Gegner siegt schmeichelhaft

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Michael Heiß (rotes Trikot) gewann in Triberg seinen Kampf gegen Teimuraz Beradze mit 2:0.

Westendorf – „Wir haben mit unserer Rumpftruppe trotzdem eine hervorragende Leistung erzielt“, so das erste Fazit von Cheftrainer Klaus Prestele nach der verloren gegangenen Begegnung beim SV Triberg. Für die Schwarzwälder war es ein schmeichelhafter 18:15-Sieg, weil sie zwar wie Westendorf nicht in Bestbesetzung aufliefen, aber unterm Strich besser aufgestellt waren als die Ostallgäuer.

Allein mit vier Ringern von der zweiten und dritten Mannschaft trat Westendorf die Reise nach Südbaden an. Ohne Fatos Durmishi, Maximilian Goßner, Steve Masuch und Christian Stühle versuchte man das Unmögliche möglich zu machen.

Vor einer mageren Kulisse von etwa 100 Zuschauern startete Jonathan Rottach mit einer deutlichen Niederlage gegen Zurab Matcharashvili. Nach 1:25 Minuten stand der Georgier in den Diensten der Triberger vorzeitig mit 16:0-Wertungspunkten als Sieger fest. Ebenfalls keinen Auftrag hatte Frederik Wunderlich im Schwergewicht. Auch er musste sich nach 77 Sekunden wegen technischer Überlegenheit seines Gegners Robin Ferdinand beugen.

Die erste maximale Ausbeute von vier Zählern heimste im dritten Kampf des Abends Markus Stechele ein. Der 19-Jährige gewann in der Gewichtsklasse bis 61 Kilogramm gegen Dominik Kitiratschky. Mit dem Halbzeitgong nach drei Minuten stand der Westendorfer vorzeitig als Sieger fest. In der Vorrunde musste sich Vladislav Metodiev im Schwergewicht immer wieder mal kritische Töne nach Niederlagen anhören, doch seit Beginn der Rückrunde bleibt der 36-jährige Bulgare ungeschlagen. Gegen Etienne Wyrich holte Metodiev einen wichtigen 6:1-Punktesieg.

Weitere vier Mannschaftspunkte holte Christopher Kraemer im Limit bis 66 Kilogramm im griechisch-römischen Stil. Weil sein Gegner Robert Miuti schon im Vorfeld der Begegnung signalisierte verletzt zu sein, machte der deutsche Männermeister von 2016 bereits nach fünf Sekunden mit einem Schulterschwung kurzen Prozess.

Zur Pause führte Westendorf knapp mit 10:8. Mit Beginn des zweiten Teils des Kampfabends musste Philipp Geisenberger bis 86 Kilogramm im Freistil eine deutliche 0:16-Niederlage gegen Marius Weiss einstecken. Dann trumpfte Mehmed Feraim wieder auf. Der Bulgare zeigte Vladislav Wagner die Grenzen auf. Wie schon im Hinkampf in der TSV-Arena holte sich der Bulgare einen 17:2-Kantersieg mit dem kleinen Unterschied, dass diesmal erst nach 5:01 Minuten der Kampf vorzeitig beendet war. In Westendorf gewann er nach 3:23 Minuten.

Eine Revanche für die knappe 2:4-Niederlage gegen Teimuraz Beradze hatte Michael Heiß fest im Visier. „Er hat sich wie schon im Hinkampf ähnlich unfair verhalten. Aber diesmal habe ich mich nicht aus dem Konzept bringen lassen“, erzählte der 25-jährige Greco-Spezialist in seiner Bilanz. Dass er nach seiner 2:0-Führung kein Risiko mehr eingehen wollte, spricht für die sichere und taktisch optimale Ringweise von Michael Heiß. Auch war er sich im Nachhinein sicher, „dass wir mit mehr Stammringern in Triberg hier hätten etwas reißen können.“

Vor den letzten beiden Begegnungen im Weltergewicht führte Westendorf sensationell mit 15:12. Wie schon Teimuraz Beradze, so konzentrierte sich Patrick Becker im Duell gegen Tizian Reggel mehr darum, dem Westendorfer durch Unsportlichkeit die Finger umzubiegen. Dass der Mattenleiter beide Ringer fast disqualifizierte, darf auch nicht unerwähnt bleiben. Im Schlusskampf hatte es Simon Einsle wieder mit Roman Dermenji zu tun. Sowohl im Hin- als auch im Rückkampf musste sich der 19-jährige Ostallgäuer mit 0:8-Wertungspunkten geschlagen geben. „Es ist schon etwas schade, dass wir verloren haben. Wir hätten es in Bestbesetzung richtig leicht gehabt“, kann Michael Heiß mit dieser Niederlage leben. Unterm Strich steht erneut die mannschaftliche Geschlossenheit beim TSV im Vordergrund. „Mein großer Dank geht an Fred, Tizi, Philipp und Johnny, die das Team topp unterstützt haben. Riesen Kompliment“, machte Robert Zech, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, nach Kampfende deutlich.

Bereits am kommenden Samstag hat Westendorf mit der RKG Freiburg 2000 erneut ein badisches Team vor der Brust. Zuhause wollen es die Ostallgäuer wieder wissen. Seit zwei Jahren konnte gegen die Breisgauer nicht mehr gewonnen werden. „Wenn wir wieder voll aufgestellt sind, ist diesmal etwas drin“, so TSV-Ringer Michael Heiß abschließend.

von Stefan Günter

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