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Anregung zum Erinnerungen sammeln 

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Von: Tizian Pöhlmann

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Kempten Residenzplatz Pressekonferenz der KunstNacht
In einer Open-Air Pressekonferenz auf dem Residenzplatz stellten (v.li.) Claudia Köffer (Künstlerische Leiterin Junges Kunst Fest), OB Thomas Kiechle, Speakers‘ Corner-Initiator Harald Holstein und Kunstnacht-Projektleiter Dr. Johannes Schießl die beiden Events vor.  © Christine Tröger

Kempten – Der eine oder andere mag vielleicht schon einem der sechs Klaviere, die im Vorfeld der Kunstnacht an „merkwürdigen“ Standorten in Kempten aufgestellt wurden, begegnet sein und diese in Erinnerung behalten haben. Falls ja, dann hat die 6. KunstNacht ihr Motto „Schafft Erinnerungen!“ schon vor eingelöst.

Was erwartet die Besucher der KunstNacht? Harald Holstein gab dem Pressepublikum einen Vorgeschmack, indem er auf die selbst hingestellte Leiter hinaufstieg und die Speakers’ Corner vor den Füßen der Kemptener Residenz eröffnete. Ein Rückblick: Die sogenannte Speakers’ Corner erblickte vor 150 Jahren am nordöstlichen Ende des Hyde Parks in London das Licht der Welt. Jeder darf an diesem Versammlungsplatz über ein beliebiges Thema referieren, ohne Anmeldung, ganz spontan. Die königliche Familie erwähnen? Das ist verboten, wie Holstein anmerkt. Wird die KunstNacht diesem Beispiel zu einhundert Prozent Folge leisten? Sicher ist zumindest, dass an drei Orten in Kempten eine Speakers’ Corner ausgerufen wird. Im gleichen Atemzug stellte Holstein die (digitale) Kommunikation infrage. Haben wir uns in dieser vernetzten Welt überhaupt alle etwas zu sagen? Muss es über Twitter sein?

 Wir sollten nicht mehr zwitschern, sondern ganze Arien trällern

Harald Holstein

An den vier der insgesamt 64 Standorten der KunstNacht geht es vor allem darum „Gesicht zu zeigen“ – vielleicht ja auch eines, das in Erinnerung bleibt? Oberbürgermeister Thomas Kiechle dankt dem Kulturamt: Ein Projekt und elf Orte der KunstNacht wurden von der Stadt unterstützt. Kiechle betont die Wichtigkeit des Austauschs, besonders „in Kombination mit Kultur und Kunst“. Ebenso hofft der Kemptner Oberbürgermeister auf gutes Wetter. Schlechtes Wetter muss aber keinen von einem Besuch abhalten. Dr. Johannes Schießl, der Projektleiter der Kemptener KunstNacht, betont die Vielzahl an Innenräumen der Veranstaltung. Überhaupt Räume kreativ zu nutzen, scheint ein zweites Motto der KunstNacht zu sein. Man wolle „den Leerständen gerecht werden“, erklärt Schießl. Zudem werden die Wegstrecken zu den einzelnen Standorten „interessant“ gestaltet sein, besonders geachtet wird auf ein barrierefreies Bewegen, sodass sich jeder, gemäß dem Motto der KunstNacht, durch die „neuronalen Bahnen des Gedächtnis“ Kemptens bewegen kann.

Die Wichtigkeit von Erinnerung zeigt vor allem die Kunstaustellung von Menschen mit Demenzerkrankung in St. Mang. Mit dabei ist erneut das JungeKunstFest, dort soll vor allem der Frage nachgegangen werden, wie Erinnerung festgehalten wird. Das ist nicht nur Fotografie. Erinnerungen kann man auch anfassen, hören oder auf bestimmten Straßenschildern sehen. Um für alle jungen Kunstinteressierten ein möglichst „niedrigschwelliges Angebot“ zu machen, ist der Eintritt für das JungeKunstFest kostenlos, erklärt Claudia Köffer, die künstlerische Leiterin. Auch sie sieht eine Kluft zwischen dem digitalen Gedächtnis und dem Motto „Erinnerung schaffen“, betont aber das Potential der Sozialen Medien Netzwerke zu bilden. Davon habe auch das JungeKunstFest profitiert. 

Bitte, habt keine Angst vor dem Feuer

Wer bei diesem Angebot unter F.O.M.O. („fear of missing out“), zu Deutsch: die Angst etwas zu verpassen, leidet, dem empfiehlt Schießl, „sich mit Freunden ans Feuer zu setzen“, zum Beispiel bei dem Projekt „Zwischen Funken“. Dort kann man ein Projekt in seiner Entstehung begleiten.

Bei dieser Huldigung der Erinnerung kann auch mal etwas in Vergessenheit geraten. Die Champagnerveranstaltung „Prickelnde Begegnung“ findet in der Bodmanstraße 16 statt und wurde versehentlich im KunstNachtKatalog nicht aufgeführt. Ebenso in Erinnerung behalten kann man sich, wann die KunstNacht stattfindet: nämlich am Samstag, 24. September, 19 bis 24 Uhr.

Der KunstNacht-Bändel ist erhältlich im Vorverkauf in der KunstNachtBox, die an den Wochenmarkttagen auf dem Residenzplatz geöffnet ist. Dort liegt auch das handliche, übersichtlich gestaltete Programmbuch druckfrisch bereit. Verschiedene KunstNacht-Stellen bieten Bändel und Programm auch in der KunstNacht an.

Der Eintritt zu JungesKunstFest von 13 bis 18 Uhr in der Markthalle ist kostenfrei.

Infos unter www.kunstnacht-kempten.de sowie www. kunstschule-kempten.de

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