Neue Gesichter bei den Jokern

Vier Neubesetzungen: ESV Kaufbeuren startet mit kompletten Kader in die Saison

Fabian Voit (v. li.), John Lammers, Tyler Spurgeon und Patrick Reimer vom ESVK.
+
Die Neuzugänge des ESV Kaufbeuren: Fabian Voit (v. li.), John Lammers, Tyler Spurgeon und Patrick Reimer.

Kaufbeuren – Mit Beginn der Saisonvorbereitung kann der ESV Kaufbeuren bereits seinen kompletten Kader für die neue Saison präsentieren. Doch damit nicht genug, denn mit der kurzzeitigen Verpflichtung von Patrick Reimer ist den Allgäuern noch ein richtiger Transferhammer geglückt. Somit kehrt der Kapitän der Nürnberg Ice-Tigers aus der Deutschen Eishockeyliga (DEL) zu seinen Wurzeln zurück. Wenn auch nur für eine begrenzte Zeit. 

Nicht alle Teams in der DEL 2 haben hingegen ihre Planstellen besetzt. Gerade auf den Kontingentstellen versucht man gerne auf dem letzten Drücker noch ein Schnäppchen zu schlagen, oder die Spieler zunächst nur mit einem begrenzten Try-out-Vertrag auszustatten. Qualität statt Quantität war dagegen beim ESVK der Leitfaden bei der Besetzung der beiden offenen Kontingentstellen. Nachdem das finnische Trio um Ossi Saarinen, Antti Kerälä und Jere Laaksonen den Verein verlassen mussten, hatte der neue Trainer Rob Pallin schnell seinen Wunschzettel bei Michael Kreitl eingereicht.

Tyler Spurgeon, mit dem Pallin zuletzt vier Jahre gemeinsam in Innsbruck zusammengearbeitet hatte, war einer seiner Wunschspieler. Der 34-Jährige ist auf der Mittelstürmerposition beheimatet und spielte die vergangenen zehn Jahre in der Erste Bank Eishockeyliga (EBEL) für Klagenfurt und Innsbruck. „Tyler ist ein absoluter Leader-Typ, der auf und neben dem Eis für uns ganz wichtig sein wird“, beschreibt Michael Kreitl seinen Neuzugang, der beim ESVK das Trikot mit der Nummer 19 tragen wird. Zudem ist der Kanadier auch ein zuverlässiger Skorer. Bei insgesamt 399 Einsätzen in der EBEL brachte es Spurgeon auf 129 Tore und 173 Vorlagen. „Ich bin absolut bereit für meine neue Aufgabe und freue mich mit meiner Art Eishockey zu spielen zum Erfolg der gesamten Mannschaft beitragen zu können“, sagt der sympathische Sportmann.

Ein weiteres Puzzle im Angriff war die Verpflichtung von John Lammers. Der Kanadier spielte zusammen mit Spurgeon die letzten fünf Spielzeiten beim HC Innsbruck. Es ist sicher kein Geheimnis, dass ihm sein langjähriger Mitspieler seinen neuen Arbeitgeber mit schmackhaft gemacht hat. „Wir konnten uns John Lammers jedoch nur durch den Buy-Out in Innsbruck leisten, sonst hätten wir von einer Verpflichtung Abstand nehmen müssen“, erklärte Kreitl. Doch mit Lammers konnten sich die Joker einen echten Torjäger an Land ziehen. In seinen 496 Spielen, die er in der EBEL absolviert hatte, gelangen dem bulligen Stürmer 162 Tore und weitere 254 Vorlagen. Der ebenfalls 34jährige gilt als guter Skater und ist mit einem gewaltigen Schuss ausgestattet. „Wir wollten uns in der Spitze verstärken, das ist uns mit beiden Spielern sehr gut gelungen“, sagte Kreitl, der aber auch keinen Hehl daraus macht, dass der Kader in der Breite schlanker geworden ist. „Uns haben zwölf Spieler verlassen und wir haben nur drei klassische Neuzugänge geholt. Dazu kommen jedoch mit Markus Schweiger, Max Oswald, Tobias Echtler und Philipp Krauß noch vier vielversprechende Leute aus dem eigenen Nachwuchs dazu.“ Insgesamt umfasst der Kader derzeit zwei Torhüter, sieben Verteidiger und 14 Stürmer. Dabei ist jedoch auch bereits Patrick Reimer mit eingerechnet, der dem ESVK aller Voraussicht nur bis zum 30. November zur Verfügung steht.

In die Kategorie Perspektivspieler fällt die Verpflichtung von Fabian Voit. Der gebürtige Augsburger durchlief beim AEV alle Nachwuchsmannschaften, ehe es ihn dann nach Sonthofen in die Oberliga verschlug. „Wir haben Fabian schon einige Zeit auf dem Schirm und er hat sich gut entwickelt. Zudem bringt er mit einer Größe von 1,88 Metern und 88 Kilogramm gute Voraussetzungen für die Liga mit“, sagte der Geschäftsführer.

Nicht zu vergessen ist jedoch, dass es dem ESVK gelungen ist seinen Top-Skorer Sami Blomqvist bereits die fünfte Saison in Folge wieder zu verpflichten. Dies ist auch ein Ergebnis der wirtschaftlichen Entwicklung die der Verein mit Gründung der GmbH und dem neuen Stadion genommen hat. Musste man in früheren Jahren bei den Neuverpflichtungen stets auf den letzten Drücker warten und sich an der Resterampe der Liga bedienen oder auf einen Glücksgriff aus Übersee hoffen, so hat man nun inzwischen andere Möglichkeiten einen Spieler bei aller wirtschaftlicher Vernunft für den ESVK zu überzeugen.

Thomas Schreiber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare