Raus aus der Misere

Der FCK ist schuldenfrei

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FCK-Vorsitzender Dr. Klaus Kometer.

Kempten – Der FC Kempten ist wieder komplett schuldenfrei. Das vermeldete der Verein vergangene Woche. So kann der Bezirksliga-Aufsteiger am heutigen Mittwoch ohne Altlasten in die gut vierwöchige Vorbereitungsphase für die neue Saison starten.

Die Ausgangslage für den FC Kempten und seiner Vorstandschaft waren im Frühjahr 2011 denkbar schlecht (der Kreisbote berichtete): sportlich ging es nur bergab, Jugend- und Seniorenspieler haben fluchtartig den Verein verlassen und der aufgrund des Insolvenzantrages eingesetzte Verwalter stellte einen Schuldenstand von über 100 000 Euro fest, der Abstieg aus der Bezirks- in die Kreisliga stand bevor, der Ruf des FCK in der Region war völlig ruiniert. Keine leichte Aufgabe für die Vorstände Dr. Klaus Kometer, Horst Böhm und Vedat Caliskan sowie Kassier Hubert Geiß.

Nach nunmehr zweieinviertel Jahren konnte der FC Kempten vergangene Woche vermelden, dass die für diese Zeit gesteckten Ziele allesamt erreicht wurden. Der Schuldenberg wurde durch strikte Haushaltsdisziplin und viele gute Gespräche mit Gläubigern und Sponsoren komplett getilgt, Altlasten sind nicht mehr vorhanden. Der Seniorenbereich wurde wieder um eine 2. Mannschaft bereichert und diese schaffte dann auch gleich im ersten Anlauf den Aufstieg in die A-Klasse.

„Der Aufstieg der zwei Seniorenmannschaften war außerordentlich wichtig für uns, damit wir den nachrückenden Jugendspielern auch eine Perspektive bieten können“, so Kometer. Neu strukturiert wur-de in diesen drei Jahren daher auch die Jugendarbeit, denn der FC Kempten investiert viel in die Jugend, um in einigen Jahren die Früchte ernten zu können: mit dem Einsatz des Jugendkoordinators Alex Methfessel greift ein durchgängiges Ausbildungskonzept mit dem Ziel, die Spieler auch tatsächlich für den Seniorenbereich zu entwickeln. Die hierfür erforderlichen Trainer sind vorhanden. „Der FC Kempten verfügt jetzt über alle Altersgruppen hinweg über sehr qualifiziertes und hochmotiviertes Trainerpersonal, das auch intern weiter entwickelt wird“, so Böhm.

Enormer Zulauf

Diese Jugendarbeit wird auch angenommen: der FC Kempten erfährt im Jugendbereich vor allem in den unteren Jahrgängen über einen enormen Zulauf. „Wir haben den ersten Schritt getan“, sind Kometer und Böhm überzeugt. Trotz des hohen Schuldendienstes ist es gelungen, die Jugendarbeit zu verbessern. Freilich nicht ohne Hilfe des Jugendfördervereins, der seinerseits Mittel nur für die Jugend erwirtschaftet. So verwundert es nicht, dass auch die Trainingsausstattung nichts zu wünschen übrig lässt, verschlissenes Trainingsmaterial wird meist umgehend ersetzt.

„Wir wollen, dass die Eltern, die sich um die sportliche Ausbildung und Weiterentwicklung ihrer Kinder Gedanken machen, zuerst an den FC Kempten denken“, betont Kometer. Der Seniorenbereich ist jedoch der Motor der Entwicklung. Mit Stephan Wuttge als Trainer und Jürgen Heruth als seinem Assistenten, sowie Timo Keck für die 2. Mannschaft, hat der FCK signalisiert, dass die Bezirksliga nicht Endstation sein soll. „Im ersten Jahr geht es uns zunächst einmal darum, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Wir haben uns auch ganz bewusst nur maßvoll verstärkt“, so Kometer, „weil wir glauben, dass diese Mannschaft hierfür auch das Potenzial hat.“ Böhm ergänzt: „Die Spieler haben viel geleistet und es daher auch nicht verdient, nach diesen guten Jahren einfach aussortiert zu werden. Eine Chance, sich in der Bezirksliga zu behaupten, sind wir jedem schuldig.“

In die kommende Saison startet der FC Kempten schuldenfrei – was nicht heißt, dass der Verein im Geld schwimmt. Kometer: „Es gibt da schon noch ein paar Baustellen, die wir angreifen müssen: der Kioskumbau zu einem Vereinsheim steht an, es fehlt noch das grüne Licht der Stadt. Die Flutlichtanlage wird heuer im Herbst stehen und belastet den Verein zusätzlich mit einer Eigenbeteiligung.“ Trotzdem sind Kometer und Böhm optimistisch: im Verein stimmt es und der Aufwand der vergangenen zwei Jahre hat sich gelohnt: „Der FC Kempten kann jetzt wieder nach vorne blicken, die Vergangenheit ist abgeschlossen.“ So die einhellige Meinung der Vorstandschaft.

Einige Neuzugänge

Am heutigen Mittwoch startet der Bezirksliga-Aufsteiger in die gut vierwöchige Vorbereitungsphase für die neue Saison. Nachdem der Saisonstart bereits auf Ende Juli terminiert wurde, bleibt dem neuen Trainer Stephan Wuttge nur ein Monat Zeit, seine Spieler für die kommende Spielzeit in Form zu bringen und das System einzustudieren. Verstärken sollen den Kader Daniel Immle, Ertan Erden und Tolga Altan (alle vom TSV Kottern) sowie Michael Baldauf von den Junioren des 1. FC Sonthofen. Von den eigenen Junioren stoßen sechs Spieler zum Seniorenkader, von denen fast alle bereits Erfahrungen bei den Erwachsenen in der zweiten Mannschaft sammeln konnten. Die FCK-Verantwortlichen bauen auch auf die Rückkehr der Langzeitverletzten sowie Wiedereinsteiger Conny John.

Als Aufsteiger in die A-Klasse startet die 2. Mannschaft des FCK erst Mitte Juli unter dem bisherigen Trainer Timo Keck in die Vorbereitung. Er erhält für die kommende Saison Unterstützung von Robert Furtner als Co-Trainer. In der Vorbereitung bekommen beide Trainerteams zusätzlich noch Unterstützung durch einen eigenen Fitness-Trainer um die konditionellen Grundlagen zu schaffen.

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