Delegiertenversammlung stimmt für Zusammenführung mit dem TV Jahn

TVK-Mitglieder wollen Fusion

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Sie halten dem TVK seit 50 Jahren die Treue: Anton Elmer (v.l.), Xaver Pfeiffer, Peter Berger und Gertrud Jucha.

Kempten – Der Zusammenschluss der beiden großen Sportvereine, TV Kempten und TV Jahn Kempten, kann voran getrieben werden. Die Delegierten des TVK sprachen sich am Donnerstag bei einer Gegenstimme dafür aus, dass Verhandlungen mit dem TV Jahn aufgenommen und ein Fusionsvertrag ausgearbeitet werden soll.

Auch die Mitglieder des TV Jahn sind damit einverstanden. Sie stimmten am Freitagabend im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen ebenfalls für die Aufnahme von Verhandlungen (siehe nebenstehender Bericht). „Wir wollen den Verein, der sich vor 60 Jahren getrennt hat, wieder zusammenführen“, begann TVK-Präsident Ullrich Kremser seine Ausführungen zur geplanten Fusion. Wie berichtet hatten Vorstandschaft des TVK (Abteilungsleiter und Präsidium) und Turnrat des TV Jahn bereits grünes Licht für die Pläne gegeben. Ziel der Fusion ist es laut Kremser, die Synergieeffekte zu nutzen und Kräfte zu bündeln. „Wir glauben, dass dies ein wichtiger, notwendiger Schritt ist“, betonte er. In dem „ gestärkten Großverein“ mit dann über 5000 Mitgliedern soll zudem versucht werden, einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu etablieren. 

Ein Verein ab 2015 

Ein Name für den dann zusammengeführten Verein steht noch nicht fest. Vorschläge werden jedoch vom Präsidium gerne entgegen genommen, so Kremser. Bei einer Gegenstimme gaben die Delegierten den Verantwortlichen des TVK den Auftrag, Verhandlungen mit dem TV Jahn aufzunehmen und einen Fusionsvertrag auszuarbeiten. Der endgültige Beschluss soll Ende 2014/Anfang 2015 erfolgen. Ziel ist die Zusammenführung der Vereine zum 1. Januar 2015. „Für uns als TV Jahn ist das ein großer Schritt, doch wir freuen uns darauf“, machte TV Jahn-Präsident Hans Leidl klar. Lob für den geplanten Zusammenschluss gab es auch von Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW). „Das zeigt Weitsicht und beweist, dass hier in die Zukunft gedacht wird.“ 

4088 Mitglieder 

Doch nicht nur die geplante Fusion war Thema der Delegiertenversammlung, auch die Berichte der Präsidiumsmit- glieder und die Neuwahl des Präsidenten sowie einiger Präsidiumsmitglieder, Ehrungen und Informationen zur Kooperation mit dem DAV im Hinblick auf das geplante Kletterzentrum auf dem TVK-Gelände (der Kreisbote berichtete) standen auf dem Programm. Berichte des Präsidiums: Präsident Ullrich Kremser sprach von einem „turbulenten Jahr 2013“. Turbulent deshalb, da erste Gespräche mit dem TV Jahn zwecks Fusion und erste Gespräche mit dem DAV zwecks Kletterzentrum stattgefunden hätten. „Wir müssen schauen, dass wir neue Dinge anbieten. Der Sport ist ständig in Bewegung“, so Kremser. Die Mitgliederzahl des Vereins lag zum 31. Dezember 2013 bei 4088. 

Jährlich habe der TVK rund 500 Aus- und Eintritte. Zwei „sehr erfolgreiche“ Abteilungen hob der Präsident besonders hervor: die Fitnessabteilung und die KiSS (Kindersportschule). „Standing Ovations“ gab es am Ende des Berichts von Sportreferent Gerhard Neumann. Er zieht sich nach 22 Jahren aus dem Präsidium zurück und betonte ausdrücklich, dass das nicht an den geplanten Änderungen (Fusion, Kletterzentrum) liege („Diese Ent- wicklung begrüße ich.“) . „Ich möchte im Ruhestand mehr Zeit für mich und meine Frau“, erklärte er. Allerdings bleibt er dem TVK noch erhalten. Denn zum einen ist er seit vergangenem Jahr Ehrenmitglied und zum anderen ist er der „Fusionsbeauftragte“ des TVK, wie Kremser meinte. 

In seinem letzten Bericht als Sportbeauftragter blickte Neumann auf ein „Jahr der Konsolidierung, aber doch sehr erfolgreiches Jahr“ zurück. 252 Personen hätten sich 2013 als Übungsleiter oder Helfer zur Verfügung gestellt und dabei weit über 15 000 Übungsstunden geleistet. Finanzreferentin Helga Richter konnte von einem Überschuss von rund 4000 Euro in 2013 berichten. Die Haushaltsansätze für das laufende Jahr würden jedoch zeigen, „dass wir dieses Jahr einige Wünsche nicht so erfüllen können, wie wir das gerne täten.“ Einnahmen von 501 880 Euro stehen Ausgaben von 501 110 Euro gegenüber. 

Kremser bleibt Präsident 

Neuwahlen: Nachdem Präsidium und Kasse einstimmig entlastet wurden, konnten die Neuwahlen im Block erfolgen. Einstimmig wiedergewählt wurden Ullrich Kremser als Präsident, Helga Richter als Finanzreferentin und Walter Schleppi als Technischer Referent. Nachfolgerin von Sportreferent Gerhard Neumann ist Marion Wohnhas-Köhler, die ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Die 46-Jährige ist bereits seit 15 Jahren Übungsleiterin in der Turnabteilung und hat schon als Kind selbst im TVK geturnt. 

Ehrungen: Ausgezeichnet wurden Mitglieder, die seit 25, 40 oder bereits 50 Jahren Mitglied im TVK sind. Zudem gab es bronzene, silberne und eine goldene Ehrennadel mit Stein (Edith Wassermann, Übungsleiterin Turnabteilung und Behindertensport) für engagierte Übungsleiter und Helfer. 

Kooperation mit dem DAV: Viel Neues hatte Kremser dazu nicht zu berichten. Der DAV sei noch in der Planungsphase, diese Woche werden ihm Pläne von drei Architekturbüros vorgelegt. „Wir haben bisher noch keinen Quadratmeter an den DAV abgegeben“, betonte Kremser. Harald Platz, Chef der DAV-Sektion Allgäu-Kempten bedankte sich für die Offenheit des TVK in den Gesprächen. Auf die Sektion würden mit dem Bau der Kletter- und Boulderhalle auf dem TVK-Grundstück Kosten zwischen 5,5 und 6,5 Millionen Euro zukommen. Da das Parken rund um den TVK derzeit schon häufig ein großes Problem sei, plane der DAV so, dass für das Kletterzentrum genügend Parkplätze geschaffen werden, versprach Platz.

Melanie Läufle

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