Geduld ist gefragt

Wann geht es endlich auf den Fußballplatz zurück?

Dennis Hoffmann trainiert für den erneuten Re-Start im heimischen Fitnessstudio.
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Dennis Hoffmann trainiert für den erneuten Re-Start im heimischen Fitnessstudio.

Kaufbeuren/Landkreis – Mit der Verlängerung des Lockdowns stehen auch die Amateurfußballer in der Region vor einer ungewissen Zeit. Seit Anfang November wurde offiziell nicht mehr gegen den Ball getreten. Nachdem die bayerische Staatsregierung den Sportbetrieb bis zum 7. März weiterhin untersagt hat, müssen sich auch die zahlreichen Kicker in Geduld üben.

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) geht bei einem erneuten Re-Start von einem Stufenplan mit schrittweisen Lockerungen aus. Schon jetzt ist damit zu rechnen, dass die Politik den Trainings- und Spielbetrieb nicht von heute auf morgen zulassen wird. Damit dürfte sich die Vorgehensweise aus dem Frühsommer 2020 wiederholen. Dass es den Kickern nicht gerade schmeckt, ist nachvollziehbar.

Der Kaufbeurer Maximilian Süli hält sich seit Monaten fit. Dreimal die Woche geht er joggen, hinzu kommt noch ein gemeinsames Online-Training mit den Jungs des TSV Gilching. Auch Stabi-Übungen gehören zu seinem Programm. „Ich gehe davon aus, dass wir ab Ende April auf den Platz dürfen und spätestens im Mai wieder spielen werden“, zeigt sich der 30-jährige Süli optimistisch. Das gesamte Landesliga-Team schaffe jetzt schon die Grundlage für den Trainingsauftakt. Auch er trat im Oktober zum letzten Mal gegen den Ball. „Wir müssen die Saison normal zu Ende bringen. Dafür hat sich der BFV entschieden.“

Das gleiche Schicksal widerfährt auch Dennis Hoffmann. Der Marktoberdorfer, in den Diensten des Bayernligisten TSV Landsberg, hält sich ebenfalls individuell fit. „Warum soll ich mich jetzt über die aktuelle Situation aufregen? Es bringt doch eh nichts“, macht der 29-jährige Mittelfeldakteur aus der aktuellen Lage das Beste daraus. Im eigenen Haus hat er sich bereits sein eigenes Fitnessstudio eingerichtet. Mit seinen Teamkollegen sei er im ständigen Kontakt. „Das große Problem ist die Ungewissheit. Wir wollen alle starten, uns wiedersehen“, sieht Hoffmann eine ganz andere Erschwernis auf den Amateurfußball zukommen: Ohne Sponsoren und Zuschauer keine Einnahmen für die Vereine. „Es ist ein wahrer Teufelskreislauf. Nur wenn es Firmen in der Corona­krise nicht schlecht geht, können sie auch als Gönner und Unterstützer finanziell weiter auftreten.“ Diese Situation sei wohl außergewöhnlich.

Maximilian Nieberle vom BSK Olympia Neugablonz stellt sich den Re-Start für die Fußballer nicht einfach vor. „Da wir frühestens ab April wieder trainieren dürfen, wir aber drei bis vier Wochen Vorlauf brauchen, gehe ich davon aus, dass der Rest der Saison erst im Mai gespielt werden kann.“ Dem 23-jährige Defensivspieler fehlt der Fußball. Er sei fleißig am Laufen, wenngleich er dann doch die Hoffnung hat, dass die Saison irgendwie zu Ende gebracht wird. „Es gibt wahrlich Schlimmeres!“

Ins gleiche Horn stößt auch Hans-Jörg Nisseler. Der Trainer des TSV Obergünzburg geht davon aus, dass der Amateursport als Letztes dran sein wird. „Uns allen fehlt der Fußball. Viele treten sogar aus den Vereinen aus, weil sie keine Leistungen bringen. Da haben es einige wohl nicht verstanden, wozu überhaupt ein Verein da ist“, sagt er hier kritisch und fügt einen weiteren Aspekt hinzu: „Wir müssen Hunderte von Euro ausgeben, damit wir in der Vorbereitung Testspiele auf Kunstrasen durchführen können. Wenn die Plätze am schönsten sind, nämlich von Mai bis Juli, machen wir eine Pause.“ Nisseler hofft, dass sich durch die Coronakrise künftig etwas ändert. „Man hält an alten Zöpfen fest. Das ist nicht mehr zeitgemäß.“

Stefan Günter

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