Kein Verständnis für Stadion-Aus

Möglicher Verkauf des Kaufbeurer Parkstadions schlägt hohe Wellen

Parkstadion Sportplatz Kaufbeuren
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Oberbürgermeister Stefan Bosse sieht auf der Fläche des Parkstadions gute Realisierungschancen für das Hochschulprojekt. Zusammen mit dem Neubau des Landesamts für Finanzen gegenüber dem Bahnhof könnte ein großer Hochschul- und Behördencampus entstehen.

Kaufbeuren – Das mögliche Aus für den Sport durch den Verkauf des Kaufbeurer Parkstadions schlägt weiterhin hohe Wellen. In den sozialen Medien wird heftig darüber diskutiert und auch die betroffenen Vereine und Abteilungen, die das Areal am Berliner Platz als Trainings- und Spielstätte benutzen, fühlen sich zum Teil vor den Kopf gestoßen.

Der gesamte Vorstand des Turnvereins Kaufbeuren ist „geschockt, enttäuscht und verärgert“. In einer ausführlichen Stellungnahme könne der TVK die jetzige Entwicklung nur schwer nachvollziehen. „So soll für 300 bis 400 Studenten für mehr als 100 Millionen Euro ein Campus errichtet werden, der wohlgemerkt auch nur den Studenten diene und von Freitagnachmittag bis Sonntagabend an zentraler Stelle der Stadt verwaist sein wird.“ Der Vorstand macht in seinem Schreiben außerdem deutlich, „dass mit einem Bruchteil der geplanten Investitionssumme die Kaufbeurer Sportstätten in einen Zustand gebracht werden könnten, der Tausenden zugutekäme – vom Bau einer modernen Mehrzweckhalle ganz zu schweigen“.

Auch betroffen sind die Kicker der SpVgg Kaufbeuren, die das Parkstadion vorwiegend für ihre Punktspiele der Seniorenmannschaften nutzen. Selbst der Nachwuchs führt an selbiger Stelle seine Pflichtspiele durch. Die SVK hält sich derweil aber bedeckt. In einer schriftlichen Stellungnahme hieß es von Geschäftsführer Jens-Uwe Homann: „Wir haben entschieden, zunächst die offizielle Verlautbarung der Stadt Kaufbeuren abzuwarten und anschließend zu beraten, wie die SpVgg Kaufbeuren agiert“.

Jürgen Felker, Erster Vorsitzender des Kaufbeurer Leichtathletik-Clubs, ist gegen einen Verkauf des Parkstadions. Aus seiner Sicht werde „ein funktionierendes Stadion geopfert.“ Für ihn könne nichts Gleichwertiges so ohne Weiteres aus dem Boden gestampft werden. „Die Stadt hat weder das Grundstück noch das Geld dazu.“ Einen möglichen Ersatz in der Turnerstraße in Neugablonz sieht er sehr skeptisch.

Mit dieser Aussage steht er allerdings nicht alleine da. Die Widerstände sind groß. Die Leichtathleten sehen sich ohne eine 400 Meter-Bahn künftig im Abseits. Sportevents können dann nicht mehr durchgeführt werden. Mehr zu diesem Thema lesen Sie beim Kreisbote.

Stefan Günter

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