Von Verletzungspech geplagt

BSK-Coach Bayer im Interview: „Ich bin bereit, eine neue Mannschaft aufzubauen“

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Günter Bayer geht mit dem BSK Olympia Neugablonz in seine dritte Bezirksliga-Saison.

Kaufbeuren-Neugablonz – Während die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland so langsam in den Fokus rückt, wird es im Amateurbereich dagegen ruhiger. Viele Teams genießen die kurzweilige Sommerpause, ehe schon wieder Mitte oder spätestens Ende Juni die Vorbereitungsphase für die neue Spielzeit beginnt. Der BSK Olympia Neugablonz hat eine durchwachsene Saison mit dem neunten Rang beendet.

Dabei hatten die Schmuckstädter über die vergangenen Monate hinweg mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Hervorzuheben waren die immensen Verletzungssorgen. Der Kreisbote sprach mit Cheftrainer Günter Bayer.

Herr Bayer, Sie haben als verantwortlicher Trainer ihre zweite Saison beim BSK beendet. Beide Spielzeiten hätten doch nicht unterschiedlicher sein können?

Bayer: Das ist richtig. Das Jahr zuvor hatten wir eine überdurchschnittlich gute Bezirksliga-Mannschaft. Wäre nicht dieser ominöse Urlausmonat August gewesen, hätte ich vermutlich die Meisterschaft gewonnen. So mussten wir nach sieben Spieltagen als Tabellenletzter das Feld von hinten aufrollen. Nach dem verlorenen vierten Relegationsspiel gegen Oberweikertshofen sind bei uns leider die Dämme gebrochen. Einige Spieler erklärten ihren Abschied. Am Ende waren es acht Spieler, die zum Teil von heute auf morgen den Verein verlassen haben. Wir haben in der vergangenen Saison eine vernünftige Mannschaft gestellt, die dann leider peu à peu eingebrochen ist. Bei einigen Akteuren stimmte leider auch die Einstellung nicht. Nach der Winterpause bekamen wir dann die Quittung. Das war sehr bitter. Wir sind im Endeffekt heilfroh, dass wir die letzten Spiele noch positiv für uns gestalten konnten und so mit dem Abstieg nichts zu tun hatten.

Steht dem BSK ein personeller Umbruch bevor?

Bayer: Wir hatten schon im Sommer 2017 einen Umbruch. Auch diesmal werden wir den einen oder anderen Spieler wohl wieder ersetzen müssen. Da geht es ständig hin und her. Der harte Kern wie Alexander Günter, Eugen Erhart, Dennis Starowoit und Alexander Weber bleibt uns erhalten. Sie sind beim BSK noch die letzten Mohikaner.

Die vier Spieler werden aber auch nicht jünger.

Bayer: In dieser Liga kannst du mit 30 Jahren noch gut Fußball spielen. Eugen Erhart und Alexander Günter können das. Allerdings steht bei beiden die Gesundheit im Vordergrund. Alex musste schon drei Kreuzbandrisse wegstecken. Selbst Dennis Starowoit kann noch zehn Jahre im Tor stehen. Ein Alexander Weber ist im besten Fußballeralter. Problem beim BSK ist jedoch der Unterbau. Es fehlt eine starke A-Jugend mit Talenten, die für die Erste hochgezogen werden können.

Alessandro Mormina wird nach seinem Kreuzbandriss wohl zum August wieder einsatzfähig sein. Wann ist denn mit den anderen Langzeitverletzten?

Bayer: Was uns in Neugablonz generell mit Kreuzbandrissen widerfahren ist, habe ich in 35 Trainerjahren nicht erlebt. Stammspieler und Leistungsträger wurden hier einfach herausgerissen. Nehmen wir Julian Süß, der sich hervorragend bis zu seiner Verletzung präsentiert hat. Waldemar Schander fehlt seit eineinhalb Jahren. Er hat zwar wieder angefangen zu trainieren, doch muss er wieder Gas geben, um den Anschluss zu schaffen. Um Ostern herum verletzte sich Markus Scholl am Sprunggelenk. Nicht zu vergessen Thomas Waltenberger, ein junger Kerl mit 22 Jahren, der vor Ehrgeiz brennt. Auch er zog sich einen Kreuzbandriss zu. Ich rechne mit ihm nicht vor 2019. Das sind durch die Bank wichtige Spieler, ja Leistungsträger, die dem BSK fehlen.

Bei einem Blick auf die Statistik fällt auf, dass Sie in jedem Punktspiel eine andere Aufstellung hatten.

Bayer: Ich habe über die gesamte Saison 30 Spieler eingesetzt, so viele wohl wie keine andere Mannschaft in der Liga. Und: 30-mal sind wir mit einer anderen Aufstellung angetreten, das resultiert aus den verschiedensten Gründen. Von daher muss man auch froh sein, dass wir die Klasse gehalten haben. Zu unseren Langzeitverletzten kommen leider noch die vielen Schichtarbeiter dazu.

Was stimmt Sie dennoch positiv für die neue Saison?

Bayer: Beim BSK kann es nicht mehr schlimmer kommen. Diesen Ausdruck habe ich schon des Öfteren in den Mund genommen. Und siehe da, es wurde doch noch schlimmer. Es kommt jetzt natürlich darauf an, was in der Wechselzeit passiert, ob wir gute Spieler an Land ziehen können. Schließlich wird man selbstverständlich auch in Neugablonz am Erfolg gemessen. Wenn der Erfolg dann so ausfällt wie heuer, dass nur der neunte Tabellenplatz erreicht wird, ist das nicht ganz befriedigend. Ich möchte schon mehr erreichen, als nur gegen den Abstieg zu spielen. Ich bin bereit, eine neue Mannschaft aufzubauen.

Das Interview führte Stefan Günter

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