Ehrgeiz und der erste Torerfolg

Wie sich Türkgücü-Profi Furkan Kircicek zum Stammspieler entwickelte

Der Kaufbeurer Furkan Kircicek (Mitte) erzielte in Meppen sein erstes Saisontor für Türkgücü München.
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Der Kaufbeurer Furkan Kircicek (Mitte) erzielte in Meppen sein erstes Saisontor für Türkgücü München.

Kaufbeuren – Seit fünf Spielen ist der Kaufbeurer Furkan Kircicek mit seinem Team Türkgücü München in der Dritten Fußball-Liga ungeschlagen. Der Aufsteiger hat sich derweil in der Spitzengruppe festgesetzt. Auch der 24-Jährige kann sich momentan überhaupt nicht beklagen. Das sah vor Kurzem noch anders aus. Nach einer Grippe benötigte er vier Wochen, um sich wieder ans Team herankämpfen zu können.

„Für mich läuft es richtig gut“, bringt es Furkan Kircicek gleich auf den Punkt. Kein Wunder, sind es doch für den Tabellenvierten gerade einmal vier Punkte Rückstand auf Ligaprimus SG Dynamo Dresden. Gegen die Sachsen landete der Aufsteiger ebenfalls einen hart umkämpften 1:0-Sieg. Nicht nur, dass der Kaufbeurer einen weiteren Dreier mit seinen Teamkollegen feierte, steuerte er beim einzigen Treffer des Spiels sogar den Assist zum Torerfolg bei. Dynamo kam übrigens mit einer Serie von acht nicht verlorenen Partien in die Landeshauptstadt. Doch der eigentliche Höhepunkt für Kircicek war ein Tag vor Heiligabend, als er beim 4:1-Sieg in Meppen sein erstes Liga-Tor für Türkgücü München erzielte. Allerdings kam der Türkgücü-Tross beim torlosen 0:0 gegen die SpVgg Unterhaching am vergangenen Dienstag etwas ins Stocken.

Erholsame Tage

Dass Kircicek weiterhin fest im Fokus von Coach Alexander Schmidt ist, hat er selbst seinem enormen Ehrgeiz zu verdanken. Nach seiner Grippe war es für ihn eine Kraftanstrengung, sich wieder durchzusetzen. Gut tat dem 24-Jährigen auch die kurze Weihnachtspause. „Ich habe eine schöne und intensive Zeit mit meiner Familie in Kaufbeuren verbracht“, konnte Kircicek auch etwas vom Profi-Fußball und den kräftezehrenden Englischen Wochen abschalten. So ganz lag er die wenigen Tage dann doch nicht faul auf der Couch. Seine Laufschuhe hatte er mit dabei. „Ohne Sport geht es auch nicht“, witzelt Kircicek. Als Stammspieler ging er in die kurze Pause, als Stammspieler kehrte er wieder zurück. „Mein Ziel ist es, stets von Beginn an aufzulaufen“, so der Fußballprofi, der auch mit Nackenschlägen umgehen kann. „Es gab auch schlechte Phasen in der Hinrunde, wo ich nicht gespielt habe, krankheitsbedingt fehlte oder nur von der Bank kam.“ Er habe geliefert und sich durch Fleiß in den Trainingseinheiten einen Stammplatz erkämpft.

Bislang stand Furkan Kircicek in zehn von insgesamt 19 absolvierten Pflichtspielen ganze 549 Minuten auf dem Platz. Jeweils viermal wurde er ein- beziehungsweise auch ausgewechselt. Mit dem Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München startete bereits am Freitag die Rückrunde in der Dritten Liga. Schon am kommenden Dienstag steht das nächste Pflichtspiel bevor, wenn der Kaufbeurer zum ersten Mal überhaupt im legendären Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg in Kaiserslautern mit dabei sein wird. Die Saison in Corona-Zeiten ist noch sehr lang. Am 22. Mai ist der letzte Spieltag, wobei ungewiss ist, ob Kircicek und Türkgücü München bis dahin vor Publikum spielen werden. „Allein schon das Feeling in den Stadien ohne Zuschauer ist der Hammer. Ich bin gespannt, wie es ist, wenn die Fans dann wieder dabei sind.“

Stefan Günter

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