"Das Team ist Gold wert"

Die "Macht aus dem Allgäu"

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Der TSV Westendorf (in blau) wurde Deutscher Jugend-Mannschaftsmeister.

Westendorf – Der TSV Westendorf hat bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend eindrucksvoll seine Dominanz in dieser Altersklasse unter Beweis gestellt. Die Ostallgäuer holten sich in überzeugender Manier den Titel. Im Finale gewann der TSV gegen den KSV Winzeln mit 22:14.

Frenetisch wurden die Kämpfe von vielen Fans, Eltern und Betreuern im Rhein-Neckar-Kreis verfolgt. 

Mit einem Freilos ging der einzige bayerische Vertreter in diese Titelkämpfe. Vizemeister Hof schickte keine Mannschaft nach Ladenburg. Dabei nahm Westendorf bereits am Freitagabend schon einmal seine Gegner unter die Lupe. Titelverteidiger Köllerbach startete gegen den Gastgeber mit einer 16:18-Niederlage. 

„Wir haben gewusst, dass Köllerbach heuer nicht so stark ist“, war hier für TSV-Ringerchef Thomas Stechele noch eine Rechnung offen. Mit 19:7 wies der TSV die Saarländer in die Schranken und erwischte somit einen Start nach Maß ins Turnier. Dass Westendorf noch Losglück hatte, kam erfreulicherweise dazu. Gegen den ASV Schaafheim holte das Team einen deutlichen 28:3-Sieg. 

Auch die WKG Weitenau-Wieslet musste sich am Ende gegen Schwabens Vorzeigevereine mit 9:25 geschlagen geben. Selbst der ASV Urloffen fand bei der 8:26-Niederlage kein Rezept. „Die klaren Ergebnisse täuschen. Viele Einzelbegegnungen waren sehr knapp. Das war jetzt nichts im Vorbeigehen“, so Thomas Stechele, der den Deutschen Titelkämpfen ein „sehr gutes Niveau“ attestierte. Keine Mannschaft sei von der Leistung abfallend gewesen. 

Während im kleinen Finale Lübtheen (Mecklenburg-Vorpommern) knapp mit 18:15 gegen Weitenau-Wieslet den Kampf um Platz drei für sich entschied, war auch das Finale mit bayerischer Beteiligung eine klare Angelegenheit. „Wir wollen jetzt nicht überheblich sein, aber es hätte noch klarer ausgehen müssen“, ist der Ringerchef des TSV Westendorf richtig stolz auf die Leistung aller teilnehmenden Ringer. Auch Coach und Vorstandsmitglied Bernhard Hofmann grinste nach dem Finalsieg bis über beide Ohren. „Das ist einfach so geil. Wir haben verdient gewonnen“, zieht er seinen nicht vorhandenen Hut vor dieser Truppe. 

Sogar die Ersatzringer spielten bei den Deutschen eine sehr wichtige Rolle. „Alle haben sich gegenseitig aufgepusht und somit zum Erfolg beigetragen“, lobt Hofmann die mannschaftliche Geschlossenheit. Eine Welle der Begeisterung auf den Rängen schwappte auf die TSV-Ringer über. „Ich bin sogar mehrmals angesprochen worden, dass wir tolle Fans haben“, betont Bernhard Hofmann. 

Noch im vergangenen Jahr holte sich Westendorf Platz drei, dieses Jahr stürmte man an die nationale Spitze. „Wir haben es nur zusammen geschafft. Das Team ist Gold wert. Wahnsinn, in ein paar Jahren ringen sie in der ersten oder zweiten Mannschaft“, so der Zweite Vorsitzende. Von diesem Erfolg habe jeder Einzelne im Verein etwas: „Unsere kleinen Ringer haben doch dadurch schon ihre Idole, ihre Vorbilder gefunden. Sie sind im gleichen Verein. Es sind Vorbilder zum Anfassen“. 

Thomas Stechele hingegen freut sich derweil über die Entwicklung der einzelnen Ringer. „Was ich in Ladenburg erleben durfte, ist der Wahnsinn“, bleiben für ihn der Titelgewinn 2013 in der 2. Bundesliga und der Deutsche Mannschaftstitel 2015 wohl stets in Erinnerung.

von Stefan Günter


Weitere Reaktionen zum Titelgewinn des TSV Westendorf:

Christine Joachim, Jugendleiterin des TSV Westendorf: „Wir haben hier in Westendorf Geschichte geschrieben. Ich bin so stolz auf die Jungs. Du hast jedem Ringer den Siegeswillen angesehen. Als ich einen Tag nach dem Erfolg morgens aufgewacht bin, dachte ich wirklich, ich habe alles nur geträumt. Aber als ich dann den Pokal auf dem Küchentisch sah, wusste ich, es ist Realität. Ich bin immer noch voller Emotionen. Wir sind Deutscher Mannschaftsmeister!" 

Matthias Fornoff, Hauptamtlicher Landestrainer des BRV: „Das ist super. Westendorf erntet weiter die Früchte des Erfolgs. Zu verdanken haben sie es ihrer spitzen Nachwuchsarbeit, die sie über viele, viele Jahre schon betreiben.“ 

Erich Stanglmaier, BRV-Vizepräsident/Sport: „Das ist einfach sensationell. Die Ringer aus der B-Jugend sind in die A-Jugend hineingewachsen. Wenn ich ehrlich bin, kommt dieser Erfolg für mich jetzt nicht ganz überraschend. Ich habe sie im Vorfeld schon ganz vorne erwartet. Es ist trotzdem aller Ehren wert. Deutscher Mannschaftsmeister wirst du eben nicht im Vorbeigehen.“ 

Georg Jocher, Schwabens Bezirkschef im BRV: „Das ist die Krönung der bisher geleisteten Jugendarbeit. Für Schwaben bestätigt sich erneut, dass Westendorf als Verein insgesamt und erst recht mit seinem Nachwuchs das Aushängeschild für guten Sport „Made in Germany“ ist. Die schwäbischen und bayerischen Ringerfans werden mit vielen Ringern aus dieser Mannschaft noch große Freude haben und spektakuläre Aktionen geboten bekommen. Ich freue mich zudem bereits auf den Schwabenpokal Ende Juni 2015 in Diedorf. Hier werden diese Jungs nach der Pflicht zur Kür schreiten.“ 

Manfred Werner, DRB- und BRV-Präsident: „Ich habe den Vereinsvorsitzenden Georg Steiner bereits zum Erfolg gratuliert. Ich kann nur sagen: Es ist die Belohnung von kontinuierlicher und intensiver Nachwuchsarbeit, die sich mit Sicherheit später ausbezahlen wird, auch wenn die Zweitligisten das Abenteuer Aufstieg in die 1. Bundesliga im Moment nicht stemmen können. In Westendorf wird die richtige Arbeit betrieben.“


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