Trotzdem ein Erlebnis

Westendorfer Niklas Stechele scheidet bei Olympia-Qualifikation in Budapest vorzeitig aus

UWW_Teambild Freistil - Kadir Caliskan
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Niklas Stechele (sitzend, 2. v. li.) mit dem DRB-Freistil-Team und Bundestrainer Jürgen Scheibe (hintere Reihe, 2. v. li.).

Westendorf – Bei der europäischen Olympia-Qualifikation in Budapest ist der einzige bayerische Vertreter in der Freistil-Konkurrenz vorzeitig ausgeschieden. Niklas Stechele vom TSV Westendorf, den Bundestrainer Jürgen Scheibe für Horst Lehr nachnominierte, verlor seinen einzigen Kampf im Limit bis 57 Kilogramm gegen den Aserbaidschaner Islam Bazarganov mit 0:5 Wertungspunkten.

Stechele ging gehandicapt auf die Matte, weil er sich bei einem internationalen Turnier in Kiew vor einigen Wochen das Innenband im rechten Knie angerissen hatte. Dennoch verkaufte sich der 21-Jährige klasse. Gegen den erfahrenen Bazarganov, der sich 2015 den Europameistertitel sicherte, lag Stechele zur Pause mit 0:2 zurück. Auch im zweiten Durchgang versteckte sich der Westendorfer nicht. Durch eine Passivitätsanzeige stand es zwischenzeitlich 0:3. Mit einer weiteren Aktion führte der Aserbaidschaner dann mit 5:0 und ließ sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.

„Natürlich hätte ich gerne gepunktet“, zog Stechele trotzdem eine positive Bilanz nach seiner ersten Olympia-Qualifikation überhaupt. Sein Gegner sei einfach einen Tick besser gewesen. Das Wichtigste: Das Knie hält weiter, obwohl sich der 21-Jährige im Kampf etwas unwohl fühlte. Auch Bundestrainer Scheibe attestierte Stechele trotz der Niederlage einen guten Auftritt. „Niki ist auf dem richtigen Weg. Für ihn war die Teilnahme in Budapest eine wichtige Erfahrung in seiner noch jungen Ringerkarriere. Das bringt ihn weiter.“ Wie der Freistil-Nationalcoach weiter ausführte, wisse Stechele nun, wie groß die Anspannung bei so einem sportlichen Event sei, wenn es um Olympia-Tickets gehe. „Ich denke, das bringt ihn weiter. Er hat noch so viel vor sich“, unterstrich Scheibe damit auch seine ordentliche Leistung gegen den Aserbaidschaner in der Qualifikation.

Für Niklas Stechele war es trotz des einen Kampfes ein großartiges Erlebnis in der ungarischen Hauptstadt. Obwohl keine Zuschauer zugelassen waren, wie schon beim World-Cup in Serbien Mitte Dezember und bei den jüngsten internationalen Auftritten, genoss der Ostallgäuer das Ambiente. Doch abseits der Matte waren die Vorschriften und Regeln sehr streng. „Bevor wir überhaupt die Halle betreten durften, mussten wir einen Schnelltest und einen PCR-Test über uns ergehen lassen“, erzählte Stechele. Auch die Betreuer, Trainer und Funktionäre wurden getestet. Folglich durften sich alle akkreditierten Teilnehmer nur in einer sogenannten Blase aufgehalten. Glücklicherweise war das Hotel von der Arena nur zwei Minuten zu Fuß entfernt. Die UWW (United World Wrestling) machte darauf aufmerksam, wer sich nicht daran hält, wird vom Turnier ausgeschlossen.

Auf Grund der aktuellen Situation wird wohl auch beim zweiten großen Turnier Anfang Mai in Sofia das gleiche Prozedere erwartet. Bundestrainer Scheibe wird aller Voraussicht nach wieder Niklas Stechele für das Ausscheidungsturnier in Bulgarien nominieren. Bis dahin gönnt sich der Westendorfer eine kurze Pause, ehe es dann wieder mit Lehrgängen und Trainingsmaßnahmen weitergeht.

von Stefan Günter

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