Ein Sieg des Willens

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Er ließ sich nach seinem Kampf von den Fans feiern: Christian Stühle wuchs bei seinem Sieg im Schwergewicht über sich hinaus.

Westendorf – „Christian, du bist die größte Schau“, hallte es schon zur Pause aus dem Kabinentrakt des TSV Westendorf. Seine Ringer-Teamkollegen feierten den 25-Jährigen, der im Schwergewicht zur Höchstform auflief und die Mannschaft bereits ab dem zweiten Kampf auf die Siegerstraße manövrierte. Die Ostallgäuer gewannen in einem sensationellen Kampf gegen den Favoriten und Tabellendritten SV Triberg am Ende deutlich mit 19:8.

„Es war heute ein Sieg des absoluten Willens“, zeigte sich Abteilungsleiter Thomas Stechele sichtlich begeistert. Allein sieben Einzelduelle gingen auf das Konto des TSV. Fatos Durmishi gewann in der Gewichtsklasse bis 61 Kilogramm gegen Robert Miuti mit 4:2-Wertungspunkten. Keine Probleme hatte Zsolt Török im Halbschwergewicht, als er nach 48 Sekunden seinen Gegner Patrick Becker nach technischer Überlegenheit von der Matte schickte. Christopher Kraemer zeigte in der Klasse bis 66 Kilogramm Lukas Muschal die Grenzen auf und siegte mit 17:0. Auch Michael Heiß gewann im Mittelgewicht mit 10:8 und lag gegen Bogdan Eismont bereits zurück. Die beiden letzten Siege feierten jeweils Maximilian Goßner und Simon Einsle.

Bei der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Gästetrainer Mike Schäufele maßlos enttäuscht von seinen Jungs: „Der Knackpunkt war die Gewichtsklasse bis 130 Kilogramm. Hier hatte ich im Vorfeld drei Punkte eingerechnet, jetzt sind vier Zähler weg“. Christian Stühle lag im Schwergewicht bereits mit 1:8 gegen Victor Cojocari zurück, ehe er in einer fulminanten Aufholjagd den Kampf zu seinen Gunsten drehte. Die Halle tobte. „Das war der absolute Hammer. Christian hat Moral bewiesen“, war auch der Zweite Vorsitzende Bernhard Hofmann über den Verlauf dieses Kampfes sichtlich baff. „Es war Siegeswille pur“.

Stechele hingegen sprach sogar von einem „Kampf der Superlative“. Und Stühle blieb bei der Pressekonferenz ganz bescheiden. „Ab der fünften Wettkampfminute sah ich meine Chance. Ich habe gespürt, dass mein Gegner etwas nachlässt. Dann habe ich nur noch auf die Zeit und die Punkte geschaut“, so der 25-Jährige, der dem Triberger einen Durchdreher nach dem anderen verpasste und somit den Kampf mit 23:8 für sich entschied.

Der Stachel saß bei Tribergs Coach Schäufele nach Kampfende noch richtig tief. „Mir fällt es relativ schwer, alles in Worte zu fassen“. Als fairer Verlierer erwies sich auch Bogdan Eismont. Auch er musste im Mittelgewicht eine schmerzliche Niederlage gegen den Westendorfer Michael Heiß einstecken. „Michi hat einen super Kampf gemacht. Es war ein offener Schlagabtausch. Mir macht es jedes Mal richtig Spaß mit ihm zu ringen“.

Ein entscheidender Faktor für die Niederlage sei aus seiner Sicht das Westendorfer Publikum gewesen. „Die Fans sind für jeden Gegner eine echte Herausforderung“. Westendorf sei deutschlandweit berühmt für seine Kulisse, erntete er beim Pressegespräch einen Applaus für diese Aussage. Und für Tribergs Coach Schäufele war am Ende ausschlaggebend, „dass die Zuschauer hier meine Ringer wohl zu sehr beeindruckt haben“.

von Stefan Günter

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