Spielbetrieb in der DEL 2 läuft trotz einiger Spielabsagen weiter 

Weiterhin Lockdown beim ESVK

Leere Erdgas Schwaben Arena Kaufbeuren wegen Corona
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Die Eisfläche bleibt in diesen Tagen leer, die Spielerbänke sind verwaist und es herrscht eine gespenstische Ruhe in der Erdgas-Schwaben-Arena.

Kaufbeuren – Der ursprüngliche Spielplan in der DEL 2 wird von Woche zu Woche immer mehr zu einer Lotterie. Nach den Bayreuth Tigers und dem ESV Kaufbeuren kam am Donnerstagabend die Meldung, dass sich nun auch der EV Landshut vorsorglich in Quarantäne befindet. Da nach den positiven Corona-Testergebnissen der vergangenen Woche auch der ESV Kaufbeuren weiterhin in häuslicher Quarantäne steht, wurden die beiden vorgesehenen Punktspiele am Wochenende gegen Freiburg und Crimmitschau abgesagt. Auch die für Dienstag angesetzte Partie in Heilbronn ist von der DEL abgesetzt worden.

Man muss kein großer Prophet sein, um zu ahnen, dass sich dieses Szenario wohl durch die gesamte Saison ziehen wird. Trotz größter Hygienemaßnahmen in den Vereinen wird es immer wieder vorkommen, dass sich verschiedene Mannschaften in Quarantäne begeben müssen.

Während in den Landesverbänden ab der Bayernliga Abwärts die Saison bereits unterbrochen wurde, versuchen DEL 2 und Oberliga weiter alles, um den Ligaspielbetrieb aufrecht zu halten. Am 19. November hat nun auch die Deutsche Eishockeyliga (DEL) beschlossen, die Saison 2020/21 zu starten. Alle 14 Mannschaften haben sich auf einen Start am 17. Dezember verständigt, der jedoch bei nahezu allen Teams unter großen wirtschaftlichen Zwängen stehen wird. Doch vielleicht sorgt gerade dieser Umstand bei den Vereinen für ein Umdenken zu Gunsten des Deutschen Eishockeys. Weg von teuren ausländischen Spielern und dem eigenen Nachwuchs vermehrt eine Chance geben.

Uwe Krupp, Trainer der Kölner Haie, hat bereits vor einiger Zeit in der ZDF Sportreportage darüber gesprochen, dass es sein Team nicht mehr in der Form der vergangenen Jahre geben wird und man aus den genannten Zwängen auf den eigenen deutschen Nachwuchs bauen muss.

Mit dem Start der höchsten Deutschen Liga ist auch klar, dass die beiden ausgeliehenen DEL-Spieler Patrick Reimer und Daniel Schmölz dem ESVK ab dem 1. Dezember nicht mehr zur Verfügung stehen. Sofern die für das kommende Wochenende angesetzten Spiele am Freitag in Bad Nauheim und am Sonntag zu Hause gegen Frankfurt zur Ausführung kommen, wären es die letzten Einsätze für beide Spieler. Besonders bedauerlich wäre dabei für den ESVK die Absage für das Heimspiel am Sonntag. Für die Übertragung dieser Partie hat sich Magenta TV angekündigt, was dem Verein zusätzliche Einnahmen einbringen würde. Aus sportlicher, aber auch aus gesundheitlicher Sicht der Spieler, sieht Co-Trainer Sebastian Osterloh einem Re-Start für den ESVK mit gemischten Gefühlen entgegen. „Natürlich wird jeder Spieler im Rahmen seiner Möglichkeiten zu Hause etwas für sich tun, doch wir wissen ja gar nicht, wann wir wieder als Mannschaft trainieren dürfen. Wir betreiben Hochleistungssport, den kann man nicht einfach auf Knopfdruck wieder aktivieren“, sagt Osterloh, der auch für die körperliche Fitness der Mannschaft mit verantwortlich ist. Der ehemalige Kapitän rechnet nach der Corona-Quarantäne daher mindestens mit einer Eingewöhnungszeit von rund einer Woche. „Dazu kommt, dass wir nicht wissen wie jeder einzelne das Virus verarbeitet hat“, so die Befürchtungen von Osterloh.

Durch die angesetzten Nachholtermine im Dezember und Januar wird der bereits dicht getaktete Spielplan in diesen Monaten noch einmal zusätzlich befeuert. Auch darin sieht Osterloh die Sorge, dass die Spieler ständig am Belastungsmaximum laufen.

Derweil herrscht in der Erdas-Schwaben-Arena gespenstische Ruhe, da auch der komplette Nachwuchs bereits Anfang November den Spiel- und Trainingsbetrieb einstellen musste. Immer undurchsichtiger wird dagegen die aktuelle Tabellensituation in der DEL 2. Während Vereine wie die Bayreuth Tigers erst zwei oder der ESV Kaufbeu­ren erst drei Spiele absolviert haben, konnten andere Teams bereits sechs oder gar sieben Spiele austragen. So wird die Corona-Pandemie auch im Eishockey bis auf Weiteres großen Einfluss haben.

von Thomas Schreiber

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