Erleichterung und Skepsis

Wie die Ringer des TSV Westendorf den Re-Start vor Zuschauern einschätzen

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Solche Bilder mit frenetischen Fans wird es heuer beim TSV Westendorf nicht geben. Bei Heimkämpfen sind zum jetzigen Stand vorerst 200 Zuschauer erlaubt.

Westendorf – Die positiven Meldungen nach der Ministerratskonferenz am vergangenen Dienstag haben auch die Ringer des TSV Westendorf erreicht. Die Kampfsportarten hatten es in den vergangenen Wochen und Monaten sehr schwer. Immer wieder unternahm der Bayerische Ringer-Verband (BRV) Versuche, um neue Lockerungen anzustreben und vor allem eine verbindliche Perspektive zu erhalten. Nun können die Ringer ab dem 19. September ebenfalls vor Zuschauern ringen.

„Für uns ist das ein positives Zeichen. Es macht die aktuelle Situation schon einmal um ein Vielfaches einfacher“, sagte TSV-Vereinsboss Robert Zech. Bis zu 200 Zuschauer dürfen die Ostallgäuer zum jetzigen Zeitpunkt in ihre Sparkassen-Arena im Bürgerhaus hineinlassen. „Würden weitere Lockerungen beschlossen werden, müssen wir natürlich unser Hygiene- und Schutzkonzept anpassen.“ Allerdings bleiben die Trainingsgruppen der Griechisch-Römisch-Spezialisten und Freistiler weiterhin getrennt. Die Freude über die neuen Änderungen hält sich derweil bei Jürgen Stechele in Grenzen. „Ich kann die neue Situation noch gar nicht so richtig abschätzen. Sicherlich bin ich erleichtert, doch sehe ich das mit einer gewissen Vorsicht“, zeigte sich der Freistil-Cheftrainer eher etwas skeptisch.

Im Kabinettsbeschluss heißt es, dass der reguläre Wettkampfbetrieb bei Kontaktsportarten unter Beachtung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowohl im Freien als auch in geschlossenen Räumen zugelassen ist. Besonders bei Kampfsportarten mit einem länger andauernden unmittelbaren Körperkontakt soll hier im Training und Wettkampf eine Obergrenze von 20 Sportlerinnen oder Sportler gelten. „Es ist eine gute Entscheidung, wobei es meiner Meinung nach zu früh ist, um hier Jubelsprünge zu machen“, sagte Stechele.

Einen Tag nach der Online-Auswertung des Bayerischen Ringer-Verbandes hat die Bayerische Staatsregierung am vergangenen Dienstag dem Wettkampfsport wieder eine so wichtige Perspektive gegeben. Ab 19. September darf der Wettkampfbetrieb mit Zuschauern erfolgen. „Durch unser umsichtiges Handeln und unseren monatelangen Verzicht auf die vollumfängliche Ausübung unserer wunderbaren Sportart haben wir einen großen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet“, so Florian Geiger, BRV-Vizepräsident Sport, der ergänzte: „Wir sind zusammen mit allen anderen Sportarten im Freistaat belohnt worden“.

Der Bayerische Ringer-Verband hat die neue Saison in der Oberliga-Süd erst für den 24. Oktober angesetzt. „Uns ist natürlich bewusst, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt mit 200 Zuschauern rechnen dürfen. Allerdings können wir derzeit nur reagieren und die Situation vor dem Ligenstart erst einmal neu bewerten“, ist sich Zech bewusst, dass es nicht einmal die Ringer selbst in der Hand haben. „Wir werden aber alles dafür tun, dass wir sauber arbeiten.“ Sobald dem BRV verbindliche Ausführungsbestimmungen zu den notwendigen Auflagen, die über den Paragraf 21 der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hinausgehen, vorliegen, wird der BRV seine Vereine wie gewohnt informieren und Handlungsempfehlungen aussprechen, heißt es auf der offiziellen Homepage.

von Stefan Günter

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