Joker sind Letzter

Zwei weitere Niederlagen – Indiskutable Leistung gegen Bayreuth

ESVK Trainer Rob Pallin.
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Im Heimspiel gegen Bayreuth gab es für Trainer Rob Pallin auf der Spielerbank viel Redebedarf.

Kaufbeuren – Der ESV Kaufbeuren wartet auch im vierten Spiel nach der Quarantänemaßnahme weiter auf den ersten Punktgewinn. Die beiden Spiele am Freitag in Frankfurt und am Sonntag zu Hause gegen Bayreuth gingen erneut verloren. Gab es nach der knappen 3:5-Niederlage in der Mainmetropole durchaus positive Kritiken, so zeigten die Joker gegen das bisherige Schlusslicht mit 5:7 eine indiskutable Vorstellung.

Trotz guter Kritiken gab es für den ESVK am Freitag in Frankfurt keine Punkte. Erneut waren die Kaufbeurer nach 40 Minuten noch gut im Spiel, doch im letzten Drittel ging die Partie an die favorisierten Löwen aus Frankfurt. Dabei haderte der ESVK jedoch berechtigterweise mit der Spieldauerstrafe für Florian Thomas. „Das war heute ein sehr enges Spiel, das wir leider wieder knapp verloren haben. Die Liga ist sehr ausgeglichen und da entscheiden Kleinigkeiten“, bilanzierte Trainer Rob Pallin die Partie in Frankfurt.

Führung abgegeben

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“, war wohl das Motto der Joker im Heimspiel gegen die Bayreuth Tigers und die Kaufbeurer legten los wie die Feuerwehr. Nach 42 Sekunden klingelte es zum ersten Mal im Tor der Gäste. Joey Lewis, Tobias Wörle und Tyler Spurgeon schossen ihr Team bis zur achten Minute sogar mit 3:0 in Führung. Gäste-Trainer Petri Kujala sah schon früh Handlungsbedarf für sein Team und reagierte mit einer Auszeit, die im weiteren Spielverlauf ihre Früchte tragen sollte. „Wir führen 3:0 und hören dann auf unser System zu spielen“, sagte Tobias Wörle über die beiden Gegentore, die zum 3:2 führten.

Eigentlich hätte das 4:2 von Denis Pfaffengut Sekunden vor der ersten Pause für mehr Stabilität im weiteren Spielverlauf sorgen sollen, doch was ab dem zweiten Drittel folgte, sorgte doch für reichlich Erklärungsnotstand. „Was da passiert ist, geht gar nicht und ist einfach nicht zu tolerieren“, übte Wörle schonungslose Selbstkritik. Ein leicht abgefälschter Puck zum 3:4, sowie ein perfekter Treffer in Überzahl zum 4:4 sorgten dann für den vorzeitigen Dienstschluss von Torhüter Stefan Vajs. Seiner Reaktion auf der Bank nach zu urteilen, konnte er sich mit der Entscheidung seines Trainers nicht anfreunden. „Der Torwart muss unser bester Mann sein, aber das war in dieser Saison noch nicht der Fall“, sagte Trainer Rob Pallin und ging damit ungewöhnlich hart ins Gericht mit seinen Torleuten. Doch das bisherige Abschneiden nur mit der Torhüterleistung zu verbinden, wäre zu einfach.

„Wir müssen insgesamt in der Defensive besser spielen, egal ob Verteidiger oder Stürmer, und unsere individuellen Fehler abstellen, sonst werden wir uns nie belohnen“, sagte Stürmer Wörle. Gerade diese Fehler – wie auch beim 4:6, als man dem Gegner das Tor praktisch auf dem Silbertablett servierte – müssten dringend abgestellt werden. Diese individuellen Aussetzer nach wie vor mit der Corona-Quarantäne in Verbindung bringen, kann Wörle nicht mehr hören: „Auf die Erkrankung dürfen wir es nicht mehr schieben. Die Ärzte machen einen sehr guten Job und wir spielen fast wieder komplett mit vier Reihen“. Vielleicht muss der Trainer aber auch an den Stellschrauben seines Systems etwas justieren. Die offensive Spielweise birgt natürlich Gefahren in der Rückwärtsbewegung, denn die Joker kassieren im Schnitt einfach die meisten Gegentore. Auch im letzten Drittel blieb die erhoffte Reaktion aus. Die Gäste machten bereits in der 42. Minute mit dem 4:7 den Sack endgültig zu und so war der Treffer von John Lammers zum 5:7 lediglich Ergebniskosmetik. „Wir sind alle auf 180 und stehen nun da wie die Deppen“, sagte Tobias Wörle und bringt den Gemütszustand im Team auf den Punkt.

Bereits am Dienstag (nach Redaktionsschluss) stand das nächste Heimspiel gegen die Eispiraten aus Crimmitschau auf dem Programm.

Thomas Schreiber

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