircicek ein weiteres großes Talent in den Fokus. Der 23-jährige Kaufbeurer wird mit Türkgücü München in der kommenden Spielzeit in der Dritten Liga auflaufen.

Es ist eine steile Karriere, die Kircicek bisher erlebt hat. „Den Sprung in den Profibereich schaffen nur wenige“, sagt der gebürtige Füssener, der von der E- bis zur A-Jugend fast alle Altersklassen im Nachwuchsbereich bei der SpVgg Kaufbeuren durchlief. Dabei war in frühen Jahren gar nicht absehbar, dass aus ihm ein begnadeter Kicker wird. Denn aufgrund der Nähe zu den Bergen, lief er erst einmal Ski, bevor er im späten Alter von acht Jahren seine Begeisterung zum Fußball fand. „Ich hatte dann nur noch Fußball im Kopf“, erinnert sich Kircicek noch genau an seine Anfänge und seinen Wechsel nach Kaufbeuren. Schnell war absehbar, dass Furkan Kircicek zu einem talentierten Kicker werden wurde. 

Bei Freunden der SVK bleiben

Ein Angebot des FC Augsburg schlug er aus, wollte mit seinen Freunden bei der SVK bleiben. In seinem letzten Jahr bei der Spielvereinigung (2014/2015) durfte er sogar mit einer Sondergenehmigung für die Erste in der Landesliga auflaufen. Seine Stürmerqualitäten fielen sofort auf. Die Angebote prasselten auf den Tisch. Dass er sich nicht für ein Engagement beim FC Augsburg entschied, war im Nachhinein vernünftig. Er hätte nämlich seine Ausbildung zum Speditionskaufmann abbrechen müssen. Das wollte er nicht. Stattdessen führte ihn sein Weg nach Memmingen. Dort konnte er Beruf und den Sport verbinden. Auch hier musste sich Kircicek anfangs durchbeißen, betrieb einen enormen Trainingsaufwand. Erst ab der Saison 2017/2018 war eine feste Größe bei den Maustädtern. 

14 Treffer, neun Assists

„Für mich war diese Zeit sehr fruchtbar. Auch jetzt habe ich noch ein gutes Verhältnis zu einigen Spielern“, erzählt er. In seinem letzten Jahr in Memmingen traf er 14 Mal und bereitete neun Assists vor, damit gehörte er zu den erfolgreichsten Topspielern der Liga. „Ich habe mich dann bewusst für Türkgücü München entschieden, weil mich der Verein und das Konzept mehr als überzeugt haben.“ Selbst der Präsident warb um Kircicek. Ein Grund für das Engagement in der Landeshauptstadt ist auch die kurze Entfernung zu seinen Eltern, die weiterhin in Kaufbeuren wohnen.

Das Maximale herausholen

Schon bei seinem ersten Jahr mit Türkgücü in der Regionalliga musste er viel Zeit investieren. Das wird in der Dritten Liga nicht weniger werden. „Ich will natürlich viel Spielzeit bekommen“, ist er bereits stolz auf das Erreichte und die Tatsache, soweit gekommen zu sein. Er wolle weiterhin das Maximale aus sich herausholen. „Der Traum ist natürlich die Bundesliga, wer will das nicht. Doch ich bin Realist und weiß, dass es ein schwerer Weg bis ganz nach oben ist.“ Auch die Corona-Pandamie bremste ihn etwas aus. 

Erst am 1. August beginnt offiziell die Vorbereitung mit Türkgücü für den Re-Start, dann in der Dritten Liga. Kircicek war aber nicht untätig. Er engagierte sogar einen Personaltrainer. Viermal die Woche ist er gefordert. Kraft- und Schnelligkeitsübungen sowie Arbeiten mit dem Ball – der Kaufbeurer will nichts dem Zufall überlassen. „Ich will nach der langen Pause so gut wie möglich in die Vorbereitung starten, um gleich zu Beginn auf einem Toplevel zu sein.“

Auch wenn er mittlerweile in München wohnt, den Bezug zur SVK hat er weiterhin nicht verloren. „Ich hatte eine schöne Zeit in Kaufbeuren und bin auch Jugendleiter Antonio Pisanu für vieles dankbar. Er hat weiterhin ein offenes Ohr für mich.“

Stefan Günter

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