Endlich wieder Fußball

Landsbergs letzter Sieg vor dem Re-Start der Bayernliga

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Endlich wieder im Trikot des TSV Landsberg auf dem Platz: Stürmer Manuel Detmar (links).

Landsberg – Das ging schnell. Nur wenige Stunden nach der Abstimmung der Mietgliedervereine mit klarem Votum meldete der Bayerische Fußball-Verband (BFV) in der vergangenen Woche, dass der Wettkampfspielbetrieb ab dem 19. September wieder erlaubt ist. Maximal 400 Zuschauer dürfen am kommenden Samstag zum 24. Spieltag der Bayernliga Süd auf die Anlage TSV 1882 Landsberg. Den letzten Test vor dem Punktspiel gegen den SV Kirchanschöring gewannen die Lechstädter gegen den Landesligisten SC Ichenhausen mit 2:1. Dabei kam auch ein Langzeitverletzter erneut zum Einsatz.

Coach Eddy Weiler sieht der Fortführung der Saison mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Startaufstellung habe er im Kopf, sagte er gegenüber dem KREISBOTEN, die erste Elf könne ähnlich wie am vergangenen Samstag aussehen: Hollenzer – Holdenrieder, Bonfert, Schmeiser, Lutz – Gmell, Salemovic, Nebel, Nikolic, Fülla – Mulas.

Die Landsberger dominierten die erste Halbzeit gegen phasenweise überforderte Gäste beinahe nach Belieben. Lutz und Mulas sorgten für eine 2:0-Führung, Ichenhausen konnte vor der Pause nicht einen Torschuss verbuchen. Das änderte sich allerdings in den folgenden 45 Minuten. Die Lechstädter kassierten kurz nach Wiederanpfiff den Anschlusstreffer zum 2:1 und der Spielfluss war dahin, wie auch der Trainer besorgt anmerkte: „Ich hatte gedacht, dass wir hinten heraus mehr Körner haben würden, aber kaum schießt der Gegner ein Tor und steht etwas tiefer, fehlen uns die Lösungen und der Biss nach vorne. Da müssen wir uns verbessern“, so der TSV-Coach.

Immerhin wurde das Ergebnis gehalten und die Ersatzbank war so besetzt, dass einige Wechsel vorgenommen werden konnten. So kam auch Manuel Detmar nach vielen Monaten wieder für ein paar Minuten zum Einsatz. Er spielte im Sturmzentrum, konnte allerdings keine Akzente mehr setzen. Trotzdem waren sein Auftritt und das Erfolgserlebnis für die Mannschaft die vielleicht besten Nachrichten zu diesem Spiel.

Am kommenden Samstag wird sich gegen den SV Kirchanschöring um 14 Uhr zeigen, wo der TSV wirklich steht und wie die vielen Neuverpflichtungen einschlagen. Und das sogar vor vielleicht 400 Zuschauern.

Maskenpflicht und QR-Code

Am Rande des Testspiels gegen Ichenhausen gab der stellvertretende Abteilungsleiter des TSV Landsberg, Reiner Drüssler, dem KREISBOTEN eine Einblick in die vorläufigen Maßnahmen zum Liga-Re-Start.

Wie wird es für die Zuschauer am Samstag ablaufen?

Reiner Drüssler, stellvertretener Abteilungsleiter der Landsberger TSV-Fußballer.

Drüssler: „Die Leute werden sich in eine Liste eintragen müssen. Zum übernächsten Heimspiel am 17. Oktober können wir vielleicht schon mit einem QR-Code arbeiten, der die Registrierung erleichtern wird. Die Zuschauer können ihre Daten dann auf einer Homepage hinterlassen.“

Wie geht es nach dem Einlass für die Zuschauer weiter?

Drüssler: „Auf der ganzen Anlage herrscht Maskenpflicht, auch im Außenbereich. Wir werden die Abstandsregel auf der Tribüne nicht einhalten können, schon gar nicht wenn es regnet. Die Tribüne fasst ziemlich genau 400 Zuschauer und dann wird es nicht ohne Masken gehen.“

Kann man sich denn eine Bratwurst kaufen und die sanitären Anlagen benutzen?

Drüssler: „Der Gastronomie­bereich hat praktisch seine eigenen Regeln. Wir werden vielleicht Chips einsetzen, mit denen man unser Gelände verlassen und wieder betreten kann. 100 Prozent sicher ist das aber nicht. Wir überlegen noch, ob wir Dixie-Toiletten oder -Wagen aufstellen werden, aber diese Lösung ist wahrscheinlich zu teuer.“

Wie kommen die Zuschauer überhaupt an Eintrittskarten? Haben Dauerkarteninhaber einen Sonderstatus?

Drüssler: „Im Moment ist es so, dass es nur 400 Karten an der Tageskasse geben wird. Für die Zukunft planen wir allerdings mit einem Online-Ticket-­System, aber für den 19. September gilt leider die Devise: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Auch die Dauerkarteninhaber sollten rechtzeitig vor Ort sein, denn wenn die Karten weg sind, ist nichts mehr zu machen.“

Was müssen die Zuschauer außerdem beachten?

Drüssler: „Das Hygienekonzept wird für jeden gut sichtbar ausgehängt. Es fällt mir schwer, das zu sagen, aber die Leute müssen sich einfach an die Vorgaben halten. Wir wollen niemanden gängeln, aber wir sind vom BFV und der Staatsregierung zu diesen Maßnahmen gezwungen. Wir haben hier das Hausrecht und können und werden keine Ausnahmen machen.“

Wie geht es Ihnen persönlich mit dem Re-Start? Haben Sie ein gutes Gefühl?

Drüssler: „Ich freue mich natürlich ganz besonders für die Jungs, die sich hier in den letzten sechs Wochen den Arsch aufgerissen haben. Sie wurden immer wieder vertröstet. Nun dürfen sie vor einer hoffentlich vollen Butze spielen. Ich denke, der TSV Landsberg hat eine sehr interessante Mannschaft zusammengestellt und der kommende Samstag ist ein kleiner Schritt zur Normalität. Der wird uns gut tun.“
Dietrich Limper

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