Näher dran an der Weltspitze

Niklas Stechele verliert ­Achtelfinale bei Welt-Olympia-Quali

Arena  in Sofia
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In dieser großartigen Arena kämpfte Niklas Stechele. Coronabedingt waren keine Zuschauer zugelassen.

Westendorf/Sofia – Bei der Welt-Olympia-Qualifikation in Sofia hat es für Niklas Stechele zwar nicht zum großen Coup gereicht, dennoch hat der 21-jährige Youngster im Team des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) gezeigt, dass er schon ganz nah an der Weltspitze dran ist. Im Achtelfinale schied der Westendorfer Freistilspezialist gegen Givi Davidovi knapp mit 1:2 Wertungspunkten aus.

Im Auftaktkampf gegen Juan Ramirez Beltre lag Stechele bereits zur Pause mit 0:6 zurück. „Den Anfang habe ich ein bisschen verpennt“, so der DRB-Kaderathlet, der aber dann einen Gang hoch schalten musste. Zwar konnte sein Gegenüber aus der Dominikanischen Republik erneut seinen Vorsprung auf 8:4 ausbauen, doch das ließ Stechele nicht auf sich sitzen. „Ich habe gesehen, dass er konditionell platt war“, ergänzte er in seiner Bilanz mit dem Kreisbote. Dank zwei weiterer Wertungen glich er zum 8:8 aus, hätte damit aufgrund der zuletzt erzielten Wertung automatisch den Kampf gewonnen, doch mit dem Schlussgong drückte er seinen Gegner sogar noch auf beide Schultern.

„Dass Niki so einen Kampf, nach zweimal Rückstand, noch gedreht hat, ist richtig stark“, sagte Vater Thomas Stechele, der die Quali im rund 1500 Kilometer entfernten Westendorf via Livestream verfolgte. Besonders hoch rechnet er seinem Sohn an, dass er beim Stande von 6:8 nochmals alles in die Waagschale geworfen hat. „Niki hat sich bei seinem ersten Kampf deutlich unter Druck gesetzt, da von ihm jeder einen Sieg erwartet hat“, zog auch Freistil-Bundestrainer Jürgen Scheibe nach dieser Begegnung ein positives Fazit. „Er hat den Kampf noch zu seinen Gunsten gedreht, das ist super.“

Im Achtelfinale stand er dem Bundesliga-Legionär des SV Wacker Burghausen, Givi Davidovi, gegenüber. Diesmal war es ein enges Duell auf Augenhöhe, wobei Stechele immer wieder Nadelstiche setzte. Allerdings war es der 32-jährige Routinier aus Italien, der dank seiner Erfahrung den knappen 2:1-Sieg nach Hause brachte. In der Bundesliga standen sich beide Kontrahenten bereits gegenüber, als Stechele für Kleinostheim hier beim 6:6 das Nachsehen hatte. „Ich denke, wenn Niki sich noch mehr darauf konzentriert, körperlich aufzubauen, wird er vorne mit ringen. Alles andere hat er“, so Marcel Fornoff, hauptamtlicher Landestrainer des Bayerischen Ringer-Verbandes.

Für Jürgen Scheibe hat Stechele in der bulgarischen Hauptstadt eine ordentliche Leistung gezeigt. „Er hat sich wieder ein Stück weiterentwickelt als zum ersten Quali-Turnier in Budapest. Die Abstände zur Konkurrenz werden immer kleiner. Das waren wieder wichtige Erfahrungen für ihn für die Zukunft.“ Und auch Papa Thomas ist sehr stolz auf seinen Sohn: „Überall auf der ganzen Welt kamen die Ringer nach Sofia und wir Westendorfer waren mit Niki dort ebenfalls vertreten gewesen. Das ist doch sensationell.“

Und welche Erkenntnis zog Niklas Stechele selbst? „Beide Qualifikationsturniere haben mir gezeigt, woran ich noch an mir selbst arbeiten muss, auch wo ich Defizite habe. Dennoch zeigt es mir, dass bei solchen Turnieren auch alles möglich ist“, blickte er schon einmal auf sein großes Ziel, die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Ausruhen kann sich der 21-Jährige nicht lange. Bereits am kommenden Sonntag geht es für ihn zur U23-Europameisterschaft nach Skopje (Nordmazedonien).

Stefan Günter

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